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Analyse 2016-10-17T16:03:18+00:00
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Welche Situation findest Du vor, wenn Du einen neuen Kunden zu einem Analysegespräch triffst?

Das ist jedes Mal eine neue Situation, ein Sprung in’s kalte Wasser. Sicher bist Du vorbereitet und hast Dich über den Kunden informiert. Dennoch weißt Du nicht, was Dich erwartet oder welche Vorstellungen der Kunde hat. In jedem Projekt ist die Ausgangslage unterschiedlich. In den Gesprächen ist es wichtig, alle in’s Boot zu holen. Das ist meist interessanter als eine Sendung bei Maischberger. Da sitzen dann Geschäftsführer neben Prokuristen, Bereichsleitern, Key-Usern und der IT-Abteilung. Du merkst, wie schnell Du in die Rolle des Moderators wächst und wie toll es ist, den leisen Tönen auch mal Gehör zu verschaffen. Hierbei ist es insbesondere wichtig, mit den beteiligten Mitarbeitern und Geschäftsführern sensibel umzugehen. In einigen Fällen kommt es sogar vor, dass ich nach Sicherheitsvorfällen gerufen werde und Forensik betreiben soll. Hier musst Du mit noch mehr Feingefühl an die Sache herangehen.

Was sind für Dich typische Infrastrukturprojekte?

Es gibt nie „ein“ typisches Infrastrukturprojekt. Jede Branche, jeder Kunde, selbst jede Niederlassung hat unterschiedliche Anforderungen an die Infrastruktur. Wurde dokumentiert? Will er modernisieren? Hat er Schwachstellen entdeckt? Gab es einen Sicherheitsvorfall? Gibt es Aufgaben in den Bereichen ITIL oder will der Kunde Budgets optimieren? Gibt es eine vernachlässigte Infrastruktur? Ich kann nie im Voraus sagen, was da kommt. Da ist alles dabei: Firewalls, MPLS, VOIP, Serverlandschaften und -konsolidierungen, Virtualisierung, Storage, Active Directory, Migrationen, Trainings und Schulungen. Irgendwie alles und ab und zu alles zusammen.

Du sprichst also mit den Menschen, und was passiert dann?

Ich gehe in mich und sortiere die Aussagen des Kunden. Die Ergebnisse der technischen Begutachtung werden fixiert. Anschließend stelle ich die gemeinsamen Nenner heraus und versuche, einen Leitfaden für den Bedarf auszuarbeiten. Dieser wird anschließend präsentiert. Je nach Ausgangssituation entwickelt sich daraus eine Präsentation des Ist-Zustands mit mehr oder weniger Optimierungsbedarf. Manchmal ergibt sich daraus sogar eine neue Infrastruktur. Du musst dabei auf vieles achten, rechtliches, den Betriebsrat und die Wünsche der IT, welche ab und zu mit den Wünschen der Geschäftsführung kollidieren – und -natürlich achtest Du auf die Wünsche der Mitarbeiter, deswegen bist Du ja da. Je nach Ergebnis ist die anschließende Präsentation vor der Geschäftsführung oder der IT mehr oder weniger schonungslos. Sie erfüllt dann aber ihren Zweck: Die Kollegen wachen auf und beginnen wieder, miteinander zu sprechen. Das freut mich dabei ganz besonders.