Warum ich USB hasse: Von billiger, teils gefährlicher Plaste aus China, Energieverschwendung und Inkompatibilitäten

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Warum ich USB hasse: Von billiger, teils gefährlicher Plaste aus China, Energieverschwendung und Inkompatibilitäten

Bekannt ist, dass man Amazon-Bewertungen nicht mehr vertrauen darf. Als ich Müll gekauft hatte, war mir das noch nicht so richtig bewusst. Zudem bin ich wählerisch. Ich muss wissen, was mit einem Mac funktioniert und was nicht. Vielleicht mit einer meiner Gründe, warum ich USB überhaupt nicht mag und immer gerne auf Firewire oder Thunderbolt ausweiche.

Das Problem: Ich weiß nicht, was ich kaufe. Ich habe absolut keine Ahnung.

Offenbar scheinen Windows-Nutzer mit dieser furchtbaren Plaste aus Fernost weniger Probleme zu haben, oder Windows stört sich einfach nicht an USB. Bei mir ist das anders. Insbesondere Zeugs, was den Mac aufweckt, kann ich überhaupt nicht ausstehen. Er soll im Energiesparmodus bleiben, wenn ihm niemand gesagt hat, dass er etwas anderes tun soll. Je nach Schrottigkeit der Plaste aus Fernost gibt’s dann im Event aus heiteren Gründen folgendes Theater:

DAS NERVT!

Ich habe trotzdem noch eine wenig USB-Geraffel, was ich gerne verwende:

Bildschirmfoto 2016-06-23 um 11.08.17

Darunter verschiedene Wibu-Boxen, eine für meine Musiksoftware, eine für ScanFile, usw. Selbst ein Blick auf diese Auflistung macht mich schon skeptisch, ich habe mit Sicherheit keinen USB-Hub hinter einem weiteren USB-Hub angeschlossen. Bislang hatten USB-Hubs immer 1-2 Jahre gehalten. Auf Bus-Powered Geräte konnte man sich sowieso nicht verlassen, also immer Geräte mit Netzteil. Die Dinger verbrauchen dann zwischen 2.5 und 4 Ampere an 5 Volt. Offensichtlich ist wohl auch, dass ich eine USV verwende. Die kann Netzteile nicht kaputt machen. Zudem steht vorne hübsch präsent der aktuelle Stromverbrauch drauf. Deswegen überlege ich auch mindestens 10x, ob ich Windows tatsächlich zum daddeln starten möchte oder besser nicht. Die Energieverschwendung von 3 Watt im Standby meines Macs gehen zu 80% an die USB-Hubs, weil sie den Mac aufwecken, wenn sie ihren Strom nicht mehr haben. Ärgert mich auch gewaltig.

Es dauert immer, bis ich etwas gefunden habe, was funktioniert. Man kann da mal rumfragen, ob was mit dem Mac funktionieren würde, doch die Antwort ist meist für’n Allerwertesten. Dieser hier, ein D-Link DUB-H7 zum Beispiel:

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wurde mir zum Beispiel als absolut kompatibel im Mediamarkt empfohlen. Der sei super. Ein USB-Hub, wie er sein solle. Zudem könne ich da auch noch meine iPhones und iPads dran laden. Nun ja – er hat gehalten. Wenigstens zwei Monate. Jetzt kann ich mich, sofern ich Geräte wie eine G710 daran angeschlossen habe, nicht mehr an OSX anmelden. Er verstand einzelne Tasten nicht mehr. Auch mein Musicsoftwaredongle verschwand. Sehr blöd, wenn Du mit Traktor’s Maschine gerade was richtig cooles gebaut hast – Ich hab‘ den Beat immer noch im Ohr, doch bekomme ich ihn so nicht mehr hin. Außerdem ruckelt die Maus unter Windows. Zocken ist also nicht.

Ziemlich schwierig gestaltete sich auch hier die Fehlersuche. Ein direktes Anschließen der Geräte an den Computer brachte nämlich keine Abhilfe, so dass ich schon an OSX zweifelte. Erst ein Abstöpseln des Hubs vom Computer selbst ließ mich wieder an OSX anmelden, die direkt am Rechner angeschlossene Tastatur wollte nämlich erst dann wieder. Was für eine absolut beschissene Plaste!

Und nein, an meinen Eingabegeräten wird nicht gezweifelt! Sie sind von Logitech und das hat eben Gründe. Ich habe lange nach ihnen gesucht. 

Ein anderer, netzteilgespiesener USB-Hub hatte die Tage ebenfalls „versagt“, und zwar richtig. Ein namhafter Hersteller, der ebenfalls eine Menge Plaste auf Amazon vertreibt, bringt jenen auf den Markt. Er erfreut sich in diesem Onlineshop erstaunlicher Beliebtheit. Es sind nicht viele Bewertungen, aber doch einige. Verkäufer in einem Mediamarkt sind da genauso schlau wie eine Amazon Produktbewertung, denn näher hingesehen: Die Bewertungen lesen sich alle als big fat Fake.

Es fiepste, doch woher das Geräusch kam, konnte ich nicht lokalisieren. Irgendwann gab meine Tastatur wieder den Geist auf. Dann meine Maus. Dann mein USB-Dongle. Dann mein Brother Labelmaker. Abstöpseln und Anstöpseln half bisweilen. Also habe ich ihn mir mal angesehen. Warum rasselt der denn so? Ich entschied‘ mich, den Hub aufzubrechen und hineinzusehen:
elkosterben

Und siehe da, das große Elko-Sterben par Excellence. Sieht echt gräuslich aus. Zum Kotzen! Gottseidank haben meine Geräte keinen Schaden genommen – zumindest bislang funktionieren sie noch. Ich schau‘ kurz unten rechts auf die Platine und mir dämmert was. Auch wenn’s ein deutsches Label auf der Plastikverkleidung ist, es kommt trotzdem aus Fernost. Nur hat mein Mac nicht mehr so viele USB Anschlüsse… Und auch der D-Link Hub ist kein anderer:
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Made in Tralafiti. Das einzige USB-Verteilerdingensbummens, was bei mir durchgehend läuft, ist ein USB-Hub, den ich von einem sehr lieben Freund (@matuu) geschenkt bekommen habe. Er hält bereits 7 Monate. Wahnsinn!  Er ist von Anker und trägt die Bezeichnung „68UNHUB-B7UEU“ (Kein Affiliate Link) und verbraucht wirklich eine Menge Strom. Das Netzteil ist rieeeeesig! Und doch funktioniert er immer noch. Ich bin wahrlich dankbar für diesen Plastik-Kracher:

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und habe ihn gleich mal an meinen Schreibtisch geklebt.

Nun, möglichst latenzfreies Gezuppel kann man eh nicht mit USB betreiben. Dazu gehören auch AD-Wandler oder „Soundkarten“, wie Ihr die so nennt. Grund ist, dass die Daten bei USB generell immer über die CPU wandern müssen und niemals direkten Speicherzugriff haben. Deswegen hasse ich USB-Platten auch wie die Pest. Dem Mac Pro ist CPU zwar egal, es ärgert mich aber trotzdem. Ich nehme Firewire oder – sofern ich es mir mal leisten kann – Thunderbolt. Alles andere ist für Latenz die absolute Pest. Und vor allem instabil. Ich käme im Traum nicht mehr auf die Idee, mir irgendeine USB Mische an den Rechner anzuschließen. Auf Geknackse habe ich keine Lust. Wenn Thunderbolt nur nicht so teuer wäre…

Naja. Doof. Jetzt sind mal wieder einige USB-Hubs durch. Auch wenn ich USB hasse, komme ich ja nicht drumrum. Ja und jetzt? Was soll ich kaufen? Habt Ihr n‘ Tipp? Was funktioniert denn „dauerhaft“, weckt den Mac nicht aus dem Standby aus und ist stabil? Habt Ihr eine Ahnung? Bin für Eure Tipps wirklich dankbar.

By | 2016-06-23T12:22:49+00:00 23.06.2016|Meinung|Kommentare deaktiviert für Warum ich USB hasse: Von billiger, teils gefährlicher Plaste aus China, Energieverschwendung und Inkompatibilitäten

About the Author:

John Lose

John Lose ist Informationstechnologe und Datenreisender. Manche mögen ihn als „Aluhut-Träger“ bezeichnen, denn er mag nur kleine Rechenzentren, die er selbst kennt. Public Clouds kommen für Ihn höchstens für Webseiten in Frage. John ist Katzenliebhaber, hat aber keine Katze, fährt gerne nach Südfrankreich und hört Tech-House. Mehr über John Lose erfährst Du in seiner Vita.  Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, so kannst Du auch Danke sagen, wenn Du möchtest:  >> Dankeschön <<.