Die @SONOS #Playbar – und Ihre Nebenwirkungen. Ist sie wirklich so gut? #dolby 5.1 #toslink #arc

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Die @SONOS #Playbar – und Ihre Nebenwirkungen. Ist sie wirklich so gut? #dolby 5.1 #toslink #arc

Man könnte diesen Beitrag als eine Rechtfertigung lesen, warum ich auf Facebook unlängst „Lang lebe die Unvernunft“ geschrieben habe. Nun, ich will korrigieren: Es ist keine Unvernunft, sondern lediglich eine logische Konsequenz. Der Reihe nach: Ich besitze in meinen 70 Quadratmeter Dach mit Klo nebst einem Arbeitszimmer auch ein Wohnzimmer, jenes ich nahezu ausschließlich zur „Recréation“ (seltener für Meetings) benütze, sofern ich denn dazu komme. Ich gehöre zu der Generation, die vornehmlich weniger Einbahnstraßenmedien nutzen und vermehrt auf Streamingangebote in der visuellen Berieselung setzen.

Amazon Prime und Youtube sind meine primären Zuspieler, ferner Netflix und Plex. Erst danach nutze ich das Angebot der Öffentlich Rechtlichen, sehr selten das der Privaten. Letztere ausschließlich dann, wenn sie Serien bringen, die zu meinen Sehgewohnheiten passen.

Vor einiger Zeit war ich genötigt, mein Wohnzimmer auf links zu drehen: Die Hardware gab auf (LINK). Offenbar war das Ableben der Hardware durch den Hersteller geplant. Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch ging es an den Rückbau. Es war Zeit, sich für etwas Neues zu entscheiden. Primär problematisch: Das war nicht geplant. Sekundär: Investitionsbudget. Beides Argumente gegen das System, für jenes ich mich entschieden hatte: Eine SONOS Playbar, einen Sub und zwei Play:1.

tl;dr: Ja, sie ist wirklich so gut. Aber.

Warum SONOS?

Langlebigkeit

Wahrscheinlich hatte ich keine Lust mehr auf Systeme, welche nach kurzer Zeit mangels Softwareupdates entweder nicht mehr vom Hersteller unterstützt werden oder durch die Leistung einiger Ingenieure für eine limitierte Lebensdauer konstruiert werden.

Nach dem Totalversagen eines dieser „Systeme“ erinnerte ich mich, als ich den ersten Zoneplayer bei mir installierte. Das ist mitunter knapp 10 Jahre her. Dieser Zoneplayer ziert immer noch mein Arbeitszimmer und befeuert zwei Fostex Monitore über eine Saffire Pro, ebenso dient es als Zuspieler aus der Saffire für das gesamte Multiroomsystem, sofern gewünscht.

Mein erster ZP90 aus 2007

Er lebt damals wie heute und hat nach etlichen Firmwareupdates denselben Funktionsumfang wie alle anderen SONOS-Geräte, die nach und nach in meine Wohnung kamen. SONOS ist das weitaus langlebigste Audiosystem, welches ich kenne, mit Ausnahme eines Marantz/Bose-Systems meines Vaters.

 

Audioqualität

Ich wollte dieses System vor allem auch, weil ich als semiaudiophiler Musikliebhaber selbiger quasi permanent nachgehe. Sie begleitet mich. Mindestens 12 Stunden pro Tag.

Ich will nicht behaupten, dass ich definitiv jede Nuance einer Sinuskurve hören kann. Wohl aber bin ich in der Lage, schlechte MP3s zu erkennen und sehr wohl noch schlechtere Zuspieler. Teilweise tun mir diese auch weh, ähnlich wie ein schlechtes DAB-Radio in meinem Volvo.

Durch unsere täglich genutzten, sehr hohen Kompressionsraten müssen DSP’s heute weitaus mehr leisten, als lediglich Ton aus digitaler Information zu produzieren. Sie müssen das nachliefern, was der Musik durch ihre Kompression fehlt. Sie müssen die ekelhaften Treppenstufen aus den Sinuskurven herausholen, die in meinen Ohren sägen.

Dabei wird eine Menge gerechnet. Nun ist meine (elektronische) Musik entweder auf Schallplatten zu finden oder in mehr oder weniger guter Kompression bei einigen Dienstleistern. Hier gilt es, zunächst die besseren zu finden und anschließend den DSP das nachbauen zu lassen, was fehlt.

Klar ist, das Optimum ist immer noch das Analoge. Die digitale Welt – mit all ihren Vorzügen – kann niemals die wunderbare, wohlige Wärme einer Ortofon Concorde an einem MK2 liefern.

Nun gibt es nicht immer und überall einen Schallplattenspieler, und wir haben in unserer heutigen Zeit nicht mehr die Muße, jenen zu bedienen. Es muss also ein Zuspieler her, der das nachbauen kann.

Es gibt nicht viele, die das perfekt können, doch SONOS ist einer davon. Er liefert nicht nur das, was er muss – sondern das, was er kann. Und das ist eine Menge. Begonnen von der Play:1 bis hin zur Play:5 (Gen2 hebt sich noch einmal mehr ab) ist SONOS nicht nur Marktbegleiter, sondern Marktführer. Mit Recht.

Durchgehend Testsieger in nahezu allen Multiroom-Tests der gängigen Magazine hatte SONOS in Q3/2016 noch einmal nachgelegt mit „Truplay“. Seit fast 10 Jahren ist SONOS für meine Ohren das, was ich will. Nicht mehr und nicht weniger. Diese rein subjektive Beurteilung muss jeder für sich bewerten.

Möglicherweise auch durch Ausprobieren.

Der Klang selbst mag vielleicht nicht echt sein (was einige SONOS vorwerfen), möglicherweise zu synthetisch, doch dafür habe ich meine Studioboxen in meinem Musikzimmer. Smethana’s Moldau hört sich für meine Verhältnisse, mit den Möglichkeiten, die ich habe, auf einem SONOS-System am besten an. Da ich seltener klassiche, vielmehr synthetische Musik genieße, wird wohl oder übel gar nichts an SONOS herankommen können. Der SONOS-DSP repariert das was, was die Kompression kaputtmacht. Und das macht er sehr gut. Dazu braucht es nicht einmal ein TIDAL-Abo.

 

Ease of Use

Mit dem Entfernen der defekten Samsung-Komponenten habe ich eindrucksvoll vor Augen geführt bekommen, was sich im Laufe der Zeit für ein unübersichtliches Gerümpel in meinem Hifi-Schrank angesammelt hat.

Ich habe mir zudem mit HDMI- und Toslink-Switches, sowie einer Logitech Harmony geholfen, das irgendwie noch zu managen. Doch immer mal wieder ging irgendwas schief. Entweder hatte irgendein Switch nicht mitbekommen, was ich wollte oder irgendeine Komponente war schräg eingestellt und hatte einen Kanalwechsel nicht mitbekommen.

Irgendwas war immer

Die erhebliche Menge an Kupfer, die ich verlegt hatte, war nicht von schlechten Eltern. Der Einfachheit halber hätte ich auch gleich ein 19 Zoll Rack inmitten meines Wohnzimmers aufbauen können.

Das ging so nicht mehr weiter. Ich hätte jetzt alles tauschen und diesen Blödsinn fortführen können, oder ich würde ein für alle mal aufräumen. Das war mein Plan.

SONOS verspricht, dass ein einzelnes Toslink-Kabel reicht. Wie ich berichten kann, ist das tatsächlich möglich – jedoch nicht, wenn die anderen Komponenten nicht passen.

Zwei Kabel, die noch verschwinden müssen und ein Fernseher, der doch nochmal gereinigt werden muss.

Immerhin, die Zuleitungen zu den Lautsprechern entfallen, Die Receiver-Komponente mit ihrem wahrlich erheblichen Stromverbrauch und ihrer Heizfunktion ebenfalls. Gänzlich kabellos ist SONOS jedoch nie, die Dinger benötigen immer noch Strom und der kommt nicht via WiFi. Doch Steckdosen sind weitaus häufiger zu finden. Der SONOS Sub lässt sich einfacher und sinnvoller positionieren, ebenfalls die beiden Rears – in meinem Fall zwei Play:1.

Die Einrichtung inklusive der wichtigen Truplay-Konfiguration ist – zumindest auf iOS Geräten – in einfachen Schritten schnell erledigt. Jeder einzelne Schritt wird innerhalb der App entweder in einfachen Piktogrammen oder sogar in Videos erläutert.

Ein gutes WiFi oder eine SONOS-Bridge vorausgesetzt, ist die Komplettinstallation innerhalb von 5 Minuten erledigt, sofern man auf die Montage der Wandhalterungen verzichtet und über ausreichende Ablagemöglichkeiten der Player verfügt.

Dann kann es losgehen mit dem Vergnügen.

 

Und sonst so?

Ich hatte schon SONOS zuvor. Ich kenne SONOS und baue auf deren Zuverlässigkeit. Summa summarum ist das Thema Playbar also nur eine logische Konsequenz, welche sich in mein übriges Zuhause integriert. Es gibt keine Stereo-Anlage mehr, ebensowenig gibt es irgendwelche Brüllwürfel anderer Hersteller. Alles passt und harmoniert miteinander. Es ist einfach zu bedienen und ich habe noch ein paar Goodies extra, die andere Systeme nicht bieten.

Beispielsweise kann ich SONOS aus meiner Homematic heraus steuern, z.B. über Wandtaster oder über Regeln für das Verlassen der Wohnung: Beim Aktivieren der Alarmfunktion wird das Licht ausgeschaltet und die Musik ausgestellt. Wenn ich Aufwache und Siri mit „Hey, Siri, Guten Morgen!“ begrüße, werden die Lampen soft-on gesteuert und für 10 Minuten eine bestimmte Spotify-Playlist gespielt. Anschließend, pünktlich um 7, habe ich im Badezimmer die Möglichkeit, mich wie immer über Herrn Armbrüster zu ärgern, der mir mit seiner Interviewform immer wieder auf den Zeiger geht.

Sonos mit allen möglichen Dingen steuern: In diesem Fall ein SNOM Vision

Möglich machen das Homekit, Homebridge, Homematic und in diesem besonderen Fall Jihsi’s Node-JS API „SONOS HTTP API“. Es passt also wunderbar in mein Zuhause und zu mir.

Merkmal WiFi
Sollte eine Raumgruppe aus einem Play:1 Stereopaar, einem SUB und einer Playbar entstehen, verschwinden alle der einzelnen Geräte der Raumgruppe aus dem logischen WiFi-Netz, bis auf die Playbar selbst, die ein Meshnetz für die Raumgruppe aufbaut. Nur zur Selbstkonfiguration werden sie kurz präsent, nach dem Start. Das macht Sinn, insbesondere um Lipsync-Probleme vorzubeugen. Das macht ebenfalls Sinn, um die Funkzelle selbst zu entlasten.

Merkmal Stromverbrauch
Die Raumgruppe ist komplett via Funksteckdose/Homematic stromlos zu machen. Nach dem Einschalten ist die Raumgruppe nach ungefähr 30 Sekunden wieder intakt. Es muss keine erneute Einmessung stattfinden, die Konfiguration ist wie von Dir zuletzt eingestellt sofort verfügbar.

Merkmal Fernbedienung
Die Playbar besitzt einen IR-Empfänger, der die Signale der TV-Fernbedienung aufnimmt. So ist ohne App ein einfaches Anpassen der Lautstärke möglich.

Die Alternativen

Würde ich bei meinem Wunsch zur Einfachheit bleiben wollen, gäbe es zwei Systeme in meiner Blase. „Teufel Raumfeld Soundbar“ und „Bose Soundtouch 300“. Beide bieten vermeintlich gegenüber dem SONOS-System Vorteile – z.B. sind sie per ARC-HDMI bespielbar und können DTS, teilweise sind sie deutlich preiswerter.

Doch sie haben auch Nachteile: Das Raumfeld-System ist für mich ein Schlag in die Magengrube – in den tiefen Frequenzen ist Teufel für mich auf nichts anderes als auf Krawall aus. Es ist für mich in der gleichen Schublade, wie die Marke Beats, die Apple zugekauft hatte. Unhörbar. Es tut weh.

Zugegeben, dieser Eindruck ist rein subjektiv – ich würde, verglichen mit dem Sub von SONOS, sogar noch eine Menge Geld sparen können, doch Teufel liegt mir (persönlich) wahrlich nicht.

Nach einem Probehören im Studio war dem völlig begeisterten Verkäufer der Schreck im entgeisterten Gesicht anzusehen, als ich ihm nahelegte, dass dieses System aus derlei genannten Gründen aber mal gar nichts für mich ist. Er konnte oder wollte das überhaupt nicht nachvollziehen. Nun, wir sind nicht zusammengekommen.

Meine Nachbarn wollen diesen Krawall mit Sicherheit nicht und ich schon gar nicht. Zudem ist die Software im Vergleich zu SONOS eher gewollt denn gekonnt. Dennoch ist Raumfeld für Euch möglicherweise eine Reise zu einem Händler wert, um es mal „probezuhören“ und meine These zu widerlegen.

Zu der Zeit, in jener ich das System ausprobiert hatte, war außerdem kein 5.1 möglich. Teufel selbst war von sich so überzeugt, dass sie mir antworteten, dass das aufgrund der „Wellenfeldsynthese“ weder möglich noch notwendig sei.
Nun, mit Verlaub, Teufel, also ich sehe das anders. Ausdrücklich.

Bose hat dieses Thema wohl eingesehen und bietet zur Soundtouch 300 – etwas verspätet – nebst einem sehr guten Sub auch ein paar Rears im preiswerten Set an. Diese sind jedoch in der Lautstärke statisch. Richtig gelesen – die Lautstärke lässt sich an diesen nicht anpassen. Sie sind permanent zu leise oder manchmal auch zu laut. Das ganze System ist nicht nutzbar. Man kann es gleich weglassen. Sollte echtes 5.1 nicht notwendig sein, ist die Soundtouch 300 eine Alternative. Sie ist klanglich ausgereift und gut. Ihr fehlen jedoch die Features, die in Ansätzen Raumfeld und vor allem SONOS bieten: Onboardstreaming.

Software-Defined Obsolescence bei Raumfeld:

Bei Sonos reicht iOS 8. Ein älteres 32-Bit iPad WIFI darf noch Controller sein. Bei Raumfeld ist das „ein wenig“ anders…

Für ein „echtes“ 5.1-System mit Sekundärfokus auf Multiroom/Streaming führt wohl auch in 04/2017 kein Weg an SONOS vorbei.

 

Nur Dolby Digital/AC3? Das Anschluss- und Formatschlamassel.

Ja, ganz recht. Dieses System will kein DTS verstehen. Das ist der einzige Kritikpunkt, den ich habe und – so wie ich lese – wohl auch der ganze Planet Erde.

Vorab: Wenn Du keine Rear-Lautsprecher benötigst, Dir also eine Playbar und möglicherweise auch ein Sub ausreichen, darfst Du diesen – vermutlich größeren Absatz – komplett ignorieren.

Wenn man weiß, auf was man sich einlässt, kann man das Problem sehr gut, durch adäquate Komponentenauswahl vollumfänglich kompensieren. Wenn man es nicht weiß, wird dem SONOS Kunden die Kartoffel möglicherweise zu heiß und sie wird fallengelassen. SONOS muss also genau hier eine ganze Menge besser machen, wenn sie wollen, dass ihre Kunden weiterhin SONOS kaufen.

Es gibt eine große Anzahl an Tonformaten, die man darstellen kann, als da wären PCM, Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, Dolby Atmos, DTS, DTS-HD, DTS-HD Master, usw… Nur DTS und Dolby Digital (bis 5.1/AC3) lassen sich via Toslink übertragen. Für alle anderen Formate benötigt man HDMI – denn der SPDIF Standard selbst kann die Datenraten nicht aufnehmen – dabei ist unerheblich, ob über Glasfaser (Toslink) oder Cinch übertragen wird.

Für einen Großteil der oben genannten Formate braucht es also weiterhin einen Receiver und deutlich mehr als ein 5.1 System um es überhaupt abspielen zu können. Für einige davon (z.B. Atmos) müssen sogar bauliche Veränderungsmaßnahmen her, also sind diese Formate für den Heimkinogebrauch – besonders in Mietwohnungen – absolut überzogen und vor allem unnötig.

Der Grund, warum SONOS auf HDMI via ARC (Audio Return Channel) nicht nur in der Playbar, sondern auch in der neuen Playbase verzichtet hat, wird schnell klar, wenn man die einschlägigen Foren liest – http://www.hifi-forum.de/viewthread-212-1490.html

ARC ist der Rückkanal vom Fernseher über HDMI. Meist einer der vielen HDMI-Eingänge bietet über ARC die Möglichkeit, ein Soundsystem mit Audio zu versorgen. Im Menü des Fernsehers muss dieses umständlich aktiviert werden. Jeder Hersteller hat für diese Funktion eine andere Bezeichnung.

Das ganze System ARC ist meines Erachtens viel zu wackelig und zu schwer zu konfigurieren, als es in der Masse stabil zu benutzen, zu verkaufen und dazu noch „supporten“ zu können.

Doch warum SONOS auf den Standard DTS via Toslink verzichtet, ist mir bislang unklar – möglicherweise kann mich hier jemand aufklären.

Sicher, es wird auch Erfolgsmeldungen für ARC-Audio geben, doch die Hersteller kochen – besonders bei ARC – durchgehend alle ihr eigenes Süppchen – nicht nur in ihren Bezeichnungen. So funktioniert ein Sony-KD$*-Fernseher möglicherweise hervorragend an einem japanischen Soundsystem, jedoch nicht an einem koreanischen, wie ich unlängst bitter erfahren musste.

Ein SONOS-System soll aber vor allem eines: Immer funktionieren.

Nur in komprimierter „Bitstream-“ Form will SONOS neben Stereo Dolby Digital 5.1 verstehen. Sicher, dieses Format reicht für ein 5.1 System für die diskrete Zuspielung jedes einzelnen Lautsprechers mehr als nur aus.

Doch wird Dolby Digital 5.1 nicht von jedem Zuspieler geliefert. Besonders Blu-Rays liefern heute kein DD5.1 mehr, sondern ausschließlich DTS oder DTS-Master. Und genau hier liegt das Problem:

Es ist den meisten Käufern in keiner Form klar, welchen Zuspieler und zudem welchen Fernseher er denn nutzen kann, um alles aus der Playbar herauszubekommen.

Dieser Mangel ist zunächst und ausdrücklich bei SONOS zu sehen, denn nirgends auf deren Website ist eine Produktmatrix zu finden, welches Gerät (Bluray-Player, Gameconsole, Streaming-Device) denn getestet und vor allem in 5.1 nutzbar ist. Stattdessen wird auf die Community verwiesen. Das muss umgehend geändert werden! Dieser Dokumentationsmangel ist für ein so wichtiges System absolut unerträglich.

Der zweite Mangel ist das Fernsehgerät selbst, an jenen der Kunde die Playbar anschließen möge. SONOS hat hier das Nachsehen, denn nur einige wenige bieten die Möglichkeit, das sogenannte „Passthrough“ von HDMI nach Toslink überhaupt umzusetzen, sprich ein HDMI-Zuspieler liefert Dolby Digital und der Fernseher liefert es unverändert an den Toslink-Bitstromanschluss für die Playbar.

Schaut man sich um, wird schnell klar, dass vor allem ältere Modelle ein gewaltiges Problem damit haben: Link.

Doch diese Funktion ist notwendig, wenn man mit SONOS genau das abstellen möchte, was den Kaufanreiz zu SONOS überhaupt gegeben hat: Das Kabelwirrwar. Alle Fernseher, die das nicht unterstützen, müssen unweigerlich wieder einen HDMI-Switch mit Toslink vorgeschaltet bekommen, um aus diesem Schlamassel herauszukommen. Ein Umstand, den SONOS mit HDMI-ARC hätte lösen können, aber aus bekannten Gründen nicht will. In diesem Fall ist SONOS durchaus lieber, dass nur Stereoton kommt, als dass ein Supportproblem auftritt.

 

Blu-Ray Player

Das Standard-BD-Format für Audio ist DTS. Das kann die Playbar aus unerfindlichen Gründen nicht. Also suchst Du Dir einen Zuspieler, der „Reencoden kann“. Und damit wird noch ein Problem in der fehlenden Produktmatrix von SONOS deutlich:

Ich bin davon ausgegangen, dass ein Sony-BDS1700 – wie beschrieben – ein Dolby-Digital-Reeoncoding beherrscht. Das tut er, jedoch nur über den SPDIF-Ausgang (Cinch, kein Toslink).

SONOS verlässt sich hier wieder einmal auf die eigene Community. Sicherlich ist sie hilfreich, doch nicht immer. Denn neben gefährlichem Halbwissen kommt auch noch mangelhafte Erläuterung hinzu.

Viele vergessen die Anschlussvielfalt (HDMI-Switch mit ARC und Toslink kontra Passthrough-Fernseher, z.B. Sony) und suchen Fehlerursachen in verkehrten Ecken oder es kommt genau deswegen (wie bei mir) zu einem Fehlkauf. Da muss SONOS ansetzen, so geht das nicht.

Mir ist bislang nur die Marke Samsung bekannt, welche in vielen ihrer Modelle ein „On-The-Fly-Reencoding nach Bitstream-DolbyDigital via HDMI“ beherschen. Diese Merkmalbezeichnung muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine Produktmatrix von SONOS wäre auch hier hilfreich, denn nicht jeder wird exakt verstehen, was ich hier gerade geschrieben habe. Samsung beschreibt das wichtige und bei fast allen anderen Herstellern fehlende, für BluRays und Playbar so wichtige Feature exakt im Handbuch:

2017, aus einem Handbuch für Samsung-BD-Player (copyright Samsung)

Ein Alleinstellungsmerkmal? Fast. Einige können das, doch dummerweise meist nur an ihrem Digitalanschluss (wie z.B. OPPO) und nicht via HDMI, so wie Samsung. Mit Verlaub, warum ein für EUR60 Straßenpreis kaufbarer Blu-Ray Player von Samsung (BD-J5500) das kann und ein Sony-UHD nicht, ist mir absolut schleierhaft.

Anmerken möchte ich, dass im Bereich EDID-Handshake eine Menge schief laufen kann, selbst wenn Zuspieler und TV 5.1 AC3 können, ist selbiges manchmal durch ein fehlerhaftes Handshake unterbunden. Hier patzt HDMI gerne, und das ist vermutlich auch der Grund, warum SONOS auf HDMI verzichtet. Auch Handshake-Emulatoren sind da gerne mal rausgeschmissenes Geld, wie ich unlängst erfahren musste.

Eine XBOX-One-S soll es können, jedoch nicht zuverlässig. Die hauseigene Software der XBOX funktioniert exakt so lange, bis der Autokonfigurationsmodus zuschlägt und der integrierte Treiber versagt und nur noch Stereo rausrückt. Ja, ich hätte schon gerne gewusst, wie ich aus dem Schlamassel mit der XBOX wieder herauskomme und sie wieder 5.1 spielen lasse. Ein Zurücksetzen der ollen Kiste hat bislang nichts bewirkt. Auch nicht ein EDID-Adapter, den ich zwischengeschaltet habe. Das wäre schon schick, denn die XBOX versteht auch HDR/UltraHD Blurays. Nur AppleTV4 und eine Playstation 4 sind wohl dauerhaft nutzbar, sowie einige Android-TV Streamingboxen. Das ist – zugegeben – mehr als nur dünn, gerade für Menschen wie mich, jene den koreanischen Hersteller nun mal gar nicht mögen.

Der Einfachheit halber: Beim Thema Bluray führt um Samsung in den meisten Fällen kein Weg herum (Handbuch zuvor konsultieren, ob Feature vorhanden!).

 

Fernseher

Aufgrund der „Anschlussvielfalt“ von nur einem Toslink-Eingang an der Playbar muss zwangsläufig ein TV-Gerät mit optischem Ausgang her. Das bieten allerdings erst die neueren Modelle. Die einen bieten Passthrough und die meisten anderen bieten kein Passthrough für Dolby Digital und strömen nur in PCM/Stereo. Dieser Umstand ist zwingend bei der Anschaffung zu beachten, will man nicht auf einen Switch mit Toslinkfunktion zurückgreifen. Nun sind hier und da auch einige, moderne Fernseher bereits mit Streamingfunktionen für Netflix und Prime ausgestattet. Manche sind – glüchlicherweise – von Haus aus mit guten Streaming-Apps ausgestattet, wie zB. mein „Notkauf“, ein Sony „KD55XD7005“ mit Android-TV. Amazon-Prime und Netflix liefern hier beide 5.1, auch der eingebaute DLNA-Browser versteht sich hervorragend mit der Playbar, sofern sie denn mit dem adäquaten Material versorgt wird. Doch selbiger Fernseher hat das Nachsehen, wenn es um die quasi überall vorhandene Plex-App geht: Diese kann auf einem Sony-Android eben nur Stereo. Das ist richtig blöd. Es ist ein Softwareproblem auf Sony oder Plex-Seite, beide schieben sich den Ball zu – Link.

Dem Wunsch, auf die meisten Zuspieler verzichten zu können, ist man also auch mit einem adäquaten Fernseher weiterhin entfernt. Minimum ein AppleTV4 muss her, welches wiederum kein Prime kann, doch nur für Plex ist es fast zu schade. Gottseidank habe ich noch andere Anwendungsmöglichkeiten.

Den Zuschauer freut’s: Dolby im Einbahnstraßenkonsum

Das FTA/OTA-Signal via Satellit oder DVBT2 (Freenet) liefert lt. der Info-Anzeige von Sony „Dolby 3/2.1“. Das ist das, was die Playbar will und so ist das traurige Ergebnis von Borussia Dortmund in Monaco weniger schlimm. Die Stadionatmosphäre trägt mich und lindert die Schmerzen aus den schlimmen Erfahrungen meines Lieblingsvereins vor kurzem. Auch Spielfilme machen Spaß. Schade nur, dass es meistens die amerikanischen Blockbuster sind, welche 5.1 liefern, weniger die deutschen Produktionen. Alles in allem ist mein Notkauf – der genannte Sony – der richtige. Doch das war Zufall. Wär’s ein älterer Samsung, hätte ich auf dem Schlauch gestanden. Es mag sinnvoll sein, vorab mit dem Support des Herstellers zu sprechen. Möglicherweise ist das Problem durch eine Konfigurationsänderung doch zu lösen: Link.

Der Fernseher muss „HDMI-Toslink-Passthrough“ können! Kann er das nicht, verzichtest Du auf einen wahnsinnig gutes Feature der Playbar und musst auf einen passenden Switch ausweichen.

Workarounds

Die meisten helfen sich also (sofern der Fernseher nicht passt) mit einem „ARC-Toslink fähigen HDMI-Switch“ oder einem „ARC-Toslink-Converter“. Dennoch hilft das nicht über die Tatsache hinweg, dass jener eben nicht aus DTS das gewünschte Dolby-Digital-Format bauen kann. Die sicherste Lösung ist also ein Blurayplayer von Samsung und ein Fernseher, welcher Passthrough beherrscht. Dann steht dem Erlebnis SONOS-Playbar nichts mehr im Wege.

Ein Blick in die Konfigurationsübersicht

Preise und Einkauf

Zugegeben, SONOS kostet ziemlich viel Geld. Für eine Playbar, einen SUB und zwei Play1 legt man rd. 2000 Euro auf den Tisch. Oberflächlich gesehen handelt es sich dabei um Lautsprecher, sofern man die Fähigkeiten von SONOS dabei außer Acht lässt. Es entfällt jedoch mindestens ein teurer Receiver.

Mit jenen Komplettset-Angeboten in den einschlägigen Märkten erreicht man höchstwarscheinlich nicht einmal im Ansatz die gleiche Klangqualität, jene ein Truplay-konfiguriertes SONOS System bietet. Zudem fehlen da meist die Kupferkabel zu den Lautsprechern. Gleichwertige Systeme ohne Multiroomfunktion sind deutlich teurer und bieten weniger. Man muss schon fair vergleichen, will man adäquaten Sound. In sofern, ja – es ist teuer, aber im Vergleich möglicherweise auch günstiger als die Alternative „Receiver samt Klipsch-Boxen“. Der Preis ist fair, bedenkt man die Qualität, das Ergebnis und die Features. Ich halte es mit Einkäufen zuletzt nur noch wie folgt: Etwas vernünftiges, oder gar nichts.

SONOS ist bei den einschlägigen Märkten zu haben, bei SONOS selbst, bei Überallmusik und neuerdings bei Apple im Store. Es gibt quasi keinen Wertverlust auch über längere Zeit hinweg. Die Geräte werden höchstens teurer: Meine erste Play:1 kostete 2013 EUR 180, der Preis liegt aktuell und bei meinem letzten Einkauf bei EUR 230. Sehr selten gibt es bei Mediamarkt – z.B. über deren Aktion „Mehrwertsteuer“ einen wirklich nennenswerten Rabatt. Würde ich mein System heute bei Ebay platzieren, würde ich vermutlich nur einen sehr geringen Verlust machen.

 

SONOS-Erlebnis

Kennt man alle Umstände, und hat seine Zuspieler auf die Playbar abgestimmt, ist das Erlebnis SONOS Playbar, SUB und Play:1 in Kombination das wohl beste, was es derzeit auf dem Markt in diesem Segment gibt.

Erstklassige APP, reichhaltiges Streamingamgebot: Sonos 

SONOS Playbar

Die Playbar schafft – je nach Raumbeschaffenheit – eine enorme Präsenz mit großem Sweetspot für den Hörer, auch ohne Sub und Play1.

Sie ist äußerst einfach zu installieren, benötigt lediglich Toslink vom Fernseher (oder von einem HDMI-Switch) und Strom. Die Materialqualität selbiger ist äußerst gut, die Verarbeitung hervorragend. Sie besteht aus einem stabilen Metallrahmen, jener mit Akustikstoff überzogen ist. Mit ihrer guten Verarbeitungsqualität kommt jedoch ein weiteres Problem: Ihr hohes Eigengewicht. Man sollte also tunlichst gleich die Wandhalterung mitbestellen, sofern man sie unter dem TV an der Wand montieren möchte.

Staubanfälliger Akustikstoff mit edlem Finish in Anthrazit

 

Das Klangbild ist – bis zu einer gewissen Lautstärke – äußerst gut. Es ist sicher mehr Bass da, als bei vielen anderen Marktbegleitern. Sie verhält sich hier jedoch nicht anders als eine Play1 oder eine Play3. Der DSP in der Playbar weiß eben genau, was der Lautsprecher kann und nimmt ihm, was ihm und vielleicht auch dem Hörer gefährlich werden könnte: Die Bässe sind also da, werden jedoch – je nach Lautstärke – immer weiter herausgenommen. Dabei entfällt dann das bei vielen so beliebte Wummern bei Explosionen oder anderen „Filmsoundspektakeln“, was für mich jedoch vertretbar ist: Es wird geliefert, was technisch machbar ist.

Zwei Features sind mir bei der Playbar besonders wichtig:

a) Stimmanhebung
Gerade wenn es überall scheppert und knallt, ist es mehr als angenehm, wenn man die Stimme dennoch, gut hörbar erleben kann. SONOS macht das sehr gut. Die extrem gute Funktion beschreibt SONOS lapidar wie folgt: „Durch die Sprachverbesserung werden die für die menschliche Stimme typischen Audiofrequenzen verstärkt. Wenn du diese Funktion aktivierst, sind Dialoge besser zu verstehen, was bei Actionfilmen besonders hilfreich sein kann.“ Das hilft im übrigen auch, wenn bei Anne Will mal einer nuschelt oder Altmeyer, Wagenknecht und Gabriel wieder durcheinander quatschen.

b) Nachtsound
Es gibt in einem Mehrfamilienhaus möglicherweise immer „diesen einen Nachbarn“. Nunja, soviel kann ich sagen, den habe ich auch. Leider. Das „Nachbarschaftskompatibilitätsfeature“ beschreibt SONOS wie folgt: „Nachtsound ist besonders nützlich, wenn du bei niedriger Lautstärke fernsiehst, beispielsweise spät in der Nacht. Diese Funktion sorgt für deutlichere Dialoge, reduziert jedoch die Intensität lauter Geräusche.“

Nun, ich muss sagen, beides funktioniert. Sehr gut. Die Stimmanhebung habe ich im TV-Modus eigentlich permanent aktiv, den Nachtsound – notgedrungen – ab 22 Uhr. Besonders in Verbindung mit dem SUB ein noch sinnvolleres Feature: Der warme Bass ist immer noch da, es scheppern aber nicht mehr die Gläser im Schrank. Beschreibung von SONOS: Link

Die Stimmanhebung als Feature ist möglicherweise alleine schon ein Kaufanreiz für ältere oder hörgeschädigte Menschen, eben weil sie so gut ist und das restliche Akustikerlebnis in keiner Form schmälert. Im Pott gibt es genügend ehemalige Grubenarbeiter, die würden Luftsprünge machen, wenn sie denn wüssten, wie gut das System funktioniert.

Retter der Nachbarschaft und Hilfe, nicht nur für Schwerhörige

Alles in allem kann die Playbar alleine schon, ohne Erweiterungen, alle anderen Soundbars locker in die Tasche stecken. Der Sweetspot ist riesig, nicht so arrogant definiert wie bei den Mitbewerbern. Deswegen sind die Frontal-Lautsprecher links und rechts überflüssig. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung. Du vermisst sie nicht, obwohl Du visuell über lediglich einen überdimensionierten Centerspeaker verfügst.

Auch seitlich sitzende Gäste haben immer noch ein gutes Audioerlebnis. Ebenso gefällt mir die einfache Montage und die saubere Verarbeitung. Der Sound ist erstklassig. Ein wenig „Surround“ gibt es schon durch die Anordnung der Lautsprecher, denn SONOS nutzt die Abstrahlwirkung der Wände und der Decken äußerst geschickt, um die Ohren zu erreichen. Blöd bei mir, da meine häßliche „Deckenkonstruktion“ aus Styropor quasi alles schluckt. Mitunter ein Grund, dass ich hier eigentlich mal ausziehen möchte.

Man kann zudem mit der Playbar beginnen und sich anschließend, nach und nach mit den weiteren Komponenten eindecken, die man für nötig erachtet. Man muss sich keine Sorgen machen, dass die auf später aufgeschobene Erweiterung möglicherweise nicht mehr verfügbar ist, weil der Hersteller schon wieder ein neues, zum alten inkompatibles System auf den Markt gebracht hat.

 

SONOS Play:1 (Stereopaar)

Die Play1 ist mein absoluter Lieblingslautsprecher. Diese kleinen Dinger sind so faszinierend, dass ich kaum Worte finden kann. Sie sind für ihre Größe unheimlich schwer, bieten dafür dennoch einen wahrhaft erstaunlichen Sound. Einzeln eignen sie sich wunderbar im Schlafzimmer, zB. als Podcast zuspieler oder für Schlummermusik. Durch ihre Feuchtraumtauglichkeit sind sie ebenfalls für Badezimmer geeignet. Ein Paar Play:1 ist m.E. unerreicht, in Brillanz und Güte. Erst vor kurzem hatte ich das Erlebnis notgedrungen kennenlernen müssen, da sich das Samsung-Soundsystem im Wohnzimmer verabschiedet hatte. Bislang waren sie alleine, entweder im Schlafzimmer oder im Badezimmer. Vielleicht war das Erlebnis mit einem Stereopaar auch schon der ausschlaggebende Kaufgrund.

Beim ehemaligen Montageort der Samsung muss noch gestrichen werden –
Eine Play:1 an einem RICOO-Wandhalter

Die Play:1 im Stereoverbund reicht vollkommen aus, um zwei Regallautsprecher komplett obsolet zu machen. Unglaublich, die Dinger. Einzeln und im Verbund. Ein wahrhaft toller Lautsprecher.

Nachteil: Fehlender Bass bei höheren Lautstärken.

 

SONOS SUB

Der SUB komplettiert das Audioerlebnis. Denn mit der geringen Größe der SONOS-Boxen (z.B. Play:1, Playbar) muss das fehlende Volumen durch den DSP ausgeglichen werden. Auch der erreicht irgendwann seine Grenzen, spätestens wenn es laut wird.

Wir kommen also auch bei SONOS nicht über den Umstand hinweg, dass zumindest bei den Play:1, bei einem Zweiwegesystem, mindestens die Mitten durch schwere Bässe beeinträchtigt werden. Ein Umstand, den ich während eines Testabends mit einer Zigarre und einem Whiskey heraushören musste.

Ich kam wohl oder übel um den SUB nicht herum, zumindest bei meiner Musik, wenn ich sie denn im Wohnzimmer genießen wollte und auf eine Hifi-Anlage komplett verzichten möchte. Nun, die Physik hat auch ihre Grenzen – Irgendwo müssen die Sinuskurven für den Bass ja noch untergebracht werden. Auch wenn der Ingenieur noch so gut ist, Volumen brauchst Du irgendwann doch mal für Bass.

Der SUB entlastet die Lautsprecher also erst einmal. Du hörst es sofort. Es kommt jedoch auch eine Menge dazu. Das System ist jetzt komplett. Und so ist es phänomenal gut. Völlig egal ob Du eine Playbar oder zwei Play3 oder zwei Play1 mit dem SUB komplettierst, Du hörst den Unterschied. Und der Unterschied tut gut: Es ist eben kein Krawall, sondern wohlige Wärme, die das Erlebnis wunderbar komplettieren. Möglicherweise hat sich der Künstler das auch so gedacht.

Jetzt ist es eine Hifi-Anlage der Spitzenklasse.

Ist das Zimmer Truplay abgestimmt, so passt der SUB haargenau und füllt das bisschen, was dem System bislang an Tiefe fehlte, detailliert aus.

Ein weiteres Detail der Ingenieure aus Kalifornien: Der SUB besteht aus zwei gegeneinander gerichteten Membranen und zwei Bassreflexöffnungen. Exakt diese Form bewirkt, dass zum einen das schwere Gehäuse nicht scheppert oder vibriert und zum anderen auch keine nervenden IsoAcoustics unter den Bass montiert werden müssen. Eine Entkopplung vom Untergrund durch nervende Zubehörartikel ist nicht notwendig. Der Schall wandert direkt in die Luft und nicht in den Boden. Ein Feature, welches den Klang deutlich verbessert und die Nachbarschaftsfreundschaft ebenfalls schont.

A propos „Schwere“ – Nun, davor sollte ich vielleicht warnen: Nicht vor dessen Lautstärke, sondern vor seinem Gewicht. Dieses abartige Drecksding ist verdammt nochmal so schwer und dermaßen unhandlich verpackt, dass es Sinn macht, mit dem Auto am besten in’s Geschäft hineinzufahren (Humor, keine Handlungsanweisung!).

Es ist lange her, als ich eine Waschmaschine in den 2. Stock hatte tragen müssen – das „Ding“ ist gefühlt in der gleichen Liga. Immerhin hatte ich bei Cyberport in Essen (lieb und nett wie immer) einen jungen Mann, der mir half, das ganze Geraffel (BD-Player, Soundbar, Sub, Wandhalterung, Play1, usw.) zum Fahrzeug in der Kennedyplatz-Tiefgarage zu tragen – Äußerst löblich! Der UPS oder DHL-Mann wird Euch vermutlich bitten, in’s Erdgeschoss zu kommen – Er ist schwer. Verdammt noch eins.

Der SUB ist – sofern man eine Audioanlage komplett ersetzen möchte – absolut notwendig.

 

Truplay

Gibt es in zwei Varianten. Einmal mit 5.1 und einmal ohne. In Q3/2016 hat SONOS dieses Software-Schmankerl hinzugebaut. Du benötigst dazu ein iOS-Gerät. Mit der Android-App geht’s nicht, zumindest bislang.

Was passiert? Du Drehst Dein iPhone oder Dein iPad auf den Kopf und misst den kompletten Raum nach Vorgabe von SONOS ein. Während diesem Vorgang werden Testtöne gespielt, die Dein iPhone (welches Du von der Hülle befreien sollst) aufnimmt und die Lautsprecher darauf abstimmt.

Hast Du ein 5.1 System eingerichtet, so wird am Sweetspot vorab eine weitere Messung vorgenommen. Jene dient der Abstimmung der einzelnen Lautsprecher – nicht in Form der Akustik sondern der Zeit. So wird berechnet, wann der Schall auf Dein Ohr treffen soll, was für dieses Szenario unheimlich wichtig ist, besonders für die Abstimmung der hinteren Lautsprecher.

Android-Geräte entfallen – zumindest im Moment, da die Datenbank der iOS-Geräte für Mikrofone und deren Abgleich wohl eher schlank ausfällt, im Vergleich zum Mitbewerber. In sofern mag es sinnvoll sein, einen Freund mit einem Tablet oder einem iPhone einzuladen, um die Einmessung in allen Räumen vorzunehmen, wenn man selbst Android besitzt. Danach brauchst Du kein iOS mehr, das Ergebnis jedoch spricht für sich:

Nach Einmessen des Raums, in jenen sich einer oder ein Stereopaar dieser kleinen Soundwürfel befinden oder sogar mein 5.1 System, war der bislang schon äußerst gute Klang noch einmal nicht nur um Nuancen, sondern gefühlt Welten besser als alles andere, was ich zuvor gehört hatte. Das macht Sinn. Selbst (oder besonders) im Badezimmer. Wer SONOS besitzt und Truplay nicht verwendet, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Ein Muss. Soviel Zeit sollte sein.

Chapeau, SONOS!

 

Fazit:

Ja, alles richtig gemacht. Zugegeben, mich ärgert immer noch die Arroganz von SONOS bezugnehmend auf die fehlende Produktmatrix. Es nervte. Die Zeit, die ich für die Komponentenauswahl und das Einlesen investiert hatte, wäre deutlich kürzer, wenn SONOS sich das nicht so verdammt einfach gemacht hätte. Es ist OK, aus welchen Gründen auch immer, auf DTS zu verzichten. Es ist nicht OK, den ahnungslosen Kunden damit im Regen stehen zu lassen. Das ist eben nicht das SONOS-Erlebnis, welches ich bislang kenne.

Mit Bangen um die Ergebnisse bin ich jetzt über die Maßen überzeugt, dass ich das richtige gemacht habe: Ein fast perfektes System mit allen Finessen, die man sich wünschen kann. Es ersetzt mein HIFI-System vollkommen, es kann mehr als erwartet und der Sound ist wahrhaft abartig gut.

Es ist kein Krawallbruder sondern filigran. Das System ist zudem hilfreich für Schwerhörige, es ist – auch zusammen mit dem SUB – Mehrfamilienhauskompatibel.

Mankos: Fehlende Multiroomfeatures. Immer noch keine Multiuser-Möglichkeit. Kinder sollten nicht unbedingt die Lautsprecher ihrer Eltern um 7, an einem Sonntagmorgen bedienen dürfen.

Summa sumarum: Ja, die Playbar ist verdammt gut. Mit Ihren Schwächen, die eigentlich nur Dokumentationsschwächen sind.

Es ist – sofern man alle Features in 5.1 nutzen möchte – vor dem Kauf ein Studium der nachfolgenden Elemente notwendig:

  • Tonformate
  • ARC (Audio Return Channel)
  • Pass-Through-Fernseher

Denn nur die wenigsten „Fachverkäufer“ kennen die Umstände und Zusammenhänge. Noch weniger jene in Elektronikmärkten. Frust ist vermeidbar. Doch der ist vorprogrammiert. Von SONOS. Und nur hier krankt das System Playbar. Wenn SONOS will, dass nicht nur „technikaffine“ Vollpfosten, wie meiner einer dieses System nutzen können, dann muss das geändert werden. Durch eine Produktmatrix für empfohlene Zuspieler und TV-Geräte, auf deren Website. Und zwar gestern.

Meine Komponentenwahl:

1x Playbar (schwarz) – ca. EUR 800,-
2x Play:1 (weiß) – ca. EUR 230,- / Stück
1x SUB (schwarz) – ca. EUR 800,-
1x SONOS Playbar Wandhalterung – ca. EUR 50,-
2x Play:1 Wandhalterung von RICOO – ca. EUR 15,- / Sück

1x Sony KD55XD7005
1x AppleTV 4
1x XBOX One S
1x Samsung BD-H6500

By | 2017-04-28T15:55:22+00:00 21.04.2017|Reviews, Techbla|Kommentare deaktiviert für Die @SONOS #Playbar – und Ihre Nebenwirkungen. Ist sie wirklich so gut? #dolby 5.1 #toslink #arc

About the Author:

John Lose
John Lose ist Informationstechnologe und Datenreisender. Manche mögen ihn als "Aluhut-Träger" bezeichnen, denn er mag nur kleine Rechenzentren, die er selbst kennt. Public Clouds kommen für Ihn höchstens für Webseiten in Frage. John ist Katzenliebhaber, hat aber keine Katze, fährt gerne nach Südfrankreich und hört Tech-House. Mehr über John Lose erfährst Du in seiner Vita.  Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, so kannst Du auch Danke sagen, wenn Du möchtest:  >> Dankeschön <<.