Warum ein gutes Headset so unglaublich wichtig ist:

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Warum ein gutes Headset so unglaublich wichtig ist:

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Das Savi W740

savi_w740Produktfoto von Plantronics, so wie es im Katalog steht

Wer mit mir mal in Remotesitzungen, gemeinsam gearbeitet hat, stellte ab und zu verwundert fest:

a) Kriegst Du nicht irgendwann Nackenstarre? Also ich kann gleich nicht mehr…
b) Warum ermüdest Du nicht?
c) Die Sprachqualität ist mit Dir immer besser, als mit anderen – Woran liegt das?

Und ja, ich habe immer wieder mal versprochen, etwas darüber zu schreiben, es aber nicht geschafft. Und ich mache selten Reviews – und nur dann, wenn ich finde, dass es wirklich bemerkenswert ist. Nun gut, ein Nerd schaut sich ja auch lange um, bevor er etwas einkauft. Ein Fehlschlag wird dann auch von mir im Netz gut dokumentiert. Also, hier kommt erstmal die Antwort auf „Wie ist die Arbeitssituation bei John im Homeoffice?“: Ich sitze entspannt auf IKEA Markus an einem 27″ iMac mit relativ hoher Auflösung, so dass ich mit RoyalTSX bequem mehrere Remotesitzungen parallel fahren kann. In die wichtigsten Netze habe ich einen VPN Tunnel by Lancom. Doch das erklärt noch lange nicht das entspannte Telefonieren.

Wir nutzen als Telefonanlage eine Starface in der Firma. Nachdem ich mehrere „Starfaces“ im Kundenauftrag schon gebaut habe, habe ich mir die light-Variante zuhause auch hingestellt und einfach einen Anlagenverbund über VPN hergestellt. Das ging super einfach und funktioniert prima. Das kann schonmal die gute Gesprächsqualität erklären. Innerhalb des Anlagenverbunds selbst telefoniere ich übrigens noch einmal mit deutlich höherer Sprachqualität, als über die ISDN Leitungen unserer Firma mit externen Partnern. Wenn Ihr erst einmal eine Starface habt, werdet Ihr auch verstehen ;-) Und Ihr wollt keine andere Telefonanlage mehr. Der Vorteil des Anlagenverbunds ist auch, dass ich im Homeoffice sehen kann, wenn meine Kollegen sprechen oder die eben sehen, wenn ich spreche.

Zu Starface selbst passt am allerbesten ein SNOM-Telefon, auch wenn die Vertriebsleute bei Starface gerne mal ihre Kompatibilität und Provisioningfähigkeiten anderer Geräte in den Vordergrund heben. SNOM ist ein wenig teurer, hat aber erstens ebenfalls die beste Sprachqualität und zweitens ein deutlich verständlicheres Menü als z.B. diese fürchterlichen Openstage Telefone. Ich nutze das „Untenrechtsmodell“, ein  SNOM870. Das kann auch die gute Sprachqualität erklären.

Ich glaube auch, dass Körperhaltung, genügend Schlaf und entspanntes Arbeiten ein deutlich besseres Telefongespräch ermöglicht. Der Gesprächspartner merkt ein Lächeln, das überträgt sich bestimmt. Und so stört es mich ganz besonders, wenn ich den Hörer am Kopf einklemmen muss. Das geht nicht, ganz besonders nicht bei langen Remotesitzungen und einem Partner am anderen Ende, der Hilfe von mir benötigt.

Das ermüdungsfreie und entspannte Arbeiten mit guter Gesprächsqualität wird also wie folgt ermöglicht: Ein wirklich gutes Headset!

Anbietervielfalt und Vorgänger
Und da gibt es viele Anbieter. Die drei wichtigsten sind: Sennheiser, Jabra/GN Netcom und Plantronics. Dank meines liebenswerten Chefs in Berlin, der feststellte, dass ich zu 99,99% im Homeoffice tatsächlich arbeite, den das Geknarze meines unter den Kopf geklemmten Telefonhörers offenbar störte,  hatte ich für 6 Monate ein Plantronics CS60 als Leihstellung. Das war schon wirklich sehr gut. Allerdings immer noch verbesserungswürdig – Wie alles im Leben. Einige schwören ja schon auf das CS60, als da wären meine lieben Freunde Marco oder Dieter. Das CS60 konnte allerdings noch nicht den vollen Tonumfang von HD-Telefonie vermitteln, ebenso war die Reichweite auf einen Radius von 25 Metern (Dicke Altbauwände) begrenzt. Zum anderen hatte das CS60 – wie alle Headsets vor 2-3 Jahren – noch kein ausgereiftes Noise-Cancelling. Das bedeutet, bei extremer Lautstärke wurde die Lautstärke nicht sofort abgesenkt, um das Ohr nicht zu schädigen. So passierte es, dass ich den Gesprächspartner, sofern er denn den Hörer hat fallenlassen, oder bei Freisprech einen Gegenstand auf den Tisch hat fallen lassen, schmerzerfüllt anbrüllte mit dem Hinweis, dass ich doch ein Headset tragen würde. Es pfiff dann schon gerne mal auf dem rechten Ohr.

Reichweite & Bluetooth:
Zum Thema Reichweite kann ich Euch übrigens folgendes sagen: Bluetooth Headsets sollten niemals stationär verwendet werden. Zum einen haben diese eine sehr beschränkte Reichweite, zum anderen sind die Hands-Free Systeme für Festgeräte in ihrer Sprachqualität so schlecht, dass man lieber schnell zum Hörer greift – und so soll es ja nicht sein. Wirklich funktionieren tut nur ein gutes DECT-Headset. Diese lassen sich übrigens meist auch in GAP-Multizellensysteme einbuchen und sind wesentlich angenehmer durch geringeren SAR-Wert. Das ist übrigens spürbar, die Ohren erwärmen nicht so schnell. Die Reichweite ist technisch bedingt identisch zu normalen DECT-Mobilteilen, die Akkulebensdauer schafft locker 2 Arbeitstage, davon 50% Dauergespräch, was ich von den meisten Bluetooth Headsets nicht behaupten kann.

Gewicht:
Das Gewicht ist ein entscheidender Faktor, den man schnell übersieht. Man sollte das Headset immer auch mal in der Tragevariante ausprobieren, die einem am meisten zusagt. Schnell ist das Headset zu schwer und man legt es ab. Bei eingehenden Gesprächen muss man dann entweder wieder zur Basis oder bereits im Gespräch wird das Headset zu schwer. Man sollte ein Headset haben, was einen vielleicht sogar einen ganzen Arbeitstag nicht stört. Und damit fallen sofort alle Stereo-Headsets raus, denn unterdrückte Raumgeräusche oder Nebengeräusche wie das Türklingeln oder Kollegen sollten vermutlich auch noch gehört werden können.

Warum ich mich vom Plantronics CS60 getrennt habe:
Ich wollte noch ein klein wenig bessere Sprachqualität und vor allem gutes Noise Cancelling. Einer der Hauptgründe war jedoch, dass das Headset nicht mir gehörte und ich zu Dingen, die mir nicht gehören immer einen anderen Bezug habe. Da ich in der Vergangenheit häufiger SKYPE benutzt habe, und auch immer mal wieder das Mobiltelefon störenderweise an’s Ohr halten musste, suchte ich nach einem Headset, welches zusätzlich Bluetooth und USB-Audio hat und (wenn technisch möglich) sogar noch eine Konferenz aus mehreren Kanälen herstellen konnte. So könnte dann das iPhone in der Ladeschale verweilen und ich könnte im Nebenzimmer auch noch per Funk Skypen, wenn ich den Rechner gerade nicht in Sichtweite benötige. So habe ich mir das vorgestellt.
Suche:
Ich begab mich auf die Suche. Ich wollte ein Überkopfbügelsystem und definitiv kein In-Ear, Neckband oder Klemmheadset, da ich die Varianten entweder ekelig (In-Ear) oder zu störend empfinde. Das muss jedoch jeder für sich ausmachen, es gibt jedes Headset inzwischen fast für jede Ohrgröße und Trageart. Der Hygiene wegen muss man aber schon sagen, dass ein Headset schon ein persönliches Gerät ist und nicht rumgereicht wird. Außerdem sollte man es einfach reinigen und pflegen können. Sprich: Ich werde also niemanden mein Headset ausprobieren lassen.

EHS-Adapter:
Ihr müsst in aller Regel einen für Euer Telefon passenden Adapter kaufen. Die sind manchmal schon recht teuer. EHS bedeutet „Electronic Hook Switch“ oder so. Der Adapter ist also nur dafür da, dass Ihr die Rufe am Headset annehmen könnt, für mehr nicht. Doch dieses Feature ist so wichtig, dass Ihr nicht umhin kommt. Das Headset und der Adapter sollten also passen. Jeder Hersteller hat dazu mehrere Tabellen, die Ihr durchkämpfen müsst, bis Ihr den passenden gefunden habt. Ich nutze den SNOM EHS Advanced, den für die neueren Tischapparate. Bei SNOM ist offenbar nicht so viel Auswahl notwendig, es ist einfacher als bei anderen Herstellern, wie z.B. Cisco oder Siemens.

 

IMG_0043Kabelgewirr hinter’m Telefon: Der SNOM „EHS“

Alternativen in der Business-Klasse:

Sennheiser DW700 Serie (Straßenpreis ca. EUR 200,-) – Link
Bietet eine äußerst gute Sprachqualität. Es hat zwar USB Audio, leider jedoch kein Bluetooth. Auch wenn das Ohrpolster sehr angenehm ist: Im Fachgeschäft war es mir deutlich zu schwer und ich hatte Sorge, dass es mir während der Gespräche zu anstrengend wird und ich die Seiten wechsele. Mangels Features und wegen des Gewichts ist es bei mir rausgefallen. Es macht aber einen sehr hochwertigen Eindruck und wenn Ihr mit dem Gewicht klarkommt, solltet Ihr es Euch einmal ansehen.

Jabra Pro 9470 (Straßenpreis EUR 340,-) – Link
Das Headset, was sich wohl jeder Geek zulegen wird. Warum? Es hat ein kleines Farbdisplay, um verschiedene Einstellungen zu machen, oder um Rufe anzunehmen. Das Headset ist noch leichter als das Sennheiser, der Überkopfbügel baut jedoch leider zu wenig Druck auf und das Headset drohte mir so zu verrutschen. Das Polster ist jedoch sehr angenehm. Es kann tatsächlich alles, aber es ist deutlich zu verspielt. Ich hatte es bei mir bereits auf dem Schreibtisch, stellte jedoch schnell fest, dass die Firmware (es gab im Februar 2013 noch keine neuere) noch überhaupt nicht ausgereift war. Entweder hat mein SNOM aufgelegt oder das Headset, ab und zu hat das Display gehangen oder die Rufe wurden nicht signalisiert. Auch war’s viel zu kompliziert, so dass ich viel mehr mit dem Displayfeatures, als mit dem eigentlichen Telefonat beschäftigt war und so soll’s ja nicht sein. Vielleicht hat sich das ja gebessert, aber das Headset selbst ist damals aufgrund der Firmwarebugs postwendend zurückgegangen.

Hier kommt also mein zweiter Headsetversuch, der Nachfolger des berühmten CS-60

Plantronics Savi W700 Serie (Straßenpreis ca. EUR 220 bis 280,-)

 

IMG_0046Das W740 zwischen einem SNOM und einem iPhone 

 

Preise und Varianten:
Es gibt auch die SAVI-Serie in mehreren Ausführungen. Dazu kommen unterschiedliche Firmwares auch z.B. für Lync. Das W700 ist einmal als Klemm-Headset, in der Stereo-Variante und als Überkopf verfügbar. Ich habe mich für die letzte Variante entschieden, das W740. Die W740-Serie selbst hat auch alles, was ich benötige: Bluetooth, USB-Audio und es passt zu SNOM EHS Advanced. Also her damit. Der Straßenpreis beläuft sich auf ca. EUR 280,- für das W740. Ja, das ist sehr teuer! Doch bedenkt bitte, dass Ihr das Ding jeden Tag benutzt und vermutlich auch deutlich länger, als die empfohlene, tägliche Nutzungsdosis von 8 Stunden. So ist es dann schnell jeden einzelnen Cent wert.

Verpackung und Inhalt:
Naja! Die Verpackung ist wie bei Plantronics üblich, einfache Pappe, die man vermutlich nie wieder so zusammenbekommt, wie sie bei der Erstauslieferung vom Hersteller gestaltet und gefaltet wurde. Ja, es ist definitiv nicht Apple, bei dem man hier eingekauft hat. Dennoch ist es fachgerecht und sorgfältig verpackt, so dass nichts kaputtgehen kann.

Man bekommt einmal das Headset selbst gut verpackt, verschiedenste Trage- und Ohr-Adapter und eben jenen gut gestalteten, einfachen Überkopfbügel mit sehr weichem Ohrpolster. Die CS60-Nutzer wähnen sich bei einem Umstieg bestimmt in einem Federbett ;-). Die Basisstation kommt zweiteilig, mann muss die Ladeschale, welche für jede W700 Generation anders ist, einfach auf die Basis aufstecken. Das Verkabeln ist – wie üblich – ein wenig Frickelei. Es muss einmal der Stromadapter, der USB-Anschluss, das Telefonsignal und die Rufannahmesignalisierung verbunden werden.

IMG_0047Gut gemeint auch gut umgesetzt, nichts für mich: Alternative „Ohr-Adapter“

 

Basis:
Bei Plantronics ist die Klinke-Buchse für das Rufannahmesignal sehr schwer einzuschätzen, so dass ich zunächst erst einmal den wirklich guten Support anrufen musste. „Ja, drücken Sie es einmal fester hinein, mit Gewalt!“ Und dann klappte es tatsächlich sehr gut, auch wenn ich „Gewalt“ bei technischen Geräten ungerne anwende. OK, der Support ist schonmal getestet ;-) Als gut befunden.

Auf der Vorderseite gibt es die Pairingtaste, welche nicht nur das mitgelieferte, sondern auch weitere Headsets, sogar als Gast (z.B. ein älteres Plantronics) mit in die Basis, sogar zu einer Konferenz oder während eines Telefonats einbuchen kann. Das ist sehr praktisch, wenn einen der Kollege gerade mit seinem eigenen Headset auf dem Kopf besucht, während man mit dem Kunden telefoniert.

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Basis, ohne Firlefanz und guter Haptik

Direkt darüber ist die im Foto blau schimmernde Bluetooth-Pairing Taste. Damit kann man auch schnell mal Bluetooth abstellen, wenn man es nicht braucht. Es kann übrigens mehr als ein Gerät eingebucht werden, allerdings geht damit keine Konferenz mit zwei Mobiltelefonen, es kann entweder nur das eine oder das andere angenommen werden. Schön ist’s aber trotzdem, man kann nicht nur das dienstliche, sondern auch das private Mobiltelefon einbuchen.

Oben drauf sind dann die jeweils die Leitungsbuttons für USB-Audio, Bluetooth und normale Telefonie. Hält man einen Button länger gedrückt, ist das die jeweils bevorzugte Leitung. Hält man in einem Gespräch zwei Buttons ein wenig länger, so kann man eine Konferenz aus beiden Leitungen aufbauen und so z.B. einen Skype-Partner in ein Telefongespräch holen. Man kann durch kurzes Drücken die eine Leitung Parken und schnell auf der anderen Leitung ein Gespräch führen. Genau das ist super einfach! So muss es sein und nicht so kompliziert, wie beim Jabra 9740. Drei Knöppe für’s Arbeiten. Mehr nicht!

 

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Kabelwirrwar auch hinter dem Headset: Tesafilm hilft!

Es befindet sich auf der linken Seite noch ein Schiebeschalter für die Leitungskonfiguration für’s normale Telefon, sowie ein Lautstärkeregler. Das war jedoch bei mir schon richtig eingestellt. Und? Ja, beim Annehmen eines normalen Telefonanrufs gibt es auch bei dem W740 immer noch das bekannte, laute Plantronics-„KLACK!“ in der Basisstation. Man fühlt sich direkt wieder wie zuhause…

 

Das Prachtstück: W740 Headset

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Drei Eigenschaften: Leicht, gutes Audio, gute Haptik

Akku:
Der Akku sitzt fest und wackelt nicht, lässt sich jedoch einfach austauschen. Für einen Zweitakku gibt es eine erweiterte Ladeschale, doch selbst nach einem Arbeitstag mit aus der Starface tatsächlich ausgelesenen 7h Telefongesprächsdauer (Ich hatte einen heftigeren Supportfall) hat das Headset nicht schlappgemacht und ich konnte abends damit noch angenehm privat Skype nutzen. Selbst nach zwei Monaten musste ich noch nicht für Ersatz sorgen. Ich habe das Gefühl, das Plantronics das bekannte Akkuproblem der CS-60/65 Serie diesmal im Griff hat und mit der luxuriösen, erweiterten Ladeschale für einen Zweitakku doch etwas Überreagiert hat ;-)

Mikrofon und Arm:
Beim CS60 war der Arm ein sehr fester Plastikbalken. Man hatte das Gefühl, dass dieser niemals kaputt gehen könnte. Der vom Savi W740 ist jedoch nicht so starr und robust ausgelegt, wie der des Vorgängers (Vergleichsfoto weiter unten). Ich habe tatsächlich die Sorge, dass er irgendwann während eines unsanften Manövers kaputt gehen könnte. Wenn ich mir andere Headsets ansehe, sollte ich mit dieser Bauweise jedoch schon zufrieden sein. Es wurde Gewicht gespart. Das Mikrofon selbst ist zweiteilig. Es hat ein Mikrofon für das Gespräch und ein zweites für Nebengeräusche und tatsächlich eine bessere Logik als das CS60, um Nebengeräusche herauszufiltern. So hört mein Gesprächspartner immer nur mich, nicht jedoch die Nebengeräusche im Raum. Der Gesprächspartner an einem Snom der 700er/800er Klasse berichtet, dass die Qualität quasi identisch zum HD-Audio der Snom Serie bei einem Telefonhörergespräch ist. Klar können die Nutzer der 300er Serie nicht davon profitieren.

Bildschirmfoto 2013-10-01 um 18.01.39

Vergleich: Mein Vorgängerheadset, das Plantronics CS60

Ohrteil und Überkopfbügel:
Der Lautsprecher sitzt in einer Art Tubus verdeckt, welcher sich in Rasten ausrichten lässt. So kann das Headset in der Position einfach ausgerichtet werden und wackelt nicht. Das CS60 war hier starr. Ob das jetzt von Vorteil ist, kann ich nicht sagen. Bei mir verweilt das Headset immer in der Mittleren Position seit Auslieferung. Der Lautsprecher selbst holt das raus, was je nach Gespräch drin ist. Klar ist so manches Skype-Gespräch immer besser als ein Telefongespräch mit einem Partner, der z.B. noch einen analogen Anschluss hat. Das ist wahrlich spitze!
Um das Headset mit den verschiedenen Trägersystemen zu verbinden, wird es quasi „reingeschraubt“ und sitzt so bombenfest an meinem Überkopfbügel. Das ist haptisch sehr gut gelöst und man muss auch nicht mehr so ängstlich agieren, um Adapter ggf. nicht zu zerbrechen.

Buttons am Headset:
Der Druckpunkt für die Rufannahmetaste ist gut! Ich habe mich bis jetzt noch nicht vertan. Hierbei bemerke ich auch, wie gut das Headset auf meinem Kopf sitzt. Störend empfinde ich, dass die rückseitig angebrachten Lauter-Leiser Taste auch für die Stumm-Funktionalität benutzt werden. Ich hätte mir hierfür lieber einen zweiten Button gewünscht. Es funktioniert zwar, ist jedoch schwer zu bedienen. Die Lauter-Leiser Funktion wird mit einem Quittungston signalisiert, die Stummfunktion jedoch nicht hörbar gut. So frage ich ab und zu „bist du noch da“ oder ich bin ungewollt hörbar. Das ist dann auch der einzige, richtige Kritikpunkt, den ich habe. Gelöst werden könnte das Hardwareproblem zumindest per Software mit einem besseren, sehr deutlichen, gut zu verstehenden Quittungston.

Headsetkombination W740+Überkopf:
Es ist einfach klasse. Ich kann nicht in Worte fassen, wie angenehm sich das trägt und spricht und hört. Es ist unvergleichlich gut. Ich bin begeistert! Genau so wollte ich das haben.

Betrieb:
Ich befinde mich normalerweise in sitzender Position vor meinem iMac. Durch die Starface Software sehe ich ein Popup mit Anruferidentität und höre es eine Sekunde später signalisiert an meinem Headset durch ein Piepen. Ich muss also den Kopf nicht nach rechts bewegen, um auf dem Telefondisplay den Anrufer mühsam zu identifizieren. So nehme ich die Rufe auch direkt am Headset an, obwohl ich auch den zugehörigen Knopf am Telefon drücken könnte. Das ist sehr angenehm. Das Gespräch kommt unmittelbar danach zustande.

Das Headset hat eine doppelte bis dreifache Reichweite im Vergleich zum Vorgänger CS60. Jedoch erst, nachdem ich es mit der Software konfiguriert hatte, dazu jedoch später mehr. Es kommt auch vor, dass ich das Headset in der Küche während einer Pause oder beim Rauchen trage, so dass ich Ortsunabhängig die Rufe annehmen kann. Das gilt auch für Skype (dazu später mehr) und Mobiltelfon, letzteres muss sich natürlich in der Nähe der Headsetbasis befinden. Dabei sehe ich natürlich nicht den Anrufer, empfinde das jedoch nicht als störend.

Bestellt, geliefert: Alles in allem eine runde Sache, so wie es sein muss. Manchmal vergesse ich auch, dass ich es auf dem Kopf trage und werde so abends noch in meiner Freizeit auf dem Sofa bei einem BVB-Spiel gestört, bin daran jedoch selbst schuld ;-)

Die Gesprächsqualität ist an jedem Ort gleichbleibend gut. Die Wohnung schafft es locker, 4 Etagen nach unten in den Keller jedoch nicht. Draußen, im Radius 40 Meter um unser Haus ist immer noch Empfang. So kann ich mit Headset auf dem Kopf noch Müll rausbringen, oder etwas aus dem Auto holen.

Software/MAC:
Es gibt von Plantronics Spokes in zwei Varianten einmal für Mac und einmal für Windows. Die Mac-Variante ist stark reduziert und sorgt lediglich dafür, dass bei eingehenden Gesprächen und Rufannahme z.B. iTunes pausiert werden kann, oder Rufe aus Skype mit der Headsetbuttontaste ohne Computerinteraktion angenommen werden können. Sie verhindert jedoch nicht, dass der Mac in den Standby geht. So musst Du schon selbst schauen, dass Du die Standbyzeiten richtig konfigurierst. Nach dem Aufwachen jedoch, hast Du das Headset sofort wieder einsatzbereit. Es gibt keine Audioprobleme wegen eines Ruhezustands. Die Software funktioniert und müllt die Konsole nicht mit Fehlermeldungen zu. So muss es mindestens sein, es könnte jedoch besser sein: Die einzige Funktion ist hier der Button „Deinstallieren“, echt toll :-(

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So vergrault man Mac-User: Farbige Statusicons ohne Funktion

 

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Exakt und insgesamt: 1 Button – „Deinstallieren“ – Willste aber nicht.

Software/Windows:
Ist Spokes geöffnet, bietet sich Dir unter Windows nämlich gleich ein riesen Softwarearsenal an Konfigurationsmöglichkeiten inklusive Firmwareupdatetool. Ich bin’s zwar gewohnt, dass Mac gottseidank „zwar unterstützt“ wird, jedoch ist der Unterschied bei Plantronics zwischen vollständig und rudimentär doch äußerst heftig. In Windows kann ich jedes einzelne Detail meines Headsets kontrollieren und konfigurieren. Mit Verlaub: DAS ist cool! Ich selbst habe zwar kein Bedarf, nach erstmaliger Konfiguration das noch einmal zu ändern, jedoch HÄTTE ich es gerne trotzdem in Mac OSX. Nicht nur in Windows. Ich find’s doof, für manche Sachen immer noch eine virtuelle Maschine in der Hinterhand haben zu müssen. Und wenn’s für’n Anfang nur das kleine Batteriesymbol für den Akkuzustand ist, das wäre doch schon eimal ein Anfang.

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Saft ist noch drin: Windows Statusicon

 

 

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Detailverliebt und gute Funktionen: Savi Konfiguration

 

Fazit:
Es ist das mit Abstand zuverlässigste System, was am Markt derzeit zu haben ist. Dieser Eindruck ist mit Sicherheit subjektiv. Doch ich denke, ich kann ihn übertragen, von mir auf andere. Es gibt nur einen richtigen, nervigen Kritikpunkt (Button für Stummsprech wie zuvor erwähnt), sowie einen kleineren wegen der lediglich rudimentäre Unterstützung von OSX, ansonsten glänzt dieses Headset mit seinen Funktionen, seiner Haptik, seiner Reichweite, der bequemen Tragemöglichkeiten, seiner Akkulaufzeit und ganz besonders der Hervorragenden Gesprächsqualität. Es ist (fast) perfekt! Besser ist nicht, zumindest momentan (Stand 09/2013) nicht.

tl;dr: Kaufbefehl!
Infos: Bei Plantronics

Euer John

By | 2013-10-01T18:05:40+00:00 26.09.2013|Allgemein|Kommentare deaktiviert für Warum ein gutes Headset so unglaublich wichtig ist:

About the Author:

John Lose
John Lose ist Informationstechnologe und Datenreisender. Manche mögen ihn als "Aluhut-Träger" bezeichnen, denn er mag nur kleine Rechenzentren, die er selbst kennt. Public Clouds kommen für Ihn höchstens für Webseiten in Frage. John ist Katzenliebhaber, hat aber keine Katze, fährt gerne nach Südfrankreich und hört Tech-House. Mehr über John Lose erfährst Du in seiner Vita.  Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, so kannst Du auch Danke sagen, wenn Du möchtest:  >> Dankeschön <<.