#Airplay auf #Windows zum #AppleTV im #Klassenzimmer / in #Schulen mit #Airparrot2

Der Frage meines Kollegen „ob ein AppleTV im Klassenzimmer denn richtig sei“ wollte ich nachgehen. Außerdem ging es darum, Windows nicht auszuschließen und eine passende Software zu finden.

tl;dr: Es gibt eine Vielzahl von Tools für diese Aufgabe auf dem Markt, nur wenige davon sind wirklich sinnvoll.

Warum AppleTV?

AppleTV hat viele Vorteile. Zunächst integrieren sie sich nahtlos in ein MDM und können darüber verwaltet werden. In den School-Manager (DEP-Programm) und ein MDM integriert, ist das ein riesiger Vorteil, was das Handling in größeren Schulen mit recht vielen AppleTVs betrifft.
Nicht nur die automatische Softwareaktualisierung, Softwareverteilung und Lizenzverteilung sind da ein Punkt, sondern auch die Diebstahlprävention: Ein gestohlenes DEP-Device ist wertlos für den Nutzer.

Von umfangreichen bis sehr einfachen Schutzmechanismen kann man profitieren, besonders um nur ausgewählten Personen einen Zugriff zu gewähren. Die Dinger sind außerdem stressfrei mit „Airgroup“ und „Clearpass“ (Aruba-Features) zu bedienen.

Sind die AppleTV’s per Ethernet angebunden, gibt’s als Nebeneffekt sogar einen Datenstrom weniger im eh schon überlasteten WiFi der Schule.

Dauerproblem beim Chromecast: Die Dinger gibt’s unisolo erstmal ohne Ethernetanschluss, die wollen generell WiFi. Weiterhin haben die Dinger in der Regel vor sich eine Metallplatte (vom Display) und hinter sich eine Wand. Alles Elemente, die man in einer Schule überhaupt nicht haben will, besonders wenn es darum geht, Airtime im WiFi freizubekommen.

Weiterhin lässt sich mit Bonjour-Proxies ein Inter-VLAN-Betrieb bewerkstelligen, um z.B. BYOD-Devices Zugriff auf kabelgebundene AppleTV’s von einem anderen Netzwerksegment aus bereitzustellen.

Software, die ich für Windows nutze: AirParrot 2

AirParrot 2 kommt von Squirrels aus der Nähe von Cleveland, Ohio. Die sind damit schon einige Zeit auf dem Markt. Airparrot 2 richtet sich an Privatanwender. Ditto zielt mit ähnlichen Features auf Education/Enterprise, ist jedoch Subskriptionsbasiert.

Ich wollte ausprobieren, ob die das denn können. Und ja, die können das. Und die können noch mehr, als auf einem Mac.

Doch der Reihe nach. Erstmal muss die Frage geklärt werden, ob Airparrot 2 überhaupt nutzbar ist, denn da haben einige Mitbewerber gestreikt. Meine Aufgabenliste sieht wie folgt aus:

  • Sehe ich Apple-TV’s, die sich hinter einem Bonjour-Proxy in einem anderen VLAN verstecken?
    • Ja. Lancom-Bonjour-Proxy und Aruba Bonjour-Proxies funktionieren.
  • Ist das Ding kompatibel zu einer Softwareverteilung?
    • Ja, es kommt als MSI-Paket
  • Benötige ich für die Ausführung administrative Rechte?
    • Nein
  • Funktioniert die Kommunikation mit Pin-geschützten Apple-TV’s?
    • Ja

Alle notwendigen Funktionen sind da, da ist nichts was fehlt. Beim Ausprobieren entdecke ich Airparrot 2 in meiner Taskbar von Windows, so ist es simpel bedienbar. Sehr schön: Ich kann nach dem richtigen AppleTV (Klassenzimmer) suchen:

Noch schicker ist allerdings, dass ich mit Airparrot 2 sogar ausschließlich den Inhalt einzelner Applikationen auf das AppleTV strömen kann. Das gibt’s beim Mac und bei iOS nicht. Als Mac-User bin ich tatsächlich ein bisschen neidisch.

AirParrot hat in meinem Test mit einem AppleTV 3 im gleichen VLAN und mit einem AppleTV4 hinter einem Bonjour-Proxy problemlos funktioniert.

Auf dem AppleTV3 ist erwartungsgemäß recht wenig Performance zu erwarten. So klappt die Darstellung problemlos, doch Videos ruckeln bei meiner hohen Auflösung. Beim AppleTV4 ist auch Videoübertragung von 720P-Material problemlos umsetzbar.

Das Testgerät (Thinkpad X1 Tablet Gen3) ist mit einem 2×2 AC Adapter versehen und befand sich zum Testzeitpunkt in einer 20MHz breiten, freien 5 GHz-Aruba-Zelle. Beide AppleTV’s sind kabelgebunden. Der Client bediente sich bei der 720P-Videoanwendung mit happigen 26% Airtime – letzteres sollten auch die Planer der WiFi-Netze an Schulen im Hinterkopf haben.

Positiv:

  • Airplay funktioniert problemlos mit dem Tool
  • Bonjourproxy funktioniert
  • AppleTV3, 4 und 4K funktionieren
  • Es kann zwischen Performance und Qualität mit einem simplen Schieberegler konfiguriert werden
  • Anwendungen können selektiv gestreamt werden
  • Suchfeature hilft bei vielen Apple-TV’s
  • Die Hauptmerkmale des Tools sind sehr einfach zu bedienen

Negativ:

  • Das Nutzerinterface ist in einigen Teilen „grausig“ übersetzt
  • Ein Wechsel von Netzwerkverbindungszuständen kann das Tool überfordern
  • Der Webshop ist richtig schlecht gemacht

Der Kauf einer Nutzungslizenz war „etwas“ problematisch, da deren Onlineshop gestreikt hat. Mit einem kurzem Mailverkehr klappte es dann auch an einem Sonntag. Mit Einfuhrumsatzsteuer kostete mich das Tool EUR 14,15. Squirrels bietet eine Reihe von Rabatten für Massenlizenzen. Als Zahlungsmittel sind unterschiedliche Kreditkarten und Paypal im Shop hinterlegt. Ob Rechnungskauf möglich ist, habe ich nicht geklärt.

Fazit:

Trotz der kleinen Wirrungen beim Lizenzkauf komme ich mit dem kleinen Helfer prima klar. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Nutzererfahrung für Lehrer und Schüler im Klassenzimmer aufgrund der sehr einfachen Bedienbarkeit ähnlich ist.

Airparrot 2 und Ditto bekommst Du bei https://www.airsquirrels.com/

Dieser Beitrag ist nicht gesponsort, die Lizenz habe ich selbst beschafft.