Ich bin in Norwegen, habe mein Notebook auf meinem Schoß und erstmals seit langem Zeit zum Schreiben. Ich bin also endlich dort, wo es an jeder zweiten Milchkanne Ladesäulen gibt. Dort wo ich schon immer hin wollte. Landschaftlich schlägt es viele Orte in den Alpen um Längen. Es ist entspannter, abwechslungsreicher und schöner.
tl;dr: Es folgen persönliche, sehr subjektive Bemerkungen ohne technische Relevanz, also mein geplantes, von dritten sturmreif geschossenes Plädoyer für die Elektromobilität, ein ungewöhnlicher Reisebericht in loser Reihenfolge, sowie Selbstkritik über meinen weitaus weniger nachhaltigen Lebensstil. Ich habe noch keine Ahnung, ob ich mich traue, das hier länger stehen zu lassen.
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Ich schreibe auch, weil ich von recht vielen immer noch hören muss, dass das, was ich gerade gemacht habe, technisch nicht möglich sei. Und vielleicht auch, weil ich das Erlebte verarbeiten will. Bei den E-Fahrern ist es ja im Grunde genommen so: Woran erkennt man einen? Er wird’s Dir erzählen.
Gerade noch hatte ich Wälder in der Vulkaneifel auf meiner Rückreise aus Trier brennen gesehen, THW-Löschzüge, gelbbraune, verdorrte Wiesen, quasi apokalyptische Szenen, direkt vor meinem Auge. Ich bin da mitten durch, weil mein vermeintlich unfehlbares Auto der Meinung war, das wäre die beste Option.
Ich bekomme bei der Unterhaltung mit einem Zugführer des THW bei einer Straßensperrung kaum Luft, so heiß ist das. Und Panik gratis dazu. Ich wollte weg. Das „Octovalve“ meines Elektro-Boliden hatte an diesem Tag – bei 44 Grad – nach einem Schnellladevorgang bei Tempo weit jenseits der 200 auf der A1 erstmals versagt. Ganz so, wie früher, als der Kühler auf der Bergstrecke nicht mehr wollte. Mir steht das Wasser in den Schuhen. Nicht nur bin ich selbst körperlich abhängig von der Wärmepumpe des Fahrzeugs, auch das Kühlsystem der Batterie selbst. Bei solchen Fehlermeldungen werden E-Fahrer recht schnell recht kleinlaut.
Meine Klimaanlage zuhause, eine alte Argo Ulisse, musste ebenfalls kämpfen. Die lief in diesem Jahr über 60 Tage nonstop, um die Dachgeschosswohnung, in der ich „hause“, wenigstens teilweise erträglich zu halten. Das sind 1,25 kWh * 24 * 60 = rd. 1800 kWh zusätzlich auf der Stromrechnung für dieses Jahr, laut Home Assistant. EUR 540 kostet mich das jetzt. Mancher Haushalt hat das auf der Gesamtrechnung. Immerhin habe ich Ökostrom genutzt.
Ich überlege, wie das früher war. Hatte ich jemals einen derartigen Sommer in Krefeld erlebt? Was machen die Menschen, die keine Klimaanlage haben und/oder sich den Unterhalt derer nicht leisten können? Was macht jemand, der nicht in diesem Land auf den Planeten geplumpst ist, sondern in Bangladesch? Dort, wo ein Taupunkt bei 22 Grad die Regel ist? Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ich extremes Glück habe, jetzt und hier leben zu dürfen.
Mittelfristig Erlebtes und so
Ich erinnere mich noch, als mir vor nicht ganz 3 Jahren der Sanitärinstallateur paternal und feixend erklären wollte, wie unsinnig die Anschaffung eines Elektroautos sei (O-Ton: „finanzieller Selbstmord“), und er alles dafür tun würde, dass mein Vermieter niemals eine Wärmepumpe einbauen würde. Das Ding käme doch keine 100 Kilometer, bevor der Akku brenne. Das ist einer dieser Menschen, die meinen, „hocheffiziente Verbrenner“, Diesel oder Wasserstoff seien das Maß aller Dinge, niemand könne den Deutschen hinsichtlich Entwicklung und Erfindergeist das Wasser reichen.
Anmerkung: Wirklich ganz, ganz schlecht gealtert. Der Herr hat seine Rechnung ohne Tesla und die Chinesen gemacht. Der Antrieb ist schon längst nicht mehr der Kern der Zukunftsdebatte, denn Central Core Computing, Zonale Architektur und Mega- oder Gigacasting. Aber das ist ein anderes Thema. Es halten sich 2026 immer noch unfassbar viele Gerüchte über Elektroautos. Es gibt derer hunderter Gründe, warum es vermeintlich sehr schlecht sein soll, elektrisch zu fahren, welche sich bei genauerer Betrachtung als Luftnummer herausstellen. Ich höre immer wieder dieselben Argumente. Und langsam nervts wirklich. Trotzdem muss ich 2026, nach dem Angriff auf den Iran staunen: Der Deutsche sattelt um. Wenn sonst nichts geht, geht es über den Geldbeutel. Nicht weil ein Verbrenner stinkt, Krach macht, viel zu langsam oder ineffizient ist. Vielleicht aber ist das der richtige Ansatz in einer neoliberalen, sehr egoistischen Weltordnung.
Damals hatte ich Reißaus nehmen müssen, weil eine Heizungsleitung in meiner Wohnung ein Leck hatte. Mit allen Folgen, die man sich denken kann (und niemals wünscht). Geflohen bin ich dahin, wo ich immer hinfliehe: In die Niederlande, an die See. Mein Lieblingsstrand bei meinem Lieblingshotel.
Ich ecke an
Auf dem letzten Treffen mit meinen lieben Kollegen hatte ich dummerweise erwähnt, dass die Benzinpreise im Vergleich zum Strom immer noch zu günstig sind. Damit habe ich mir dermaßen böse Blicke zugezogen, dass ich fast zu Staub zerfallen wäre. Die Berechnungsgrundlage für meine Aussage ist das Benzinäquivalent, das ist natürlich viel zu mathematisch, für einen Stammtisch quasi untauglich.
Umgerechnet über die Brücke Joule enthält ein Liter Diesel 9 kWh Energie. Ein Elektroauto, wie meines, benötigt 15 kWh/100 km. Ein herrliches Beispiel für Effizienz. Sollten Strom und Benzin gleich fair über den tatsächlichen Energiegehalt bepreist sein, würden EUR 3,50+ pro Liter Diesel in Ordnung sein, wenn man das mit den üblichen 0,39 Cent pro kWh vergleicht, die man an DC-Ladesäulen leider auch immer seltener zahlt (Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Benzin%C3%A4quivalent).
Das Ziel, meinen CO2-Fußabdruck zu verringern, habe ich dieses Jahr mit wirklich sehr vielen meiner Aktivitäten eher komplett verfehlt. Immerhin gibt es erstmals kein neues Notebook nach zwei Jahren und eine wesentlich längere Zeitspanne lang keinen neuen Desktoprechner. Und auch kein neues Telefon. Vielleicht kommt Letzteres erst dann, wenn Motorola und Snapdragon mit den Hausaufgaben für Graphene fertig sind.
Stolz könnte ich mir auf die Schulter klopfen, weil die Betriebssysteme, welche ich jetzt nutze, wesentlich weniger Anforderungen an Hardware stellen, was auch den Stromverbrauch an sich reduziert. Vielleicht ist eine ausbleibende Neuanschaffung aber auch dem geschuldet, dass Intel für Lunar Lake und den berühmten „Core Ultra 7 258V“ keinen Nachfolger im Programm hat. Oder dem, dass „KI-Ramageddon“ eine Aufrüstung des Desktops quasi völlig sinnfrei erscheinen lässt.
Ehrlich gesagt habe ich gerade tatsächlich überhaupt mal kein Bedürfnis mehr, mir neuen Quatsch zu kaufen und ignoriere dabei völlig die kürzlichen Anschaffungen, wie eine Anker Solix, eine Kühlbox, jede Menge Kleidung via aboutyou.de, dem Etikett nach aus den Orten dieses Planeten importiert, welche am Klimawandel momentan am meisten leiden. Die heißen ähnlich indisch, wie die Kritik meiner Mutter an meiner Frise. Wardamalhaarda? Ach da war noch was anderes? Wie hieß das nochmal? Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz? Wer hatte das nochmal defacto abgeschafft? Ich schweife ab… und fühle mich zweigeteilt. Also Ich auch.
Das RKI zählt für 26 insgesamt 15800 Hitzetote in Deutschland
Ich bin in der letzten Zeit – der Hitze geschuldet – auch nicht aus der Bude gekommen. Das ist für jemanden, der mit sozialen Kontakten sowieso hadert, nicht sonderlich schwer. Es geht nur irgendwann auf die Bronchien, wenn die Klimaanlage läuft. Städter haben es ob der Flächenversiegelung allgemein etwas schwerer als jene, die im Wald oder im Grünen wohnen. Die Temperaturunterschiede in einer Innenstadt zu anderen Wohnorten sind heutzutage bemerkenswert.
Ab und an, wenn der Taupunkt mal nicht durch die Decke ging (meint eigentlich auch minimal unerträgliche 15 Grad), habe ich es in den Forstwald geschafft. Krefeld, den Niederrhein, das Münsterland und die Vulkaneifel dermaßen verdorrt und verbrannt vorzufinden, hat sich tief in meinen Kopf eingebrannt.
Ich will einfach nur noch weg
Hier am Nissersee, Telemark, wo ich diesen Text beginne, ist nur alle 1-2 Stunden ein Fahrzeug zu hören. Nicht durch den Motor, sondern durch die Abrollgeräusche der Reifen. Sowieso ist hier in Norwegen alles wesentlich entspannter. Der Abstandsregeltempomat wird auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit konfiguriert, alle anderen docken sich in maximal konfigurierbarem Abstand an den Vordermann an. Es gibt in regelmäßigen Abständen Taschen, in jenen man den nachfolgenden Verkehr vorbeilassen oder deutlich entspannter links abbiegen kann. Die Mittelspur ist durch Stahlseile geschützt, ein Überholen ist alle paar Kilometer über eine zweite Spur möglich. So sind Unfälle, wie z.B. auf der B75 oder Autorennen, wie bei uns täglich auf der Untergath, kaum möglich.

Nicht eine einzige Geschwindigkeitsvorgabe ist irreführend, ganz anders als in Dänemark. Das führt zu einer „Verbrauchskrise“ meines Fahrzeugs: Ich schaffe es an einem Tag staunend fast, unter die 10 kWh auf 100 km zu kommen, bislang ein Ding der technischen Unmöglichkeit. Aber eben nur fast. Der eigentlich quälende Verbraucher ist die Vortemperierung der Batterie zum Schnellladen. Eine moderne Erfindung für Menschen, die im Urlaub keine Zeit haben. Ansonsten schafft dieses Auto Werte, die ich in meinem Heimatland niemals wieder sehen werde. Aber der Reihe nach.
Hinfahrt
Um nach Norwegen zu kommen, müsste ich zunächst durch Hamburg. Da ich Hamburg derzeit als verkehrstechnischen Wahnsinn empfinde, nehme ich ab Hinterland von Bremen die letzte, noch verbliebene Fähre nach Schleswig-Holstein via Glückstadt. Die Überfahrt gelingt mit etwas Wartezeit und Ruß vom Diesel, der mir ins Gesicht bläst. Steht der Wind mal günstig, habe ich eine phänomenale Aussicht.
Danach muss ich zwangsläufig durch Dänemark. Verkehrstechnisch ist das in etwa vergleichbar mit Belgien zur Hauptverkehrszeit, also recht unangenehm. Das Bumperkleven macht die Benützung des Autopiloten unmöglich. Hätte ich eine konventionelle TT-Line von Travemünde nach Trelleborg genommen, nur um Dänemark zu umgehen, hätte ich pro Richtung dafür rd. 35 Kilogramm CO2 verblasen.

Immerhin zeigt sich Sonderborg von seiner besten Seite. Ich genieße sehr guten Kaffee und verbotenerweise einen süßen Apfelkuchen und mache mich dann weiter auf den Weg nach Odense, wo ich die Nacht verbringen will, um früh auf die beiden Brücken zu kommen.

Der Koch hat das Hotel, was ich gebucht habe, fluchtartig verlassen. Vielleicht, weil er wusste, dass ich komme? Ergo gibt es kein Abendessen bei später Ankunft. Auch das berühmte Breakfast Bag gibt es nicht, trotz schriftlicher Wunschankündigung und Zusage. Ich verbringe die Nacht mit zuckerhaltigen (für mich sehr schädlichen) Snacks und Pfefferbeißern. Nach dem beendeten „Parkvorgang“ – Ich erwähne die Details später noch – suche ich bei McDonalds vergeblich nach einem Frühstück. Überraschung: Das haben die in Dänemark nicht. Überall nicht. Auch wenn die KI anderes behauptet.

In Schweden angekommen darf ich erleben, wie angenehm Verkehr tatsächlich sein kann. Gegenseitige Rücksichtnahme lässt mich nicht mehr alleine. Es tut tatsächlich sehr gut, unter Schweden und Norwegern unterwegs zu sein, auch wenn ich die Sprache nicht verstehe. Wirklich niemand (ausgenommen in Göteborg) fährt dicht auf. Trotzdem werden mir Fahrfehler fröhlich winkend, sogar lächelnd verziehen. WTF? Niemand reagiert genervt. Ein Deutscher halt, der sich nicht auskennt. Kennen wir. Kommt häufiger vor.
Was neben der wunderschönen Landschaft direkt ins Auge sticht: Ab Schweden liegt nirgendwo Müll herum. Nirgends werden Schilder verschmiert. Die Umwelt wird respektiert und möglichst geschont. Außer in den Großstädten ist Flächenversiegelung und nachhaltiges Wohnen eine komplett andere Hausnummer, als bei uns.

Natürlich komme ich bei meiner alten Liebe in Göteborg vorbei. Ich schaue mir in dem wunderschönen Gebäude die Modelle an, die ich am meisten ins Herz geschlossen habe. Ich habe mir dort, beim fabelhaften Mittagesbuffet, auch sagen lassen, dass es mit der neuen SPA3-Plattform tatsächlich möglich sein könnte, einen V60 in elektrisch, und diesen dann sogar noch im Ingenlath-Design zu bekommen. Ein wirklich fantastischer Gedanke. Ich will derweil anmerken, wie viel Überwindung das gekostet hat, mich in die Schlange mit den vielen Menschen beim Buffet zu stellen. Aber: Es hat sich gelohnt.

Anschließend kaufe ich beim Maxi ICA direkt nebenan ein, exakt die schwedischen Lebensmittel, die es in Norwegen (und bei uns) nicht gibt. Wenn doch, gleich zum gesalzenen Preis (wie eine „Bregott“). Die Idee, einen Kompressorkühlschrank auf einer Isofix-Konsole gesichert, auf der Rückbank mitzunehmen, war Gold wert. Ich komme so sicher durch 2 skandinavische Wochen, mit einer Anker Solix C1000 als Pufferbatterie, welche im Subtrunk (dort wo Verbrenner ihren Benzintank haben) verschwindet und beim Fahren nachgeladen wird.

Bei einem Zwischenstopp in Sarpsborg lerne ich bei bestem Wetter und malerischer Kulisse die Wasserfälle, sowie die Historie der Gegend mit der lokalen Holzindustrie kennen. Ich habe am Folgetag sehr gut ausgeschlafen ein herrlich leckeres Frühstück. Ich will in diesem Zusammenhang das süße Hotel „Borregaard Hovedgard“ empfehlen (Link: https://borregaardhovedgard.no/en/ keine Werbung). Natürlich lädt mein Auto im Hotel auf, wie fast überall in Skandinavien mit der Elton App und mit fairen Preisen (Link: https://elton.app/ auch keine Werbung).
Ich funktioniere nicht
Abgesehen von Dingen, die in Schweden und Dänemark digital funktionieren, funktioniere ich ohne skandinavische Sprachkenntnisse gefühlt überhaupt nicht. Lichtschalter, Türschlösser oder Griffe zum Beispiel sind „anders“ zu bedienen, entweder in ihrer Drehrichtung oder vong Funktionsprinzip her. Haha! I bim’s, 1 Tür! So bin ich wegen selbiger absolut handlungsunfähig, bis ein Schwede kommt und mir diese von der anderen Seite fröhlich lächelnd öffnet.
Die Beschriftungen lassen – anders als in südeuropäischen Staaten – die Sprache Englisch vermissen. Oder fällt mir das nur nicht auf, weil ich französisch lesen kann? Wie arrogant ist meine Annahme eigentlich, Hinweise mögen bitteschön auch auf Englisch „da“ stehen, nur weil „ich“ das dann am besten lesen kann? Weit öfter verwende ich deshalb die KI oder Übersetzungssoftware meines Mobiltelefons, ohne jenes ich hoffnungslos überfordert wäre.
Ich denke darüber nach, wie es sein muss, das eigene Land verlassen zu müssen, irgendwo anzukommen und überhaupt nichts zu verstehen. Es wäre wirklich gut, Menschen zu kennen, die sich um mich kümmern würden, die ich fragen könnte, wenn ich mit den Behörden nicht klarkomme, die meine Lebensgeschichte verstehen. Mein erster Chef, den ich wirklich sehr verehre, hat sich zu seinem Tod kurz vor meiner Reise gewünscht, dass an den Flüchtlingsrat in Krefeld gespendet wird. Vielleicht wollen einige Krefelder folgen. Den Link dazu findet Ihr, seit einiger Zeit schon, hier an der Seitenleiste.
McDonalds lässt sich in Skandinavien – wie schon erwähnt – nicht mit einem Frühstück verbinden, es gibt dort schlicht keine Muffins. Eigentlich gar nichts, außer schlechten Kaffee. Als Introvertierter muss man zwangsläufig – trotz Soziophobie – mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt treten, um eine „bageri“ / „bakeriet“ überhaupt erst einmal zu lokalisieren und dann anschließend auch noch erfolgreich zu besuchen.
Positiv: Bei meinen Besuchen wussten die sogar, eine Siebträgermaschine zu bedienen und einen auf-den-punkt-nussig-schokoladigen Latte zu verkaufen. Chapeau! Ich bin völlig konsterniert. Das gibt’s bei uns in Bäckereien in der Regel eher selten bis überhaupt nicht.
Immerhin: Alle Paymentterminals lassen mich – anders als angedroht – in DKK, SEK oder NOK bezahlen. Das scheint 2026 auch default zu sein. In Euro wird bei mir nichts mit überzogenen Umrechnungskursen abgerechnet. Revolut ist bei den fairen Umrechnungskursen meiner Bank also gar nicht mehr notwendig. Trotzdem überschlage ich im Kopf und erschrecke ab und an ob der Kosten. Dieser Urlaub wird ob meiner Unkenntnis und leider auch anderen Vergehen sündhaft teuer…
Parken (und andere Kosten)
Selbst Parkhäuser funktionieren anders, als bei uns. Vieles läuft in Dänemark kamerabasiert, z.B. via QPARK. Bezahlen soll man dann aber über „Easypark“, die deutsche QPARK App funktioniert in Dänemark nicht. Easypark ist eine der wenigen, sehr schlechten, skandinavischen Apps, welche sich dank kompletter GMS-Verseuchung nicht auf Graphene nutzen lässt, wie ich feststellen muss.
Dänemark scheint mich per se nicht zu mögen. Das Auto, mit dem ich fahre, hat mit den extrem vielen Maximalgeschwindigkeitswechseln auf der Autobahn derart Probleme, dass ich die Tempowarnung deaktiviere. Und so kommt es, dass ich mit 130 km/h in eine 110er Zone fahre, und es spät abends plötzlich wirklich sehr hell wird. Dem Vernehmen nach darf ich mich auf eine wirklich sehr teure Rechnung freuen. Notwendige Anmerkung: Schuld an Geschwindigkeitsübertretungen ist stets der Fahrer.
Versteckt lässt sich in Odense, Dänemark irgendwann dann doch ein Parkautomat finden, der für einen Mitteleuropäer als solcher so erstmal nicht zu erkennen (und zu bedienen) ist. Wer sich das Display genau anschaut, merkt auch, wie hoch die Parkgebühren für eine, einzelne (1 Stück) Hotelübernachtung sind,

welche i.d.R. weit über 23:59 Uhr hinausgeht. Über den Parkautomaten lässt sich wohl auch herausbekommen, zu welcher Uhrzeit die anderen Teilnehmer angekommen sind. Es reichen die Eingabe der ersten 4 Buchstaben des Kennzeichens, dann sieht man auch, wie der Fahrer aussieht.
Sollte irgendjemand von Euch Hans Christian Andersen’s Heimat trotz aller Warnungen meinerseits besuchen wollen, rate ich dazu, generell nicht unter Bäumen zu parken. Das Bezahlen für einen Parkplatz befreit einen weder von herabregnender Schmiere der Linden, noch sorgt es dafür, dass die sich zum Gemeinschafts-Scheißen verabredeten Möwen das Weite suchen.
„Stadtparkering Gothenburg“ hingegen läuft NICHT via Kamera. Man registriert sich über sein Kennzeichen, welches andere als schwedische Kennzeichen erst einmal nicht akzeptieren will. Zumindest am Automaten.
Etwas später finde ich in der mangels englischer Sprache umständlich zu konfigurierenden App die Freitexteingabe, sowie auch den nächsten Fehler, den ich gemacht habe: Man bezahlt zwingend „vorher“, nicht hinterher. Ein nachträgliches Bezahlen, wie es in anderen, europäischen Parkhäusern üblich ist, ist nicht möglich. Himmel Herrschaftszeiten! Ich habe zwar keinen Wisch an der Scheibe, aber sehr wahrscheinlich bekomme ich auch bald Post aus Schweden. Unwissenheit schützt auch hier nicht vor Strafe. Erneut bekomme ich sehr eindrucksvoll vorgeführt, wie das ist, wenn man die Landessprache nicht versteht.
Maut
Mein „Skyttelpass“ hilft mir als Transponder und Abrechnung der Brücken und Fernstraßen, sowie Fähren, welche ich nicht genutzt habe. Anbei eine Auflistung der Gesamtkosten für die Fahrt:

Das ist nicht wirklich teuer. Ich stelle schnell fest, dass das mit den Mautkosten in Skandinavien sowieso deutlich günstiger ist, als in Südeuropa. Elektrisch Fahren lohnt sich auch hier. Wer die (größtenteils elektrischen) Fähren nutzt, das Konto vorher auflädt, kann elektrisch noch wesentlich mehr sparen. Ich hab’s nur nicht so sehr mit dem Wasser unter mir. Das Ding zwischen Glückstadt und Wischhafen hat mir gereicht.
Endlich in Norwegen
Weiter geht es durch viele Tunnel und Brücken in Richtung Fälle, dann nach Heddal, zur berühmten Stabkirche. Auch wenn ich sonst nichts mit Kirchen am Hut habe, bin ich von dieser extrem angetan, trotz der wirklich sehr vollen Parkplätze und sehr, sehr vielen Touristen für diese Jahreszeit. Spätestens jetzt erkenne ich, wie sehr ich Norwegen ins Herz schließe.

Ich könnte Stunden referieren über das, was ich mit meinen Augen aufgenommen und erlebt habe, etwas was ein Foto niemals erzählen kann. Ich freue mich immer noch über die Zeit, die ich hier erleben darf.

Wenig später fahre ich jauchzend vor Freude via Drammen über Pässe, Serpentinen, am Wasser entlang. Über wunderschöne Brücken bis hin zum eigentlichen Ziel: Kyrkjebygda, Telemark.

Ich habe mir ein Häuschen geklickt, unmittelbar am See, mit privatem Strand und Wassersportmöglichkeiten in Form von allem denkbaren, was irgendwie schwimmfähig ist. Der Vermieter ist sehr nett. Wenn man (tatsächlich) Zivilisation haben möchte, um beispielsweise einzukaufen, gibt es 20 km südlich, in Treungen, einen Coop mit Supercharger. Nördlich ist der nächste Supercharger in Seljord 50km entfernt, ein ebenfalls süßer Ort an einem weiteren, wunderschönen See. Dank hervorragender „Planung“ (mit der Bitte um Entschuldigung ;-)) ist keines von beidem – also Supermarkt oder Supercharger – erforderlich und ich kann die wunderbare Abgeschiedenheit in fast völliger Ruhe vor „Menschen“ genießen.

Ich erkunde die Umgebung und kann in der zweiten Nacht erstmals – seit langem – wieder „richtig“ schlafen. Es ist so ruhig, dass ich die Fenster geöffnet lasse oder auf einer Liege auf dem Steg den Abend oder die Nacht genießen kann.
Es gibt keine Mücken und auch keine Lichtverschmutzung. Man sieht also alles, was da oben im All los ist. Der See trägt jeden Laut in der Nacht extrem weit und so höre ich ab und an Dinge, die ich erst noch nicht einordnen kann. Natur eben. Ab und an auch mal ein Fahrzeug, aber das ist sehr selten.

Einschub: Sehr schlechter Populismus
Mitten in dieser Entspannungsphase kommen die ersten Nachrichten von Euch über eine „neue Studie der TUM“. Ein Peer Review hat nie stattgefunden, wird vom eigenen Institut in der Luft zerrissen. Der komplette Duktus, sowie der Kontext ist beeindruckend ähnlich zur alten „Schweden Studie“ des IVL Environmental Research von 2017. Wir erinnern uns. Das Ding, was denen komplett um die Ohren geflogen ist.
Die Menschen kennen in Ansätzen das in die Presse ventilierte Executive/- Management Summary zur „TUM Studie“, welches aber in den Kernaussagen mit dem auf alten Daten basierende Whitepaper selbst „beeindruckend wenig“ zu tun hat. Ergo Das, was da gesagt wurde, gibt die Studie überhaupt nicht her.
Und – wer hätte es anders erwartet – selbst König Markus kann’s nicht lassen, auch diesen Mist aufzugreifen, um über „Technologieoffenheit“ zu schwadronieren. Haben wir das schon wieder nötig, unfassbar dämlich- dummen Populismus in NIUS-Manier zu machen? Ach ja, sind ja Wahlen. Ich vergaß.
Inzwischen sind ein paar Tage in’s Land gezogen und es wird deutlich, welcher Mist tatsächlich dahinter steckt (Link: https://www.cleanthinking.de/klimaneutrales-elektroauto-tum-studie/). Und ja, die Worte hatte auch ich schonmal gelesen.
Um das ganze zusammenzufassen, reicht eigentlich nur noch das Zitat von Christian Stöcker (Link):
„Liebe Kolleginnen und Kollegen: Das Muster „jemand erfindet einen Strohmann, der dazu dienen soll, fossile Geschäftsmodelle länger am Leben zu erhalten, und ‚BILD‘ und ‚WELT‘ sind zentrale Verstärker für dieses neueste Nonsens-Narrativ“ sollte mittlerweile doch ersichtlich sein.“
War ja auch irgendwie klar. Wenn es aussieht wie eine Ente, watschelt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es eine Ente. Und wo findet man solche Enten? Wie zu erwarten in der Rechtsaußenpresse.
Ich gebe zu, selbst wenn das vorab Durchstechen an die rechten Zeitungen (BAMS, Krone, usw.) und König Markus völlig durchsichtig ist, ärgert mich das immer noch total. Es geht in dem „Papier“ also niemals um eine akademisch qualifizierte Arbeit, denn ausschließlich um Lobbyarbeit, Munition für die Abstimmung im November. Deshalb ist auch klar, dass exakt die Forscher der TUM außen vor gehalten wurden, welche tatsächlich Expertise im Thema haben. Ich habe derart Puls, dass ich mich genötigt fühle, Eure Mails adäquat einzuordnen und zu beantworten. Im Urlaub. Ich will das wirklich nicht. Ich nehme mir vor, zukünftig einfach überhaupt nicht mehr zu reagieren, wenn mir jemand Mist schreibt.
Update vom 05.09.2026/Auflösung: Ein paar Tage später ist das Bild klar (Link: https://www.mdr.de/altpapier/das-altpapier-berichterstattung-studie-e-autos-100.html), das Science Media Center hat sich dem Thema ebenfalls angenommen (Link: https://www.sciencemediacenter.de/angebote/white-paper-der-tum–setzt-die-eu-zu-unrecht-auf-elektromobilitaet-26219). Ich lasse das jetzt hier so stehen.
Update vom 09.09.2026 – Banse und Burmeyer haben das in Ihrem Podcast wirklich sehr gut zusammengefasst (Link: https://lagedernation.org/podcast/ldn492-sachsen-anhalt-wie-kommen-rechtsextreme-an-die-macht/#shownotes)
Reiseabbruch
Leider macht sich ab hier wieder einmal mein Magen bemerkbar und pfeift mich zurück. Es ist nach 6 Tagen Entspannung wohl soweit: Die nächste, ursprünglich geplante Etappe, den Hardanger Fjord, lasse ich besser links auf der Landkarte liegen. Auf meiner Haut merke ich, wie mein Körper wieder beginnt, zu kämpfen. Ich bekomme wieder Panik, in eine Erschöpfungsphase/Crash zu geraten. Ich entscheide mich niedergeschlagen gegen das Hotel am Hardanger, gegen Bergen und für eine Rückkehr. Möglicherweise waren meine Ziele viel zu ambitioniert.
Der aktuelle Gabriel Allon von Daniel Silva soll eine Entschädigung sein, um die nächsten Stunden zu überstehen. Leider scheitere ich an einem Downloadkauf bei den freien Buchläden im Netz, der Titel ist noch nicht verfügbar. So muss ich auf Tolino / Thalia ausweichen, was mich frustriert und beschämt. Eigentlich will ich da nicht kaufen. Deren App funktioniert aber ganz gut, so dass ich keinerlei Probleme habe, die ersten Stunden ab Drammen mit dem Hörbuch zu genießen und den Upload auf mein Audiobookshelf im Urlaub erstmal umgehen kann.
Rückreise
Inzwischen merke ich, wie angenehm der Autopilot meines Fahrzeugs in Norwegen und Schweden (noch alter Softwarestand, vor FSD Zulassung in Deutschland) funktioniert. Der Gabriel Allon #25 (Das Meisterwerk) von Daniel Silva ist derweil ähnlich beeindruckend und aktuell am politischen Geschehen wie seine Vorgänger. Ich mag die Figuren, besonders die Dänin Ingrid, welche Silva aus dem Vorgänger #24 mitgenommen hat. Die Seitenhiebe des ehemaligen CNN-Reporters, besonders auf die fossilen Dinosaurier tun mir gut. Wenigstens einer, der noch meine Sprache spricht. Es ist schön zu hören, wie Autoren in den USA trotz aller Widrigkeiten noch frei schreiben können.
Absurde Situation
Mitten im Nirgendwo in Schweden will ich eine Tüte einer Fast-Food-Kette entsorgen, die ich noch von der Hinreise dabei habe, und bin ob der völlig absurden Situation erst einmal total überfordert: Ein Mädchen, kaum 20 Jahre alt, kommt auf mich zu und fragt, ob ich sie mitnehmen könne. Dazu gesellt sich eine zweite. Beide mit Rucksäcken beladen, gefühlt so schwer und unbequem, wie das Horrorteil, was ich in Hammelburg vor 30 Jahren auf dem Rücken hatte. Beide mit strubbeligen Haaren und einem fröhlichen Grinsen im Gesicht.
Die Situation immer noch nicht fassend analysiere ich, dass ich vor den zwei wirklich nichts zu befürchten habe. Telefon und Barmittel am Mann, IT tief im Kofferraum verstaut, den Rest ebenfalls sicher, das Auto fährt außer mir niemand. Ich beginne, mir eher Sorgen um die zwei Lütten zu machen.
Echt mal. Pooah. Alleine? Aber ja, wahrscheinlich ist das derselbe, patriarchale Gedanke, den heute niemand mehr hören will. Die zwei sind erwachsen, zu zweit. Was soll ihnen passieren? Also verstauen wir zwei riesige Rucksäcke, eine Tüte mit Lebensmitteln und zwei weitere Menschen in meinem Fahrzeug. Irgendwie. Wenigstens habe ich auch deren Gepäck mit Gurten gesichert. Kurzerhand storniere ich das zuvor geplante Hotel und beschließe, die zwei wenigstens nach Dänemark zu fahren.
Anfangs ist Kommunikation schwer, quasi Multitasking während des Fahrens. Vielleicht auch, weil ich das nicht mehr gewohnt bin. Aber ich höre gerne zu, vielleicht weil ich etwas lernen kann. Und wie ich lerne. Eine Menge! Völlig absurd. Während die zwei beeindruckt sind, wie leise das mit dem Fahren und wie schnell das mit dem Laden geht.
Ich – alter, weißer Mann – lerne von zwei sehr jungen Menschen aus Magdeburg über eine weitaus nachhaltigere Möglichkeit, zu Reisen: Per Pedes. Dazwischen folgen Eindrücke aus deren Reisen mit Amerikanern in Schweden und wiederum deren unfassbare Unwissenheit über Astrid Lindgren. Und dass es zweckdienlich sein kann, ein Fahrzeug mit mehr als einer Person zu besetzen. Oder, dass man sich Dinge anschaffen, um sie dann in der eigenen Gemeinschaft (oder WG/ Nachbarn) teilen könne. Ein Thermomix z.B. könne für einen einzelnen Haushalt eine völlig überzogene Anschaffung sein. Ich fühle mich ertappt.
Die zwei sind von Nordschweden teils zu Fuß, teils per Anhalter und mit dem Zug unterwegs.
Unterbrochen von zwei Supercharger-Stops lerne ich von den beiden über nachhaltigere Ernährung, Tierwohl, und auch, was Fleischkonsum unserem Planeten antut. Dazu über meinen Konsum von Getränken aus Aluminiumdosen, und dass es vielleicht auch sinnvoll sein mag, ältere Fahrzeuge doch noch zu bewegen. Das machen die zwei, ohne auch nur ansatzweise vorwurfsvoll zu klingen.
Ich bin sehr beeindruckt, und das nachhaltig, in vielerlei Hinsicht.
Auch beeindruckt bin ich bei der Wahl deren Übernachtungsmöglichkeit: Ich liefere die zwei in einem „Shelter ved Solgardsparken“ in Koege ab. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Auch nicht, dass es jede Menge Apps für die Suche danach gibt. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem Kraftwerk vorbei. Im Nachgang recherchiere ich, dass die ehemaligen Kohlekraftwerke in Dänemark auf Hackschnitzel umgestellt wurden, so auch jenes in Koege. Ich habe die Namen der beiden – wie üblich – nicht mehr im Kopf, aber die Gesichter. Und ich bin dankbar für die paar Stunden Mehrsamkeit.
Verarbeitet hatte ich den Tag / die Nacht wohl noch lange nicht. Der Abschied von den beiden fällt mir ein wenig schwer. Ich weiß nicht, was sie über mich denken, kann ich Menschen doch schwer bis gar nicht lesen. Ich auf jeden Fall bin sehr dankbar.
Aufgeregt bin ich, an Schlaf ist kaum zu denken. So fahre ich über die Supercharger Rade, Lohne-Dinklage und Nottuln in einem Rutsch zurück in die Heimat. Hier, in Deutschland, steigt mein Verbrauch wieder auf die typischen 16-17 kWh pro 100 km.
Immerhin ist es gut, dass ich wieder heile angekommen bin. Ich schlafe kurz, fühle mich schlapp und schreibe diese Geschichte fertig. Mein Körper hat rechtzeitig Alarm geschlagen. Ich schaffe es vielleicht noch, mit sehr viel mehr Schlaf, dem erwarteten Crash zu entgehen und wieder fit zu sein, wenn die Arbeit nächste Woche wieder beginnt.
Fazit:
Selbst wenn aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen, war dieser Urlaub eindrucksvoll. Skandinavien wird meine Reisen nach Südfrankreich wohl komplett substituieren. Ich habe schon für’s nächste Jahr gebucht, in der Hoffnung, dass das dieses Mal alles so klappt. Es gibt noch so viel, was ich an diesem Fleckchen Erde erkunden möchte, so lasse ich den Hardanger nächstes Jahr ebenfalls aus. Mir reicht Telemark völlig. Inzwischen denke ich sogar über einen elektrischen Campervan nach. Fiat und Iveco sollen da was haben, höre ich, sogar mit e-PTO.
Erkenntnis: Elektrisch geht. Völlig problemlos. Natürlich wusstet Ihr das schon.
Um den Kontext komplett zu machen: Elektromobilität ist sicher nur ein sehr kleiner, doch notwendiger Baustein von vielen, zu wesentlich mehr Nachhaltigkeit und im persönlichen gesehen auch Wirtschaftlichkeit. Nur weil es nicht perfekt ist, heißt das noch lange nicht, dass man mit dem alten Mist i.S.v. „Dinge anzünden“ weiter machen muss, wie zuvor.
Nachsätze:
Ich fahre erst seit 3 Jahren elektrisch und bin sehr dankbar, dieses Fahrzeug fahren zu dürfen. Möglich wurde dies u.a. durch den Verzicht auf das Rauchen / Kosteneinsparungen: Bis 2 Jahre vor meiner ersten Covid-Infektion habe ich 2-3 Schachteln Davidoff Classic pro Tag geraucht und die freien Gelder in ETFs budgetiert. Das Fahrzeug ist ein 2023 Model 3 Long Range Dual Motor mit Performance Upgrade und LG NMC Zellen. Es ist ein LRW Modell (Shanghai) und hat exakt die Motoren- & Batteriekombination mit AP3 Computer, welche ich mir seit sehr langer Zeit gewünscht habe, wie einige Leser des Blogs wissen. Gefunden habe ich das damals 9 Monate und 9tkm alte Auto beim Autozentrum Schmitz in Mönchengladbach. Bereifung ist nach jetzt 65tkm der Goodyear Eagle F1 Asymmetric 6 bei 3,0 bar kalt. Alle Schrammen in meinen Felgen stammen von mir.
Verbrauchsdaten lt Tessie:
In Deutschland und Dänemark hatte ich einen Durchschnittsverbrauch von 17-22 kWh/100km.
In Schweden hatte ich einen Durchschnittsverbrauch von 14 kWh/100km.
In Norwegen hatte ich einen Durchschnittsverbrauch von 12 kWh/100km.
Die Temperaturen lagen zwischen 18 und 27 Grad Celsius.
Auf der Rückreise gab es in Schweden teils extremen Regen.
Strecke:
Hinreise: via Krefeld, Bremen, Wischhafen, Glückstadt, Sonderburg, Odense, Gothenburg, Sarpsborg, Kyrkjebygda = 1820 km
Rückreise: via Kyrkjebygda, Gothenburg, Koege, Hamburg, Krefeld = 1862 km
Energiekosten:
Die Stromkosten für die Hinreise wurde mir aufgrund des Verkaufs meiner THG-Prämie an Tesla erlassen, einzig Elton verlangt insgesamt EUR 32,79.
Die Stromkosten für die Rückreise betragen ab Dänemark EUR 68,77 (Zusammengesetzt aus DKK 242,34 und EUR 36,28)
Insgesamt bezahle ich EUR 101,56 an Energiekosten. Hätte ich keine Ermäßigung von Tesla erhalten, hätte ich geschätzt EUR 200 bezahlt, also rd. 1/3 der anfallenden, fossilen Kosten.
Äquivalente, fiktive Benzingegenrechnung:
(3682 km / 100) * 7,5 Liter = 276,15 Liter
276,15 Liter * EUR 2,20 = EUR 607,53
Weitere Kosten:
Mautgebüren wurden über Skyttelpass abgerechnet. Die variablen Kosten i.H.v. EUR 91,40 (Straßen in Norwegen, Öresund und Storebelt in beiden Richtungen) wurden begleitet von einer jährlichen Pauschale i.H.v. EUR 51,00, um für die Brücke einen Rabatt i.H.v. 60% zu bekommen.
Die Übernachtungen wurden zu 100% über booking.com abgerechnet.

