Erfahrungen sammeln… Podcast der erste, auf mobilejoe

Ich hätte nie gedacht, was dazu alles notwendig ist. Aber, es ist gelungen, halbwegs. Wie es dazu gekommen ist, was ich dann so tun musste und was ich jetzt getan habe und was ich tun will habe ich hier mal aufgeschrieben.

Zuvor hatte ich ja schon darauf hingewiesen, dass ich da so ein „Vorhaben“ habe. Einen Podcast. Und dieser ist wohl nun auch fertig. Zumindest der erste. Aber bis es soweit kam, musste ich Hürden überspringen. Erst einmal – den neuen Podcast gibt es jetzt bei mobilejoe.de und die erste Folge, die liegt hier:

MJ001-POL: #EUGH UND #SAFEHARBOR @STEPHANSCHMIDT ZU GAST BEI MJ :: PREMIERENSENDUNG

Vorweg: Ich habe immer noch kein adäquates Equipment.

Es fehlen immer noch absolut dringend:

Denn ich will mit meinen Freunden endlich anfangen und den ersten, großen Techtalk machen.

Warum ich das Tascam jetzt wohl doch brauche, erkläre ich gleich noch. Im Moment kann ich sagen, das einzige, was bei meiner ersten Sendung gut funktioniert hat, ist Podlove und Auphonic. Ich weiß noch nicht, ob ich mit Ultraschall zufrieden bin. Aber für dieses Erlebnis kann Ultraschall eigentlich gar nichts, denn ich habe wohl das Memo nicht gelesen…

Nun denn. Es begab sich zum 6.10. im Jahre des Herrn 2015, dass der liebe Herr Max Schrems vor dem EUGH Erfolg hatte. Der EUGH hat nämlich entschieden, dass Safe Harbor obsolet ist. Das ist wahrlich eine Bombe. Ich bin ja so ein Cloud-Fan, dass ich mich zunächst eigentlich eher belustigt gefühlt habe. Aber das Thema ist einschneidend. Und eigentlich war das Thema etwas dringendes für einen Podcast, nur ich hatte keine Infrastruktur, keinen Jingle, keine Ahnung und so weiter, dennoch habe ich Stephan Schmidt gefragt, ob er denn Zeit hätte. Und Stephan, lieb wie er ist, hat auch noch ja gesagt. Stephan ist mein Lieblingsanwalt. Ich kenne ihn schon seit einer gefühlten Ewigkeit, obwohl wir uns kaum gesehen haben. Stephan hat mich ab und an auch vertreten, wenn es z.B. um Abmahnungen ging, in jenen jetzt gar nicht mehr existente Onlineshops in meinem ehemaligen Forum suboptimal bewertet wurden. Er konnte damals schon herrliche Texte schreiben.

Pad
Also war ein Podcast terminiert für diesen Freitag, den 9. 3 Tage nach Pressemeldung des EUGH, also doch schon recht aktuell. Für solche Podcasts musste ich zunächst mal ein Pad bauen. Pads sind so Texteditoren im Internet, in denen mehrere gleichzeitig einen Text schreiben können, und alle sehen, was die anderen schreiben. Etherpad ist ein riesiges Technikjsonfoo, unter Ubuntu gerade so eben in den Griff zu bekommen. Da ich nun keinen Server in Rostock mehr habe, habe ich eine kleine VM auf meinem lütten QNAP aufgebaut. Das ist jetzt gut zu erreichen… Etwas, in jenem Stephan und ich unseren gemeinsamen Sendungsleitfaden sehen können. Fertig sieht das ganze dann so aus:

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Etherpad ist, so wie sich herausgestellt hat, ein hervorragendes Instrument. Ich werde das wohl so beibehalten. So kann später jeder meiner MJ-Techtalk-Gäste seine eigenen Inputs zum Thema bringen.

Ultraschall-Hub
Ein Problem war, dass ich mich um wirklich jeden Treiber vor Update auf OSX 10.11 gekümmert habe, vergessen habe ich beim Upgrade nämlich den Ultraschall-Hub. Wie eingangs erwähnt, das Memo war das Problem. Und so habe ich Ultraschall zwar zur Aufnahme nehmen können, jedoch hatte ich keine Möglichkeit, meinen Ton oder die Einspieler direkt an Skype zu routen. Resultat war:

Ich musste in Skype meine Saffire als LineIn konfigurieren:
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Da Mixlr gottseidank zwei Inputs hat, konnte ich hier in den einen Kanal meinen Stream, welches mein Audio besitzt, die Einspieler und Skype und in den anderen Kanal meine eigene Stimme aus meiner Saffire legen:

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Das hatte den seltsamen Nebeneffekt, dass der Stream der Meinung war, ich würde Stephan permanent in’s Wort fallen. Tat ich aber nicht ;-) Die Streams waren nur zeitverzögert.

Show
Die Show lief super. Wir hatten im Schnitt 16 Hörer und im Peak 26 Hörer. Damit habe ich so erstmal nicht gerechnet. Wenn Du ein so liebes Gegenüber, wie Stephan hast, geht die ganze Aufregung natürlich während der Show komplett weg. Stephan hat mich super unterstützt. Was jedoch absolut problematisch ist, ist mein Großmembran Mikrofon. Es macht zwar eine super Aufnahme, hat jedoch den Nachteil, dass ich den Kopf kaum bewegen kann. So konnte ich unheimlich schwer meinem Pad folgen, es war richtig anstrengend. Wir brauchen die Beyerdynamic Headsets wirklich unbedingt und ganz dringend. So geht das einfach nicht, mit Großmembranen kann man keine einstündige Show konzentriert gestalten. Während der Sendung, ca. ab Minute 40 kam dann das nächste „technische“ Problem: Mein USB-Hub hatte sich verabschiedet. Ich habe so einen Anker-USB-Hub hier und der wollte nicht mehr. Im Grunde genommen nichts schlimmes, doch problematisch wenn OSX meldet, es sind einige Devices weg, u.A. auch Festplatten. Ich wusste erstmal nicht welche, es waren jedoch externe, die ich während der Sendungsaufnahme nicht verwendet hatte. Dennoch musste ich während der Sendung kontrollieren, ob alles noch da ist. Hier brauche ich wohl für den Notfall wirklich ein Tascam DR40, welches ich mit einem Output aus meiner Saffire koppeln kann, so dass ich wenigstens ein Backup habe, wenn der Computer tatsächlich abschmiert. Eine Saffire läuft einfach weiter, der ist sowas egal.

Dennis war die ganze Zeit dankenswerterweise schon dabei und hat Regieanweisungen erteilt. Eigentlich war er auch eine Beruhigungspille für mich, so hat die ungesunde Körperhaltung, die ich während der gesamten Sendung hatte, nicht ganz soviel ausgemacht.

Schneiden
Ist mit Ultraschall anders. Hinter Ultraschall liegt Reaper. Und ich hatte ein Problem, ich wollte eigentlich meine kleine Luise im Einspieler haben, die war jedoch audiotechnisch noch nicht da. Mit RippleEdit und so kam ich ebenfalls noch nicht so klar, bzw. es funktionierte eben nicht so, wie in den vielen Shows erklärt, zumindest habe ich mich so gefühlt. Zum Beispiel wollte ich eine Pause raushaben, die ich nach dem Einspieler hatte, dennoch verzogen sich so die Kapitelmarken. Und dass ging dann halt doch nicht so, wie ich das gewollt hatte. Für mich war das einfach neu. Und ich muss wohl auch noch eine Menge üben. Wer Ableton gewohnt ist, muss hier komplett umdenken. Wozu Ultraschall aber wirklich super ist, ist das Setzen von Kapitelmarken. Mit E kann ich markieren und schwups kann ich die Dinger korrekt setzen. Alleine schon deswegen geht für mich kein Weg an Auphonic vorbei.

Publishing
Auphonic sind für mich einfach Helden. Ich hatte einfach keine Lust mehr, in Ultraschall noch mehr nachzubehandeln. Stephan hatte relativ lautes Hintergrundrauschen, was im Stream auch deutlich zu hören ist, aber Auphonic hat das wirklich so super weggerechnet, dass ich mich einfach mal lobend über Auphonic äußern muss:

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So sieht mein Preset für MJ aus. Ich habe mich noch nicht getraut, die Chapters zu splitten, weil ich noch nicht so genau weiß, was dabei nachher herauskommt und ob das kompatibel zu Podlove ist oder nicht, aber es ist schonmal erstaunlich, was Auphonic hier in einem Rutsch für mich macht. Es rechnet Rauschen raus, Filtert, Hat einen Leveler, und eine Loudness Normalization. Und nachdem Auphonic mit dem ganzen Schönrechnen fertig ist, lädt es das Ding einfach auf meinen Pod-FTP hoch. Was soll ich dazu noch sagen? Auch zu Auphonic gibt es keine Alternative.

Website
Der Podlove Publisher ist ein Traum. Das Team um Tim Pritlove hat einfach mal einen erstklassigen Job gemacht. Dennoch habe ich kleinere Probleme, die ich wohl noch ausräumen muss. Aber dazu später mehr. Zunächst einmal gibt es eine direkte Integration in Auphonic, ich könnte also meine Folge direkt in Auphonic hochladen und eine Episode daraus generieren. Das mache ich aber erstmal nicht. Entscheidend ist, dass ich über Auphonic einen FileSlug generiert habe. Dieser hieß für die erste Sendung „mj001pol“. Podlove schaut dann in meinen Podcast-Speicher und stellt fest, ob alles für die Show vorhanden ist. Wie das aussieht, seht Ihr hier:

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Nachdem ich die Episode fertig habe, ist der Feed auch schon aktualisiert und für alle Feedreader und Podcast-Clients bereit. Ich habe mir eigentlich erst einmal keinerlei Gedanken um die Website selbst gemacht und so ist mir auch nicht aufgefallen, dass Windows ein ernsthaftes Darstellungsproblem mit dem Player hat. HTML5 ist bei Microsoft Internet Explorer eben doch nicht html5. Und wenn ich mir die Statistiken in unserem Podlove so ansehe, so haben wir in der Hörerschaft nur ganz wenige, die einen Podcast-Client benutzen und ganz viele, die einfach die Website zum Nachhören benutzten. Bei 60% Anteil Microsoft Internet Explorer, muss ich mir wohl trotzdem darum Gedanken machen.

Schuld war aber nicht Podlove, sondern das Theme, welches ich gekauft hatte. Die Funktion ist „Skrollable“ im CSS und nachdem ich das auskommentiert hatte, weil ich es nicht brauche, kam auch der Player wieder (halbwegs) vernünftig auf allen Browsern auf den Bildschirm:

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CSS ist echt ’ne Bitch, kann ich Euch sagen. Zum Schluss habe ich immer noch einen Volume Regler im Webplayer, der einfach nicht da ist, wo er hingehört. Ach, das regt mich furchtbar auf, aber ich finde im CSS einfach nicht die Kollision, die ich da habe. Irgendwann habe ich das auch noch fertig.

Dumm ist, dass Podlove CURL braucht. CURL wird so eigentlich nicht benötigt, aber mit PHP 5.6 auf All-Inkl ist die Definition einfach nicht leer. Ich kann zwar in der .htaccess einen Handler hinterlegen, aber dann wird’s grauslig langsam und ich kann nix mehr hochladen über das Webfrontend. Ich muss echt mal schauen, wie ich das gelöst bekomme…

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Nach den ersten Rückmeldungen, die ich bekommen habe, stelle ich fest, dass Podcasten mir wirklich riesigen Spaß macht. Ich will das so weiter machen. Bislang haben wir knapp 400 Downloads unserer Folgen und ich weiß nicht, wo das noch enden soll, wir sind ja eigentlich überhaupt nicht bekannt. All-Inkl hat mir bestätigt, dass ich Podcasts hosten darf, da selbst gehostete Podcast eben nicht ein „Downloadserver“ im Sinne von All-Inkl’s AGB-Jargon sind, aber wenn denen das zu viel wird, muss ich warscheinlich auf AmazonS3 wechseln und dann wird’s nochmal teuer. Bislang geht’s aber. Und ich werde demnächst wohl etwas an der Qualität nach unten regulieren, so dass ich nicht mehr ganz soviel Platz brauche.

Ansonsten – Ohne Beyerdynamic kommen wir erstmal nicht weiter, so ist das halt. Es bestätigt sich halt, mit „irgendwelchen“ Mikros geht sowas nicht. Und auf die Budgetliste kommt wohl doch noch ein Hardware-Recorder, denn so etwas, wie eine ausgeworfene Festplatte aufgrund eines spinnenden USB-Hubs, möchte ich nicht noch einmal erleben. Zumindest möchte ich die Gewissheit haben, dass alles irgendwo im Kasten ist. Zur Not auch nur in zwei Spuren. Ansonsten: Alles super. Es macht Spaß. Und das sollte es ja auch. Darum lohnt es sich.

 

Stephan gibt’s hier: LINK
mobilejoe gibt’s hier: LINK
Ultraschall gibt’s hier: LINK
podlove publisher gibt’s hier: LINK
auphonic gibt’s hier: LINK