Offener Brief an die @real_de #Markthalle zu Krefeld und @METRO_News Konzern zu Düsseldorf

In der Anlage mein offener Brief an die Real Martkhalle zu Krefeld und Metro Konzern zu Düsseldorf:

real GmbH
Henning Gieseke, Patrick Müller-Sarmiento, Mario Wendt, Dominik Trieba

Metro-Straße 1
40235 Düsseldorf

Krefeld, den 2.8.2018

Vorkommnis in der Real Markthalle zu Krefeld

 

Sehr geehrte Herren,

die Real Markthalle zu Krefeld ist Ihnen gelungen, das muss man schon sagen. Ich kaufe bislang sehr gerne bei ihnen ein. Eine Besonderheit hatte mich zur Schnappatmung veranlasst, über jene ich von Ihnen sehr gerne Aufklärung und möglicherweise auch ein wenig Unterstützung wünsche.

Bei der Bezahlung von zwei Getränkekästen einer bekannten Softdrinkmarke und zwei Dosen eines koffeinhaltigen Getränks aus Österreich habe ich mit meiner Giro-/Maestro-Karte (nicht Mastercard Debit) ELV offline am Terminal bezahlt. Unterschrieben habe ich auf dem Terminal selbst, mein Ausweis wurde nicht überprüft.

Zahlungsvorgänge dieser Art sind mir äußerst unangenehm, da weniger sicher. Meine Verwunderung war der Kassiererin offensichtlich. O-Ton habe ich unaufgefordert folgende Informationen von der Kassiererin bekommen:

„Das ist eine neue EU-Richtlinie. Da müssen Sie sich bei Frau Merkel und Herrn Macron beschweren! Ob das so sicherer ist, weiß ich auch nicht.“
Ich entgegnete ihrer Mitarbeiterin daraufhin äußerst bestimmt:
„Ich glaube, dass das mit Sicherheit so nicht ist!“

Hinter mir war die Schlange immer noch so lang, wie sie vor mir war, als ich den Kassenbereich betreten hatte. Ich habe deshalb darauf verzichtet, die Dame über das deutlich günstigere Offline-Transaktionsverfahren (ELV) gegenüber dem Online-ELV bei Ihrem Dienstleister Ingenico e-Commerce Solutions GmbH aufzuklären.

((Da ich mir ziemlich sicher bin, dass weder Frau Merkel noch Herr Macron eine*r der 26 EU-Kommissare*innen sind, da sie mit anderen Aufgaben der europäischen Republiken Frankreichs und Deutschlands betraut sind, mit Sicherheit auch keinen Vorschlag für die Richtlinie „PSD-II“ gemacht haben (es liegt nahe, dass die Dame jene meint), stellte sich mir die Frage, ob die Dame über das Richtlinienverfahren (nicht Verordnungen) der EU im Bilde ist. (Ich möchte anmerken, dass mir durchaus bekannt ist, dass der Präsident der Kommission ein enges, fast schon freundschaftliches Verhältnis zu Macron und Merkel pflegt.) Ebenso sind die beiden Politiker keine europäischen Parlamentsmitglieder, sind so mit Sicherheit auch nicht direkt für einen Disskusion der Richtlinie im europäischen Parlament verantwortlich. Indirekt könnten sie jedoch (rein fiktiv) verantwortlich sein, indem sie z.B. Einfluss auf die Fraktionen genommen haben. Ebenso sind sie nicht Teil des Europäischen Rats, wohl aber könnten entsendete Minister auf eine Entscheidung zur PSD-II Richtlinie (welche dass bei Ihnen genutzte Offline-Transaktionsverfahren im übrigen nicht verändert, wohl aber standarisiert und noch einmal günstiger macht), Einfluss genommen haben.))

Weiterhin müssen Richtlinien in nationales Gesetz umgesetzt werden, die Zielmarke zur Umsetzung war der 13. Janvier diesen Jahres – Informationen zur PSD-II/Richtlinie EU 2015/2366 finden Sie hier: (Link)

Da ich Europäer bin, möchte ich gerne von Ihnen wissen, wie es zur der Einschätzung Ihrer Angestellten kam. Allgemein ist es der Subtext in dem einen Satz, der mir sehr bitter aufstößt:

– Es entsteht zum einen der Eindruck, dass die Dame Frau Angela Dorothea Merkel und Herrn Emmanuel Jean-Michel Frédéric Macron für eine Sache verantwortlich machen möchte, jene sie nicht zu verantworten haben. Besonders Macron haben wir es zu verdanken, dass wir Europa heute noch haben und sich Europa positiv verändert. Hätte Le Pen den Wahlkampf für sich entschieden, wäre Europa – und alle Vorteile, die sich für Ihre Mitarbeiterin, Ihr Unternehmen, meine Freunde, meine Familie und mich ergeben, in Schutt und Asche.

– Ebenso entsteht andererseits der Eindruck, dass die Dame keinen Gefallen an Europa findet. Ähnliche Wortmeldungen haben wir bereits in England gesehen, das Resultat ist bis heute nicht abschätzbar. Entwicklungen der Europäischen Bevölkerungen, die einer gefährlichen, populistischen Scharfmachung folgen, sehen wir auch in anderen Ländern, zuletzt Italien. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Dame einer solchen Denkweise folgt.

Sicherlich sind durch Bankinstitute kritikwürdige Lobbyarbeiten in Brüssel durchgeführt worden, jene zur Neudefinition der PSD-2 Richtlinie führten. Dennoch – Macron und Merkel, ebenso die Europäische Union, haben – mit Sicherheit – nichts damit zu tun, besonders wie und in welcher Form Sie – als Unternehmen im Metro-Konzern – sich für eine Transaktionsform, einen Zahlungsdienstleister und ein Terminal entscheiden. Die Verfahrensstandards Maestro, VPay und Electron wurden ebenfalls nicht von der europäischen Union entwickelt, noch habe ich ein Sperrkennzeichen für Offline-ELV auf der Maestro-Karte meines Bankinstituts setzen lassen.

Ich verurteile die Dame nicht. Vielmehr tut es mir im Herzen weh, dass es bei ihr zu diesem Eindruck kommt. Sehr gerne möchte ich wissen, wie dieser Eindruck entstanden und wer oder was dafür verantwortlich ist. Dafür gibt es sicherlich viele mögliche Ursachen, z.B. Online Medien, Vorgesetzte, andere Kollegen, ein schwieriges, ökonomisches oder soziales Umfeld und noch vieles mehr.

Ich möchte sehr gerne wissen, ob Sie als Unternehmen hier besonders entgegen solche gefährlichen Entwicklungen in der Meinungsbildung Ihrer Mitarbeiter einwirken können. Wenn ja, so lautet meine Frage: Wie werden Sie das umsetzen? Ebenso bin ich nach Terminabstimmung gerne bereit, Ihrer Mitarbeiterin vor Ort, in einem persönlichen Gespräch, die vielen Vorzüge der Europäischen Union zu erläutern.

Datum und Uhrzeit des Einkaufs, sowie Mitarbeiterin nenne ich ihnen erst, wenn mir schriftlich versichert wird, dass Ihrer Mitarbeiterin daraus keine negativen Konsequenzen entstehen.

Vielen Dank im Voraus für Ihre Rückmeldung zur Korrespondenz unter einer der nachfolgenden Adressen: https://www.johnlose.de/kontakt/

Ich danken Ihnen für Ihre Kooperation und verbleibe

mit freundlichem Gruß
John Lose