Switching Webhosts – Vom Umzug auf einen neuen Webspace und so, die Sache mit IP und DNS

In der letzten Zeit kommt ab und an vor, dass ich Menschen erklären muss, wie das mit den IP-Adressen und den Webservern und dem DNS so funktioniert. Da das für einige nun doch ein wenig Neuland ist, soll dieser Beitrag meine Erklärungen stützen.

Die Sache mit dem Surfen und dem DNS – Erklärung wozu das gut ist:

Immer wenn ich eine Website aufrufe, z.B. https://land.nrw.de (Beispiel) in meine Browseradressleiste eingebe oder die Website aus den Favoriten lade, schlägt mein Browser im DNS (Vergleicbar mit einem Telefonbuch) nach.

Der Browser möchte nämlich die IP-Adresse (Vergleichbar mit einer Rufnummer) wissen, unter jener er https://land.nrw.de erreichen kann.

Das ist tatsächlich fast so, wie jemanden anzurufen. Dieser Vorgang ist also Vergleichbar mit der dazugehörigne Suche nach der Telefonnummer im Telefonbuch oder der Nachfrage bei der Auskunft.

Du kannst das für Dich auch ausprobieren. Öffne einfach das Terminal unter OSX oder die Eingabeaufforderung unter Windows und gebe folgenden Befehl ein:

Als Antwort erhältst Du (Beispiel für OSX):

Jetzt weist Du also, unter welcher IP-Adresse land.nrw.de oder auch Deine eigene Website erreichbar ist. land.nrw.de hat die IP-Adresse (Rufnummer) „93.184.134.64“.

Der Webserver, unter jenem NRW.de erreichbar ist, stellt aber nicht nur eine einzige Website bereit, sondern sehr viele. Damit der Webserver jetzt nicht durcheinander kommt,  ist nicht nur die IP-Adresse notwendig, sondern weiterhin die komplette Anfrage Deines Browsers, mit der sprechenden Adresse „land.nrw.de“. So kann der Server Deinem Browser oder den Browsern Deiner Besucher die richtige Website ausliefern.

So einfach ist das.

Was hat das Ganze jetzt mit Deinem Umzug auf einen neuen Webserver zu tun?

Fiktives Szenario:

meine Website, erreichbar unter „www.johnlose.de“ und „johnlose.de“ befinden sich beim Dienstleister A. Dieser betreibt mehrere Webserver. Der Webserver, auf dem die Website im Moment liegt, hat die fiktive IP-Adresse 46.243.122.50 (nur ein Beispiel). Wenn ich jetzt im Computer „nslookup www.johnlose.de“ eingebe, bekomme ich also die IP-Adresse 46.243.122.50 zurück.

Mein neuer Webserver beim Dienstleister B, zu jenem ich meine Website übertragen möchte, hat eine völlig andere IP-Adresse, nämlich 85.13.137.36. Er steht nämlich ganz woanders im Internet. Deswegen hat er diese andere Adresse, damit die Besucher wissen, wohin sie gehen müssen, um ihn zu erreichen.

Von meinem neuen Webserver habe ich auch schon die Zugangsdaten bekommen. Also melde ich mich da erst einmal an und lade einfach alles auf den neuen Server hoch. Auch die Datenbanken. Vielleicht schaue ich noch, dass ich die Konfigurationsdateien anpasse und die Zugangsdaten zur Datenbank korrigiere, also alles das, was notwendig ist, damit meine Website auch auf dem neuen Server läuft.

Jetzt möchte ich die Website sehen, so wie sie aussieht, wenn sie zukünftig ausgeliefert werden soll. Dazu muss ich jetzt ein wenig basteln. Ich will ja jetzt nicht mehr, dass mein Browser im DNS (öffentlichen Telefonbuch) nachschlägt, sondern das einfach schon so weiß.  Denn der neue Server hat ja eine neue IP-Adresse (Rufnummer) und die soll ja jetzt mein Browser auch benutzen, auch wenn sie nicht im öffentlichen Telefonbuch steht.

Mit Deinem Mobiltelefon legst Du Dir einfach einen Kontakt mit einem Namen und einer Rufnummer an und speicherst ihn ab. Mit den Computern geht das fast genauso – also zumindest „ähnlich“. 

Ich muss die sogenannte „host“ Tabelle pflegen. Das ist eine Datei, die auf Deinem Computer liegt, in der Du eintragen kannst, welche IP-Adresse Dein Browser für die Website „www.johnlose.de“ (Beispiel) nutzen soll. Fast so, wie Deine Kontaktdatenbank auf Deinem Mobiltelefon.

 

Die Hosts Datei unter Windows

Unter Windows liegt die Datei unter

Unter Windows kannst Du die Datei leicht editieren, sofern Du „notepad.exe“ als Administrator ausführst. Gib dazu einfach „notepad.exe“ in die Suchzeile ein und rechtsklicke darauf. Anschließend kannst Du auf „als Administrator ausführen“ wählen. Nach dem Öffnen der Datei aus dem o.g. Pfad kannst Du sie bearbeiten.

Mehr Informationen zum Bearbeiten der Hosts-Datei unter Windows erhältst Du u.a. auch hier: Link.

 

Die Hosts Datei auf einem Mac Computer

Und unter OSX liegt sie unter

In OSX meldest Du Dich einfach als Administrator an. Anschließend öffnest Du das Terminal und gibst den Befehl

ein. Jetzt gibst Du noch einmal das Kennwort vom Administrator ein und schon kannst Du sie bearbeiten. Kleiner Tipp: Die Hütchen „^“ bedeuten, dass Du die STRG-Taste drücken musst, zusammen mit dem Buchstaben, der daneben in Nano steht, z.B. wenn Du speichern möchtest.

Mehr Informationen zum Bearbeiten der Hosts-Datei auf einem Mac erhältst Du u.a. auch hier: Link.

 

Der Inhalt der Hosts Datei

In der Datei stehen schon so komische Sachen, wie „127.0.0.1               localhost“ und viele weitere Zeilen drin. Jetzt gehst Du mit Deinem Cursor ganz an das Ende der Datei. Da ich ja will, dass www.johnlose.de jetzt unter der IP-Adresse 134.91.6.90 erreichbar ist, füge ich am Ende der Datei einfach folgende Zeilen ein:

Das ist natürlich nur ein Beispiel und Du musst das natürlich für Die IP-Adresse Deiner eigenen Website anpassen.

Nachdem ich den Computer neu gestartet habe, kann ich den Browser öffnen. Jetzt wird mein Browser die Website von dem neuen Webhost/Server im Internet geliefert bekommen. Da in diesem Falle nur ich den kenne, kann ich alles in aller Ruhe ausprobieren. Meine ganzen Fehler bekommen die anderen gar nicht mit.

Wenn ich mit dem Probieren und dem Testen und so fertig bin, und alles so funktioniert, wie erwartet, sage ich einfach bei meinem Webhost Bescheid, dass die IP-Adresse auf den neuen Webserver geändert werden soll. Manche machen das per Telefonanruf und andere haben dafür ein Webinterface. Die tragen dann die neue IP-Adresse im DNS (Telefonbuch) ein.

Schritt für Schritt bekommen alle Browser auf diesem Planeten mit, dass meine Website jetzt unter einer neuen IP-Adresse (Rufnummer) erreichbar ist und wählen jetzt die neue Nummer.

Nach ein paar Tagen kann ich die Daten auf dem alten Webspace löschen oder löschen lassen und alles ist gut. Niemand hat mitbekommen, dass ich umgezogen bin.

Jetzt kann ich auch die Einträge in meiner „host-Datei“ wieder entfernen und der Umzug ist perfekt gelaufen.