Ist diese #Aufschrei Debatte gut? Aus der Sicht eines #Nerds

Menu:/Ist diese #Aufschrei Debatte gut? Aus der Sicht eines #Nerds

Ist diese #Aufschrei Debatte gut? Aus der Sicht eines #Nerds

In den letzten Wochen habe ich von der Außenwelt bis auf ein paar prägende Sachen recht wenig mitbekommen. Da ist etwas, was bis in’s @im_himmelreich stinkt, und zwar so sehr, dass ich meine Businessplattform nutze, um meinem #Hals ein wenig mehr Kragenweite zu geben. Ist das gut so? Keine Ahnung. Sie hat auf jeden Fall mehr Reichweite. Vielleicht hilft es ja, mich selbst zu verstehen.

Heute habe ich Pause, von meinem Chef verordnet, weil ich die letzten 48 Stunden durchgearbeitet habe. Ich nutze diese Zeit um das, was mir durch den Kopf geht, zu verarbeiten. Auch wenn sich andere trotz Bitte, das zu respektieren, recht wenig daran halten und mich mit Mails bombardieren und nicht verstehen wollen, dass ich mal einen Tag nicht funktioniere. Es ist eine Auszeit. Zum Nachdenken. Über das Leben, mich und diese widerliche Debatte, welche Moral, Werte, Respekt, Sex, Alphamännchen, ja sogar Ehrenmorde – einfach alles durcheinanderwürfelt. Das sind mindestens 20 paar verschiedene Schuhe. Schaun‘ wir uns ein paar an?

Kennst Du mich wirklich, wenn Du mich ein oder zweimal auf der Bühne gesehen hast, und am Ende einen Beitrag über Forensik, IT-Sicherheit, Dokumentenmanagement oder Infrastruktur beklatscht oder wenn Du Deine Infrastruktur repariert oder entworfen bekommst?

 

WERTE

Ich bin in der Wahlnacht 1976 geboren, in einer bürgerlichen, sozial sehr engagierten Familie. Die Werte, die ich damals vermittelt bekommen habe, sind bei mir leider erst nach dem „Flüggewerden“ gereift, was für viel Kummer und Sorgen meiner Erzeugerfraktion sorgte. Vielleicht auch, weil ich schon in der Schule wusste, dass ich anders bin als der #Mainstream. Ich habe durch mein Anderssein relativ schnell Schubladendenken entwickelt, in Mitten von #Alphamännchen und #Sozialdarwinismus – Obwohl es eigentlich genau das in einer christlich orientierten Schule nicht geben sollte. Es war bis kurz vor dem Ende dieser schulischen Karriere eines der schlimmsten Kapitel meines Lebens. Das nächste Kapitel wurde aufgeschlagen durch ein Mädchen, doch dazu später mehr.

Erst nach dem Loslösen von meinen Eltern habe ich meine Liebe zu ihnen ganz neu entdeckt. So sehr, dass ich jede Zeit, die uns bleibt, versuche mit ihnen gemeinsam zu erleben. Ich möchte ihnen zeigen, wie sehr ich sie für das respektiere, was sie für mich getan haben, in der Sorge, dass uns nicht mehr viel Zeit gemeinsam bleibt. Es käme für mich nichts anderes in Frage, als sie jeden Urlaub in Frankreich zu besuchen. Moral, Toleranz und Respekt sind die von ihnen vermittelten Werte, die für mich so wichtig sind, weil sie drohen, in der heutigen Zeit unterzugehen.

Zuvor war in meinem sozialen Umfeld von Kameradschaft, Freundschaft, Ehrlichkeit und Zusammenhalt nicht viel zu sehen. Verdutzt war ich, dass ich das erst bei der Bundeswehr erleben durfte. Einem Ort, bei dem ich am allerwenigsten damit gerechnet hatte. Vertiefen durfte ich diese Erfahrungen später, weil ich zum ersten Mal ein Alphamännchen kennenlernen durfte, welches mir dringend benötigtes Wissen und Erfahrung vermittelte, sich in Krefeld sozial engagierte und eine Firma führte, die ich bis heute sehr schätze. Eine Person vor der ich zutiefst Respekt empfinde, weil er vielen Menschen eine Chance gibt, die diese dringend benötigen. Hansgeorg Hauser sollte bis heute eine Führungsperson sein, zu der ich aufblicken konnte und soziale Wärme erfuhr. Eine Person, mit der ich mich gut und auf Augenhöhe unterhalten und auch streiten konnte. Er sagte mir ganz klar, das was Du da vor hast, passt eigentlich nicht zu Dir. Mach was anderes!

 

Und dann kommst Du bei den Businesskaspern an und wachst auf.

 

SEX

Vielleicht sollte ich offen von prägenden Erlebnissen berichten? Einmal mehr gebrauche ich diesen Satz: „Herr Lose, sie müssen nicht glauben, dass Ihre Moralvorstellungen anderswo Bestand haben!“ Er geht mir immer und immer wieder durch den Kopf, selbst um 23 Uhr noch an irgendeinem Tag in irgendeiner Berliner Hotelbar, als ich einen Long Island Iced Tea schlürfe und mir schräg gegenüber eine bildhübsche Unternehmensberaterin einer Sekte mit den 4 Buchstaben im Namen auf dem Barhocker Platz nimmt. Genau die 4 Buchstaben, welche man gerne auch verwendet, um das Unternehmen umzutaufen, in „Keiner Prüft Mehr Genau“. Du willst nicht wirklich wissen, was nach ein paar Longdrinks passiert ist. Vielleicht ist das ja #Sexismus?

Nein? Ist das vielleicht Sexismus? Zwei Menschen, die sich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gesehen haben, die so scharf auf einander sind und es auf einer Geburtstagsfeier nicht mehr aushalten, die sich „vögelnderweise“ in ein Nebenzimmer für mehrere Stunden zurückziehen und absolut göttlichen, unvergleichbaren Sex haben, wobei sie das restliche Publikum dieser Geburtstagsfeier völlig ignorieren?

Ich glaube, das sollten wir mal erörtern. Meine „Moralvorstellungen“, die ich bei beiden Erlebnissen hatte, waren also ausgeblendet. Ich hätte das mit einer christlichen Gesinnung nie tun dürfen. Vielleicht sollte ich ja hinzufügen, dass ich mit beiden Mädels immer noch befreundet bin und wir uns gegenseitig respektieren und gute Gespräche führen, sofern wir uns denn sehen. Eine davon ist heute, wie damals bisexuell und jetzt mit einer Frau zusammen, die andere hat ihren Beruf an den Nagel gehängt und wurde Tierpflegerin, weil sie diese Alphamännchen nicht mehr ertragen konnte.

Ich empfinde diese Erlebnisse aber nicht als Fehler. Ich würde diese Situationen viel häufiger genießen können, wenn meine Moralvorstellungen nicht da wären. Kurz: Meine Moralvorstellungen stehen mir also bis heute im Weg. Ich sollte sie über Bord werfen, denn ich könnte ein ganz anderes Leben führen, als ich es derzeit erlebe.

 

MORAL, RESPEKT

Warum? In einem SpiegelTV Bericht erfahre ich, dass es eben genau diese Moralvorstellungen sind, die den vermeintlich sozial verweichlichten Männern heute im Weg stehen. Männer sollten heute wieder lernen, Chauvinisten zu sein, Arschlochverhalten oder Respektlosigkeit und Ignoranz an den Tag legen, sofern Sie wieder erfolgreich Frauen „erobern“ wollen. Eben genau so, wie diese von mir so verhassten Alphamännchen. Pfui. Ist das abscheulich.

Eines Tages wird mein 2Liter CR-TDI bei mühsam erkämpften 235 km/h von einem C63AMG auf der A31 von hinten mit Lichthupe wegkomplimentiert, nein der mich eher auf meinem Weg zu einem möglichen Neukunden regelrecht von der Bahn pustet – obwohl rechts kein Platz war um mein Tuttili zu parken. Eben genau dieser Wagen gehörte zum Chef genau jener Spedition in ***, die ich 20 Minuten später besuchen sollte. Seine Umgangsformen und sein Respekt gegenüber seinen Mitarbeitern waren vergleichbar mit seiner Fahrweise. Seine Äußerungen über seine Subunternehmer, geringfügig Beschäftigte und seine auf Vaginas mit Beinen reduzierende Äußerungen über Frauen unterstrichen sein mir unwirkliches Benehmen – Ich lehnte das Projekt als technisch nicht machbar ab und verschwand.

 

EHRENMORDE

Ein Erlebnis einer ganz anderen Natur durfte ich bei einem *** Finanzunternehmen erfahren – umgeben von Alphamännchen. Ich hatte mich zum ersten Mal seit langer Zeit in ein Mädchen regelrecht verknallt. Unsere Beziehung lief im Geheimen, möglichst versteckt vor den Augen anderer – und das hatte einen guten Grund. Es war nach einiger Zeit keine Affäre mehr – eher eine wunderschöne Beziehung, doch war dieses Unterfangen mit ihr jederzeit in Gefahr. Sie ist Palästinenserin und hatte, das muss man ihr wirklich hoch anrechnen, für diese Beziehung Teile ihrer mohammedanischen Moralvorstellungen aufgegeben. Wir führten unheimlich tolle Gespräche und hatten gemeinsame Erfahrungen die ich nicht missen möchte, hatte sie doch Teile der Welt, so nie kennengelernt. Mir war ein Dorn im Auge, dass sie ihre Intelligenz nie unter Beweis stellen durfte. Ich ermunterte Sie,  eine Fachhochschule zu besuchen und sich weiter zu qualifizieren. Mit jedem Tag, den wir gemeinsam erleben durften, näherten wir uns gegenseitig an. Dieses Erlebnis endete abrupt, als die ersten telefonischen Drohungen mit anonymer Rufnummer auf meinem Mobiltelefon eingingen. Ich bekam eine Scheissangst um sie. Mit dem Wissen um Ehrenmorde beendete ich die Beziehung unter der falschen Behauptung, ich würde sie nicht mehr lieben. Diesen falschen Grund posaunte ich auch durch meinen damaligen Freundeskreis, wissend sie würde sich nach mir erkundigen. Ich habe ihr nie den wahren Grund über das Ende unserer Beziehung mitgeteilt, in Sorge über ihre Zukunft. Anschließend trat ich aus der Kirche aus. Für mich ist sie heute offline, fern von Facebook und Twitter, unerreichbar. Ich weiß nicht, wie es ihr geht. Ich kann nur Vermutungen anstellen. Ich habe ihr nie wieder sagen können, wie sehr ich sie schätze und respektiere.

 

GESELLSCHAFT

Gestern Abend unterhalte ich mich mit Christian über das Fernsehprogramm, nachdem ich einige Tage und Nächte durchgearbeitet habe, um Daten zu retten. Genau dieses Fernsehprogramm, welches bei meiner Multimediakonfiguration in den hinteren Rängen zuhause ist. „We love Sölden“ zum Beispiel, in der eine Gruppe sozial orientierungsloser Jugendlicher die Nacht zum Tage macht und ein Vokabular benutzt, welches mir bis dahin so noch nicht bekannt war. Es geht hier ausdrücklich um das Feiern und das „Anbaggern“ des jeweils anderen Geschlechts. Und zwar auf so subtile und niveaulose Art, dass man schockiert vor dem Fernseher sitzt und einem die Klappe herunterfällt. Verwundert ist man schon, dass auch die Mädels dieser Sendung das gleiche Niveau halten, wenn nicht gar toppen. Oh Wunder, einem ScriptedRealityDarsteller dieser Posse fällt sogar auf, dass er gerade seine Freundin betrogen hat. Ich muss dazu sagen, dass ich mit Marcel Reich-Ranicki’s Meinung zum oberflächlichen Fernsehprogramm d’accord gehe und eher ServusTV, Einsfestival und Arte bevorzuge. Ist genau dieses Programm jetzt #Sexismus? Oder ist es unsere weitere Unterhaltung, in der ich Christian mitteile, dass ich so dermaßen auf @PamelaHorton13 stehe. Endlich mal ein Playmate, welches in einem Interview auf Egotastic.com (diese Seite währe denn also in Alice Schwarzers Augen #Sexismus?) so echt, natürlich und so gar nicht zickig rüberkommt und einem #Gamernerd das Gefühl gibt, doch etwas wert zu sein? Ist das etwa Sexismus?

Zuvor klärte mich Christian auf Facebook auf, dass das selbsternannte „Bückstück“, „Fickschlitten“ Claudelle Deckert sei, welche diese höchst banale Frage von sich gab: „Stehst Du so auf dicke Klöten, oder mehr so auf Sportsäcke?“, hier dokumentarisch für Euch festgehalten: Link. Mit Verlaub, diese Wortwahl ist für mich – Baujahr 76 – neu. Mir würde nicht im Traum einfallen, eine Frau mit diesen Wörtern zu umschreiben.

 

ALPHAMÄNNCHEN

Silvia Day’s Crossfire läuft bei mir den Abend als Hörbuch. Ich finde es faszinierend zu erfahren, wie manche Frauen ticken. Es prickelt, es ist voller Erotik. Das Ding hat ausgezeichnete Bewertungen auf Amazon. Ist das wirklich so? Ich bin kurz davor, das Hörbuch nach dem ersten Drittel wieder abzubrechen, weil die Protagonistin, die schöne, bildhübsche, intelligente, toughe, junge Eva volle Lotte auf ein erstklassig beschriebenes Alphamännchen abfährt: Gideon Cross. Das Alphamännchen nimmt sich, was es haben will und begehrt sie mit den Worten „Was muss ich machen, damit ich Dich endlich flachlegen kann“.

Ich erinnere mich. Genau das Mädchen, meine erste große „Liebe“, welches damals ein neues Kapitel meines Lebens aufschlug, passt so dermaßen zum Hauptcharakter meines Hörbuchs, ja fast wie die Faust auf’s Auge. Sie ist – mit Verlaub – der Inbegriff einer Traumfrau. Sie ist intelligent, gebildet und humorvoll. Man traut sich ja kaum noch, ihre anderen „Merkmale“ in den Vordergrund zu stellen: Sie hat – *hust* –  eine Traumfigur, einen Hammerbody. Makellos. Genau dieses Mädchen ist jetzt mit so einem Alphamännchen verheiratet, welches mich vor ein paar Jahren noch mit Blitzen aus seinen Augen töten wollte: Ein CEO eines Unternehmens in Atlanta, Tochter eines Hannoveraner Hightech-Unternehmens. Ich habe lange gebraucht, um das Ende dieser Beziehung zu verarbeiten, vielleicht auch weil sie mir die Zweifel an ihm auch noch per Telefon kundtat. Wieso habe ich IDIOT mir das überhaupt noch angetan? Sie ist gar nicht mehr der Mensch, den ich vor langer Zeit noch glaubte zu kennen. Immerhin – Ich habe es nach einem Arschtritt von @WorldofPPC vor ein-zwei Jahren geschafft. CUT – Ende, aus. Keine Gespräche mehr mit ihr. Vielleicht stammt ja genau daher mein Hass auf diese rücksichtslosen, chauvinistischen Arschlöcher.

Das ist also das, was mir so gegen den Strich geht. Ein kleiner Teil meiner Erlebnisse, die so gar nichts zu tun haben mit dieser Debatte, oder vielleicht auch doch? Sind es diese fiesen, abartigen Alphamännchen, die mich so anwidern? Sind die „Normalos“ gar nicht so, wie in dieser Debatte dargestellt? Warum – Silvia Day – fahren denn die Frauen denn so sehr auf diese Alphamännchen ab? Muss ich genauso fies sein?

 

DEBATTE

Mitten im Hörbuch schnappe ich mir mein iPad, um meine ob des Hörbuch in den Keller gesunkene Stimmung ein wenig zu verbessern. Ich lese auf Facebook einen Link, gesendet von einer sehr intelligenten, jungen Dame. Mit dieser Dame hatte ich tolle Gespräche in einer Schule geführt, in der ich vor einiger Zeit mal wieder ein paar Microsoft-Prüfungen abgelegt hatte. Sie hat etwas einer Diva. Die Gespräche waren so gut, dass sie fast einer Debatte glichen, dennoch stets begleitet vom gegenseitigen Respekt. Obwohl ich sie sehr attraktiv und hübsch finde, schätzte ich sie noch mehr für die Gespräche. Der Link trägt den Titel: Dann mach doch die Bluse zu!  – Ich teile den Link. Ein Fehler?

Ein wenig später lese ich einen mir politisch ähnlich gesinnten Freund aus meinem Microsoft-Umfeld, der sich vielleicht auch über meinen letzten Linkshare zum Thema ärgert und eine Kontrameinung kundtut, in dem er die Attitüde dieses oder ähnlicher Artikel so interpretiert, als das Personen wie ich denken könnten, Frauen seien Freiwild, minderwertig, unterlegen, dumm, Sexobjekte, und dass alles irgendwie kombiniert. Ich mag ihn wirklich sehr, muss jedoch tief durchatmen. Ich hoffe, er versteht mich nicht falsch, das ist keine Kritik.

Nach dem Lesen seines sehr wütend verfassten Beitrags reagiere ich sehr eingeschüchtert, ja fast ängstlich und stelle meine eigene Gesinnung in Frage. Nach einiger Zeit komme zu folgenden Ergebnis: Nein, verdammt nochmal! 

Noch deutlicher? Wenn ein schüchterner #VollNerd, mitten im Leben stehend, 24x7x365 online und verfügbar für Kunden, Projekte oder Vorträge, bei 60.000 km/Anno fernab von „Beziehungsanbahnungsgesprächen“ so etwas ^^ während dieser „Debatte“ liest, dann sollte er sich am besten gleich die Kugel geben. Nicht einmal eine Katze würde in seinem Haushalt überleben. Wäre der Nerd doch ab und zu mal da, hätte die Katze wenigstens eine Chance auf frischen Sauerstoff.

Wenn ich sie mal wegignoriere, diese AliceSchwarzers und ClaudiaRoths und das jetzige Ergebnis dieser Debatte betrachte, dann komme von meinem sehr subjektiven, verwackelten und bildunstabilisierten Blickwinkel aus zu folgendem Resultat:

ALLE Männer sind durchweg Schweine. Männer sollten am besten keine Männer mehr sein. Die Biologie, irgendwelche Pheromone und Hormone und so alles andere zum Homo Sapiens Sapiens zugehörige ignorieren wir dann auch mal so eben weg. Frauen können noch so süß ausschauen, Männer haben gefälligst wegzusehen und diese ja nicht anzusprechen. Ein Kompliment, sei es auch noch so schüchtern ausgedrückt, ist in jedem Fall unbedingt zu unterlassen.

EY, TYP-VERPISS DICH! Okay, hab‘ ich verstanden!

Der Talk auf Maybritt-Illner gibt mir dann schlussendlich den Rest, als ich sehe, dass nach einer erfolgreich verarbeiteten Äußerung von @AliceSchwarzer letzte Woche jetzt #Claudia Roth den sonst gar nicht so schüchternen Kubicki angiftet, der meint „Ich flirte für mein Leben gerne“, parallel sehe ich dazu eine #Sophia Thomalla, die sich lasziv räkelt und mehr Schutz für Männer fordert. Ich meine, #WTF? In der Debatte geht es gar nicht mehr um diese Alphamännchen, die wir Jungs ebenso hassen, wie die meisten Frauen. Die Alphamännchen, welche sich alles nehmen, was sie wollen – ohne Rücksicht auf Verluste sind gar nicht der zentrale Punkt. Es wird auf einmal alles in einen Topf geworfen und mal eben mit drei vier, hasserfüllten Sätzen eine Armada von CBU-87 abgeworfen und fast alle nicken schuldbewusst und pflichten bei.

Sollte man Sexismus jetzt eher auf die tatsächlich moralisch verlogene, falsch geführte Debatte reduzieren? Die Debatte, in der man den Handel mit Frauen aus dem Osten übersieht? Die Debatte, in der Ehrenmorde falsch angerissen werden? Die Debatte, in der Medien eine ganz andere Wirklichkeit, als die Prüderie in Deutschland präsentieren? Vielleicht sollte man die Debatte um diese Elemente anreichern. Genau die Debatte, in der ausnahmslos Männer sexistische Schweine sind. Taugt ein tollpatschiger Brüderle als Gallionsfigur ebenso für diese Debatte (es soll ja angeblich nicht um ihn gehen), wie ein Alphamännchen Dominique Strauss-Kahn oder ein Silvio Berlusconi?

Diese Debatte verwischt den Schmerz vergewaltigter, mißhandelter, im Job unterdrückter, verkaufter, beschnittener Frauen und Ehrenmorde genauso, wie fehlgeleitete Alphamännchen – Dominique Strauss Kahn oder Silvio Berlusconi. Vielleicht sind die Höhenflüge der Alphamännchen der Hamburg Mannheimer Party der normalen Gesellschaft auch eher fremd und Frauen tragen gar keine solchen Armbändchen. Brüderle ist vollkommen unrelevant, trotzdem nehmen wir ihn als meinetwegen untaugliche Gallionsfigur. Da kann sich Kubicki noch so aufspulen.

Sollte ich das wirklich ernst nehmen, was da gerade so dermaßen verlogen abläuft, dann würde ich am Samstag nicht ins Sausalitos gehen. Dann würde ich nicht mehr in meinen Club fahren. Dann würde ich aufhören, mich über die süßen Mädels in der Herrentoilette meines Lieblingsclubs zu freuen. Ich sollte mich unterstehen, eine Frau auch nur anzuquatschen. Oder sollte ich sie ignorieren, diese Debatte? Vielleicht interessiert aber auch niemanden meine Meinung oder mein persönlicher Aufschrei (ohne Hashtag).

Ich würde mir eines wünschen: Ich möchte gerne auf der Autobahn 250 fahren. Ich möchte freie Netze. Ich wünsche mir gegenseitigen, absoluten Respekt und Toleranz, den Männern wie den Frauen gegenüber. Ich möchte gerne das sagen können, was ich denke und fühle. Ich würde gerne geschätzt werden für meine Ansichten. Ich würde gerne über meine Ansichten respektvoll mit einem Kritiker debattieren. Ich würde gerne mal einem Mädchen sagen dürfen, dass ich voll auf sie abfahre.

FAZIT

Ich glaube, „SEXISMUS“ ist ein falsch gewähltes Wort für diese Pseudodebatte. Reduziert man es auf „SEX“ und „ISMUS“, sind wir doch alle Sexisten, meine Person mit eingeschlossen. Denn wer mir sagt, er fände „SEX“ (/ sexus – (auch) das (andere/gleiche) Geschlecht) voll doof, der tut mir wirklich leid – sofern nicht gegen Sexualethik. Das Beiwort „ISMUS“ rückt SEX in die Nähe von Fanatismus – Ein Paar also, was beiderseits fanatisch geil auf den Partner ist – Brüderle ist ja zu beneiden! Coole Sache das. Oder etwa nicht?

Es geht viel mehr um eine falsche Ausübung von Macht, Unterdrückung von Frauen und auch von Männern – EGAL wie und wodurch. Und wenn Brüderle noch so fanatisch auf Frauen steht, nehme ich ihm das nicht übel. Ich schließe mich ihm sogar an. Wäre dem nicht so, hätten wir auf diesem Planeten weniger Umweltverschmutzung – hat auch was positives. Würde ich diese Debatte so nehmen, wie sie geführt wird, sollte ich mich als moralischer Schwerverbrecher ertappt fühlen.

Ich dachte, das Deutschland, was ich kenne, sei politisch, moralisch und religiös aufgeklärt. Wenn ich auf die Straße gehe, sehe ich wahrscheinlich wieder das Gegenteil: Das Resultat, geprägt von einer Medienlandschaft von „Dschungelcamp“, „Berlin Tag und Nacht“ und „We Love Sölden“ oder ein paar Alphamännchen in der Businesswelt und vor ihnen kuschende Arbeitnehmer. Es ist wahr, wir haben ein Problem. Alle miteinander. Aber das wird in keiner Form diskutiert. Bei der Art, alles in den Topf zu schmeißen, was gerade in’s 16:9 Format passt, schießt Ihr deutlich daneben, liebe Volksvertreter und Medien. Differenzierung wäre wohl zu wenig Effekthascherei und auch wirklich zu viel verlangt.

Sind es sexuelle Übergriffe? Unterdrückung durch Alphamännchen? Vergewaltigungen? Moralisch fehlgeleitetete, religiöse Gruppen? Ist die Wortwahl richtig? Was denn, Frau Schwarzer? Wenn Ihr, so wie jetzt, alle Männer – egal ob mit Sportsäcken oder dicken Klöten – in diesen Debattensumpf schmeißt und kräftig umrührt, dürfte der Kollateralschaden wohl irreparabel sein. Sauber! Ich bin mächtig angepisst.

Der Stil und der Tenor dieser Debatte kann für mich nur zu einem Ergebnis führen: Dass  sich Frauen und Männer noch weiter von einander distanzieren, als sie es in dieser Gesellschaft eh schon tun. Man sollte viel sachlicher, logischer, ehrlicher und differenzierter an dieses heikle Thema herangehen. Eine Alice Schwarzer, eine Claudia Roth sind für dieses Thema genauso deplatziert, wie ein Brüderle als Gallionsfigur der Debatte.

Vielleicht sollte ich aber auch mal als „Männchen“ in die Damentoilette gehen? Vielleicht sage ich aber auch einer guten Freundin während einem guten Gespräch über Gott und die Welt, dass ich ihre Hupen voll super finde. Vielleicht lacht sie ja. Über mich.

By | 2013-02-03T15:54:44+00:00 01.02.2013|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Ist diese #Aufschrei Debatte gut? Aus der Sicht eines #Nerds

About the Author:

John Lose

John Lose ist Informationstechnologe und Datenreisender. Manche mögen ihn als „Aluhut-Träger“ bezeichnen, denn er mag nur kleine Rechenzentren, die er selbst kennt. Public Clouds kommen für Ihn höchstens für Webseiten in Frage. John ist Katzenliebhaber, hat aber keine Katze, fährt gerne nach Südfrankreich und hört Tech-House. Mehr über John Lose erfährst Du in seiner Vita.  Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, so kannst Du auch Danke sagen, wenn Du möchtest:  >> Dankeschön <<.