In der letzten Zeit habe ich für die unterschiedlichsten Projekte Screencasts gemacht. Einige Screencasts dürften insbesondere meinen Fachhändlern oder Kunden bekannt sein. Nicht immer habe ich dabei auf „perfekte“ Hardware zurückgreifen dürfen, doch auch bei Verwendung dieser passiert einem ab und an das ein oder andere Mißgeschick.Insbesondere das vorletzte Ergebnis für EAGLE hat mich dabei besonders geärgert, da ich einfach „vergessen“ habe den Audiostream zu monitoren und aus zwei aufgenommenen Kanälen gezwungen wurde, den eindeutig deutlich schlechteren auszuwählen. Abgesehen davon ist mein Aufnahmezimmer überhaupt nicht für Audioaufnahmen gerüstet, in diesem konnte ich bis jetzt nur mittelmäßig produzieren:

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Dabei ist völlig egal, zwischen welchen Großmembranmikrofonen ich wähle: dem AKG oder dem Rode. Wer o.g. Foto betrachtet, dem wird schnell klar, warum das so ist. Ein MAC noch mit eingebauter Tellermine produziert eben störende Nebengeräusche, das lässt sich nicht von der Hand weisen. Die verbaute 2TB Seagate bricht auch noch so eklatant penetrant in den Bereich, indem die menschliche Stimme am meisten wirkt: 120Hz. Dieses Dilemma konnte ich nur beheben, indem ich eine SSD verbaute, das habe ich also vom Tisch. Doch – genauer hingesehen – bemerkt man in diesem Foto weder Vorhänge (inzwischen auch vorhanden), noch wenigstens am Mikrofon einen Micscreen, doch damit ist der Rechner in einem Screencast überhaupt nicht mehr zu bedienen. Der Schall prallt von meinem wunderschönen 27″ einfach so mal zurück, dazu noch von den Wänden und fertig ist das Dilemma. Das raumeigene Echo ist in Summe der Umstände also eine Katastrophe. Da kann die verwendete Audiohardware noch so gut sein,

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Du bist trotzdem in mitten von Filtern verschwunden. Je besser die Hardware ist, desto mehr Arbeit hatte ich damit sogar, bin ich fast der Meinung. Du hörst einfach jeden Sch***. Und ein Cast mit mehreren Personen ist noch deutlich schwieriger, da ich – je nach Person – sogar pro Audiospur mehr oder weniger Kompression verwenden muss. Die Nacharbeit – alleine im Bereich Kompression – artete in der Vergangenheit  bei einem Interview von nur 10-20 Minuten teilweise bis in die späten Nachtstunden aus. Insbesondere bei meinem lieben Kollegen, dem ich immer wieder mitteilen muss, wie zum Teufel noch mal ein Mikrofon zu verwenden ist. Er kommt halt nicht aus dem Audiobereich und kann sich nicht im geringsten vorstellen, wie viel Arbeit die Postproduktion macht, verständlich. Je mehr ich geschlampt hatte,, desto mehr Arbeit war’s halt, gemessen an der Aufnahmezeit. Irgendwann dann hatte ich ein so akzeptables Ergebnis, dass ich „damit leben“ konnte, und die Audiospur in FinalCut verarbeiten konnte.

Irgendwas läuft da schief. Habe ich mir zumindest gedacht. Bei gepflegter Prokrastination habe ich in der Vergangenheit häufiger Podcasts aus dem Hause metaebene.me zu mir genommen. Um’s kurz zu sagen: Ich liebe diese Podcasts. Es gibt keine besseren. Verglichen mit der Masse an Podcasts, die bei metaebene rausplumpsen müsste er entweder keinen Schlaf benötigen oder zumindest ein Zaubermittel haben. Doch Hexerei ist das wohl doch nicht – und er geht offen damit um :P. Tim Pritlove’s Penetranz, auf auphonic zu verweisen, musste doch irgendeinen Hintergrund haben. Also habe ich mich der Sache auch einmal angenommen:

Oh Wunder, oh Wunder, ich kann sogar wieder GarageBand für die Tonaufnahmen verwenden, das sogar ohne Filter:

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Und auch bei mir plumpst wieder ein akzeptables Ergebnis raus, dass sich auch bei meiner schlechten Stimme hören lassen kann. Der letzte Screencast wurde ohne Filter, ohne irgendwelche Verschlimmbesserungen meinerseits, direkt vom Rode – in Garageband – aufgezeichnet, zu auphonic.com hochgeladen, von auphonic verwurstelt, anschließend als Audiospur in meinem FinalCut Projekt stressfrei verwendet. Ich musste mich lediglich darum kümmern, eine halbwegs akzeptable Lautstärke auf der Eingangsseite zu konfigurieren – mehr nicht!

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Anschließend habe ich das Ergebnis zu Auphonic hochgeladen. Die Schritte waren relativ einfach. Auch wenn Auphonic sich eigentlich an Podcast Producer richtet, ist es damit auch möglich, lediglich einzelne Dateien hochzuladen und sie anschließend wieder in eigenen Projekten zu verwenden:

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Und? Ein Traum, sag‘ ich Euch! Vom zuvor absolut penetranten und leider nicht vermeidbaren Raumecho selbst ist kaum noch etwas zu hören, nur die Tastatur selbst ist ab und an noch hörbar. Ich habe keine Anpassungen der Lautstärken vornehmen müssen, keinerlei Filter, kein Cut unter 60 Hz, kein Noisegate Filter, keine Kompression, nichts, nichts, nichts, einfach nichts. Nur quatschen, Datei hochladen und anschließend in FinalCut einbauen. Das war’s. Anbei mal ein paar Schnitte aus meinem letzten halbstündigen Cast, den ich mit Audiophonic gebaut habe:

Was soll ich sagen? Ich bin einfach nur glücklich. Klar bietet Auphonic eine Reihe von Funktionen, die sich rein an Podcaster wenden, insbesondere hat auch Tim einen entscheidenden Einfluss auf das Projekt gehabt. Was bleibt ist also Entspannung nach der Arbeit und keine anstrengenden Nacharbeiten am Ton mehr. Es ist einfach nur geil. Ich habe nur die Sorge, dass es auphonic.com irgendwann mal nicht mehr als „Freemium“ gibt. Jetzt verstehe ich sogar die Aussage einiger Podcaster: „Ohne Auphonic läuft nichts mehr“.

Danke @auphonic, dass es Euch gibt.