#Netstream #4Sat (Gen.2) mit #EyeTV und #Plex #DVR Netzwerk SAT Tuner für SAT>IP

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Die Zielgruppe „Einbahnstraßenmedienkonsumenten“ scheint in Zeiten von Netflix und Prime doch immer kleiner zu werden. Elgato hatte in Folge dieser Annahme offenbar keine Lust mehr auf die TV-Sparte und fokussierte sich zuletzt auf Smarthome Geräte. Deren Auftragsfertiger Geniatech (Link) hatte die Serie übernommen und kümmert sich fortwährend um EyeTV und passende Hardware. Funktioniert das?

 

tl;dr – Ja. Kann man kaufen.

Es fehlten ein paar Features an den Vorgängerderivaten, die mich zum Austausch nötigten. Zum einen war das proprietäre Protokoll, welches nur von Elgato’s EyeTV und Netstream Apps zu verstehen war, inkompatibel zu allen anderen Geräten, die keinen Apfel drauf hatten. Ebenso war HD-Transcoding für das iPad nicht drin, HD-Kanäle waren auf den iOS Devices mit der klassischen Netstream also nicht möglich. Der Austausch war eigentlich nicht geplant, doch ich hatte die Nase von Sonderlocken voll, als ich mal wieder versuchte, tvheadend mit der klassischen Netstream zu befüttern. Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, dass ich meine VDR-VM sowieso in die Versenkung befördern würde, denn einige Vorteile von SAT-IP (Schreibweise SAT>IP) hatte ich noch gar nicht auf dem Zettel.

SAT-IP ist der Standard für den Empfang und die Verteilung von Satellitenfernsehen. SAT-IP »übersetzt« Fernsehsignale vom Satelliten in die IP-Welt, sodass sie auf Endgeräten wie Tablets, PCs, Laptops, Smartphones, TV-Geräten usw. genutzt werden können. So macht ein SAT-IP-Converter SAT-Fernsehen überall im Haus möglich, unabhängig von der Internetverbindung. Das bedeutet »mobiles Fernsehen« in den eigenen vier Wänden – und zwar in bester SAT-Qualität auch auf solchen Geräten, die keinen integrierten Satellitenempfänger haben. Der besondere Vorteil: Sie können auf mehreren Geräten verschiedene Sender parallel, also unabhängig voneinander empfangen – genießen Sie ganz flexibel die große Programmvielfalt des Satellitenfernsehens.

Quelle: Astra (Astra Deutschland GmbH, Satellitendienstbetreiber)

 

Die jetzt erhältliche Netstream 4Sat von Geniatech ist inzwischen die zweite Generation in einem neuen Gehäuse. Die Netstream fühlt sich metallisch-kalt an und ist hochwertig verarbeitet. Sie lässt sich endweder an einem Multischalter-Kaskadenausgang, an einem Quattro-LNB oder an einem Quad-LNB oder kleineren LNB’s  betreiben. Dazu hat die Netstream 4 F-Coax-Eingänge, jene sich je nach Anschlussvariante individuell konfigurieren lassen. Ich kann so 1-4 einzelne Stränge abgreifen oder das Ding später sogar an einen Multischalter stöpseln, sofern ich möchte. Ebenso kann ich Unicable und DiSEqC 1 sprechen.

Der Ethernet-Anschluss spricht Gigabit und kann mehrere Clients gleichzeitig bedienen, je nach Konfiguration der Eingänge. Während der Vorgänger sich noch mit 2 Ampere bei 12V begnügte, möchte die neue Netstream 4SAT jetzt 3 Ampere auf 12V geliefert bekommen. Da ich jetzt 4 Eingänge (statt einem) habe und mehrere Clients bedienen kann, ist das m.E. nicht weiter tragisch. Die 4Sat benötigt allerdings auch das 4-Fache an Volumen im Netzwerkschrank.

Verschwindet im Schrank und verrichtet seinen Dienst klaglos über Jahre

Während die alte Netstream noch alle Kanäle auf der Box selbst speicherte, ist bei der neuen IP Variante ein wenig Mehraufwand nötig. Mit SAT-IP sind die Clients selbst genötigt, die Kanaltabellen zu verwalten – sprich pro Device ist ein Scan notwendig. Das ist bei der Masse an Anbietern doch schon etwas mühselig – weil auf jedem Endgerät auch die Kanalreihenfolge einzeln angepasst werden muss. Das geht bei EyeTV auf dem Mac schon einfacher. Je nach Alter der iOS- oder Anroid-Geräte kann das mangels Performance den Nutzer schon mal zur Verzweiflung treiben.

Spartanische Weboberfläche der Netstream 4Sat (verglichen mit dem Vorgänger)

Der Vorteil von SAT>IP liegt jedoch auf der Hand: Für fast jeden Endgerätetyp gibt es eine App, nicht nur für iOS oder Android. Auch AndroidTV, Kindle Fire, FireTV, Fairphone, tvOS, ja selbst einige SAT>IP Fernseher, z.B. Panasonic und manche WebOS Derivate sind vertreten – nur für den Chromecast ist im Moment keine passende App auffindbar.

Ja, Geniatech könnte auf der Netstream für die Elgato/Netstream-Apps einen Config-Service/Freigabe/Webdav/whatever anbieten, würde so vermutlich aber die SAT>IP Zertifizierung verlieren. Ein Clouddienst wäre ebenfalls denkbar. Da ich proprietäres nicht mag und mich deswegen auch für die Netstream 4Sat entschieden habe, kann ich damit gut leben.

Die Apps von Geniatech (vormals Elgato) sind jedoch allesamt super. Die OSX-App EyeTV ist kein bisschen schlechter geworden, stabil wie eh und je. Sie wird fortlaufend gepflegt, die Entwickler machen einen guten Job. Einzig bei der Einrichtung muss die Box explizit aktiviert werden, diesen Haken übersieht man schnell.

Das beliebte eyetvCamd läuft weiterhin als Plugin, alle Features sind wie immer verfügbar. Es gibt definitiv nichts zu meckern. Ältere MultimediaPC’s mit Windows Mediacenter können weiterhin befeuert werden, für native Apps auf Windows gibt es genügend Auswahl neben der preferierten Lösung „Terratec Home Cinema“.

Auch AppleTV ist sehr gut versorgt, die vor einiger Zeit erschienene App von Geniatech kann alles, was das Herz begehrt:

Und auch bei den mobilen Geräten ist alles beim Alten. Die App lässt sich gut bedienen, kann ebenfalls Timeshift und kommt mit den meisten Aufgaben zurecht. Leider lassen sich die LNB-Konfigurationen nur durch die Apps für Android- und iOS durchführen, nicht jedoch am Mac selbst. Dieser Workflow ist für mich noch ein wenig neu.


Für AndroidTV gibt es diverse Apps, Panasonic bietet eine direkte Integration. Jeder kann mit der Netstream 4Sat Einbahnstraßenmedien konsumieren, sofern er denn möchte.

Plex Pass

Der Volltreffer ist jedoch, dass Plex-Pass Nutzer die Netstream ebenfalls benutzen können.

Dazu ist jedoch ein wenig Vorarbeit notwendig. Plex selbst erlaubt nur HDHomerun’s, doch nach einer Anmeldung über ein Google Formular (Link) für „Community Tuners“ können auch weitere Endgeräte integriert werden. Nach einiger Zeit (Plex Pass vorausgesetzt) wird die Foren-Rolle „Tuner Tester“ zugewiesen. Nach erneutem Anmelden des eigenen Plex-Servers kann die Netstream 4Sat verwendet werden.

Die Einrichtung sollte von jedermann problemlos bewerkstelligt werden können. Schön ist, dass der EPG von Fremdquellen bezogen werden kann. Für meine paar Kanäle entscheide ich mich für das Angebot der Telekom und freue mich über eine sehr gut gestaltete Oberfläche. Nicht in Form klassischer EPG’s mit Zeittafel, sondern in Form einer Episodenübersicht ganz im Stil von Plex kommt das Angebot daher. Das serielle Einbahnstraßen-TV rückt so ein wenig näher an die Qualitäten der klassischen Streaminganbieter:

Mit Plex verschwindet die VDR-VM aus meinem Dunstkreis. Die Benutzung von Plex ist einfacher, schneller und zielführender. Ebenso kann ich das Angebot unterwegs nutzen und habe alles, was ich wünsche, dabei. Unter anderem lässt sich so auch mal eben eine Aufnahme planen. Ich bin sehr zufrieden (Plex nutze ich in einer Debian-VM mit 4vCPU und 4GB RAM unter ESXi auf einem Intel Nuc).

Anmerken möchte ich, dass Du für die Nutzung auf mobilen Geräten bei Direktanbindung im eigenen Netz eine hohe Bandbreite, und vor allem stabiles WiFi benötigst. Repeater und ähnlichen Blödsinn kannst Du gleich vergessen. Bei der Verwendung von Plex App im Mobilfunknetz können hohe Kosten entstehen. Ebenso möchte ich Dir mit auf den Weg geben, dass die Netstream mit den sehr hohen Signalstärken der neueren SAT-LNB’s nicht gut klarkommt. Bei mir bringt erst ein 20dB Dämpfungsmodul (Amazon Link) das Ergebnis, welches ich mir gewünscht habe:

Für 3 Euro bei Amazon käuflich zu erwerben: Dämpfungsmodule für F-Stecker

 

In der Verkaufsbox waren bei mir enthalten:

  • Netstream 4Sat
  • Netzteil
  • Netzwerkkabel
  • Quickstart Guide
  • CD mit Open Source Quellen, Verweisen und Firmware

Fazit:

Sicher, für ein Gerät, welches lediglich im Netzwerkschrank verschwindet, sind die rd. 200 Euro Straßenpreis happig. Bei mir wird noch nicht einmal das volle Potential ausgeschöpft, denn ich nutze nur zwei der 4 Eingänge. Bedenkt man aber, dass – sofern lineares TV überhaupt noch Anwendung findet – SAT>IP mit allem und jedem sprechen kann, die Investition sicherlich gerechtfertigt ist. Mitbewerber gibt es! U.a. bieten Digitaldevices und Kathrein ähnliche, teils günstigere Geräte, doch die bekannte Stabilität von Geniatech (zuvor Elgato) überzeugen. Die einfache Einrichtung und das App-Angebot von Geniatech überzeugen auf ganzer Linie. Ich wünsche mir, dass Geniatech auch zukünftig diese überzeugende Leistung liefert.

Ich kann die Netstream 4Sat bedenkenlos weiterempfehlen.

Die in diesem Beitrag erwähnte Netstream 4Sat wurde mit der Firmware 1.10 ausgeliefert und hat den ASIN-Code B06XDPVM9D, mehr Informationen erhältst Du bei Geniatech (Link). Ich verwende die kostenpflichtige Variante von Plex auf Ubuntu in der Version 1.10.1.4602, mehr Informationen erhältst Du bei Plex (Link). Dieser Beitrag wurde nicht gesponsert, Geräte und Software wurden in Eigenleistung erworben.

By | 2018-01-14T21:32:26+00:00 13.01.2018|Reviews|Kommentare deaktiviert für #Netstream #4Sat (Gen.2) mit #EyeTV und #Plex #DVR Netzwerk SAT Tuner für SAT>IP

About the Author:

John Lose
John Lose ist Informationstechnologe und Datenreisender. Manche mögen ihn als "Aluhut-Träger" bezeichnen, denn er mag nur kleine Rechenzentren, die er selbst kennt. Public Clouds kommen für Ihn höchstens für Webseiten in Frage. John ist Katzenliebhaber, hat aber keine Katze, fährt gerne nach Südfrankreich und hört Tech-House. Mehr über John Lose erfährst Du in seiner Vita.  Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, so kannst Du auch Danke sagen, wenn Du möchtest:  >> Dankeschön <<.