2022 @Logitech_DE MX Mechanical & MX Master 3s Keyboard & Maus Combo

Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit klicke und tippe ich nicht mehr auf Gaming-Hardware. Die gerade am Markt angekommene Logitech MX-Serie ist die mit Abstand teuerste Office Tastatur-Maus-Combo von einem Massenhersteller. Etwas „unfreiwillig motiviert“ habe ich geordert – mit geistiger Reife hat meine Abkehr von Logitech-G allerdings weniger zu tun…

Ich hatte beide meiner bisherigen Eingabegeräte in Cola gebadet. Natürlich bekomme ich von Mutter dafür kein Mitleid denn höchstens ein „Geschieht Dir recht“, gefolgt von einem „Hör‘ endlich auf, dieses Dreckszeug zu trinken“, selbstverständlich bestimmt und mit Nachdruck…

tl;dr: Extrem gutes System. Für Vielschreiber geeignet.

Nach einer solchen Dusche war selbst mit viel Liebe, Streicheleinheiten, Tipps aus Foren, Alkohol, Reis und auch ansonsten extremst intensiver Nachbehandlung wirklich keines der beiden Peripheriegeräte aus ihren komatösen Zuständen zurück in’s Diesseits zu bekommen.

Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen war der Youtube Algorithmus bei mir erfolgreich: Ich sah ein Unboxing-VLOG vom Technikfaultier (Link), durch jenen sich meine bislang ablehnende Haltung zur kabellosen Logitech-MX-Serie ändern sollte.

Bislang war ich Bluetooth- oder Funkderivaten gegenüber grundsätzlich negativ eingestellt. Erstens ist die Batterie leer, wenn man das Dingen braucht, die Datenübertragung ist nicht immer stabil, vor allem diese Mac-Mini’s (auch der aktuelle M1) mit deren äußerst dämlich verbauten WiFi- und Bluetooth- Antennen kamen m.E. eigentlich sowieso nur mit Kabelperipherie klar. Ferner will ich auf Folientastaturen (also der bislang verfügbaren MX-Keys) partout nicht schreiben, aber Logitech hatte da ja jetzt etwas neues im Angebot.

Bisher eingesetzte Hardware

Die Todesanzeige will eine bis vor kurzem quicklebendige Combo aus Logitech G502 und G513 beschreiben, welche von mir unlängst fahrlässig getötet wurden. Beide absolut problemlos im Einsatz seit Beginn der Pandemie.

G502 Hero

Eigentlich gibt es unter „Gamern“ ja eh nur diese eine Maus. Ich kann das wohl gut nachvollziehen. Die G502 mit ihrem „Hero“-Sensor löste als etwas älteres Derivat bei mir bislang in 14k DPI auf, das aktuelle Modell bietet 25k. Die Maus war von ihrer Ergonomie und ihrer Anpassbarkeit her für mich bislang alternativlos.

Ich schubse in zwei unterschiedlichen Profilen Fenster über einen riesigen Dell 49 Zöller (Link). Als Ex-Raucher bin ich immer noch etwas zittrig und muss je nach Stress-Level unterschiedliche Profile der Maus nutzen. Der Sensor ist wirklich extrem zuverlässig, das half bei meinen täglichen Aufgaben.

Allerdings benötigt die Maus regelmäßig ziemlich intensive Pflege: Durch ihre vielen Designelemente legt sich an den unmöglichsten Stellen teils schwer zu entfernender Dreck ab. Die Gummierung mit ihren vielen Vertiefungen machte das Reinigen nicht einfacher, teils sah die G502 wahrlich unappetitlich aus. Q-Tips und Alkohol waren recht häufig im Einsatz. Trotz all ihrer Dreck- Eskapaden wollte ich bislang immer in Frage stellen, ob es denn jemals eine Maus geben würde, welche die G502 ersetzen könnte.

G513 (carbon / GX blue / GX brown)

Am liebsten schrieb ich „blau“. Das ist für einen Vielschreiber in der Regel der Lieblings-Tastatur-Switch, sofern die lieben Kollegen oder man selbst denn mit dem Lärm, verursacht durch das Geklapper klarkommt. In unserem Büro schreiben eigentlich alle blau, in sofern gehe ich im Grundrauschen unter. Dennoch habe ich mich in der letzten Zeit auch an „braun gewöhnt“.

Die unterschiedlichen Switchtypen haben sich inzwischen in den 3 typischen „Farben“ segmentiert (blau, braun und rot). Sollten Sie sich immer noch fragen, was das mit den Farben denn auf sich hat: Der Hersteller „daskeyboard“ listet die originalen Switches von Cherry hier (Link) mal alle auf. Die meisten Hersteller verbauen keine originalen MX von Cherry mehr, orientieren sich aber an deren Charakteristik.

Es gibt bei der Peripherie da auch sehr wohl eine Zielgruppen-Kollision: Die Klaviaturen richteten sich bislang fast ausschließlich an Gamer. Den Anwender hatte man bei den Massenherstellern mit mechanischen Tastaturen bislang nicht im Fokus. Einzig wenige Nischenhersteller, wie z.B. Keychron haben da etwas passendes in hoher Qualität. Manch‘ Nerd stört sich natürlich nicht daran, mit einer riesigen RGB-Bling-Bling-Gamer-Tastatur im Büro aufzuschlagen. Manch anderen könnte das dann doch eher peinlich sein und man begnügt sich dann doch eher mit der furchtbaren Folie des Arbeitgebers.

Eine G710 (inklusive mehrerer Austauschderivate) war in der letzten Dekade die jetzt nicht mehr verfügbare Tastatur von Logitech, welche mir für eine Zeit lang gut liegen wollte. Die ersten MX-Nachbauten (z.B. Romer) der Switches von Logitech waren den orginalen MX-Tasten absolut nicht ebenbürtig – wenigstens bis die ebenfalls sündhaft teure G513 Carbon (UVP EUR 179,00) um die Ecke kam.

Die hatte ich im ersten Kauf in „GX-Blue“, in einem zweiten Kauf (ebenfalls nach einem Unfall) erstmals in der Variante „GX-Brown“ unter den Fingern. Blau war in der Pandemie knapp. Und ja, wir kamen nach ein wenig Eingewöhnungszeit dann doch wirklich sehr gut miteinander klar.

Immerhin hielten Klaviatur und Nager über die gesamte Corona-Zeit durch. In Cola gebadet musste in 2022/05 wieder einmal ein Nachfolger her. In der Zwischenzeit schrieb ich mit so einer ausgelutschten, wirklich fürchterbaren Rubberdome-Folie, wie sie bei fast jedem Standard-PC mitgeliefert wird.

Mit Verlaub, das ist wirklich das Allerletzte. Besonders wenn man am Tag viele Eingaben mit dem Ding machen muss, nicht mal eben nur ein paar Mails schreibt. Es muss ja kein IBM Model-M Keyboard sein. Allerdings halte ich das denn doch schon für arg bedenklich, mit welcher Plaste sich der „gewöhnliche Anwender“ zufrieden gibt. Echt mal, Leute, habt Ihr alle kein Gefühl in den Fingern? Wieso wird sowas gebaut? Um so schlimmer, wenn die dringend benötigte Ersatz-Tastatur nicht geliefert wird.

2022 Logitech MX Combo + Versand

Eine Funk-Tastatur von Logitech in der MX-Serie gab’s bislang schon, allerdings ebenfalls nur als Folie. Hochgelobt von der Community, wohlgemerkt. Ich kann absolut nicht nachvollziehen, dass da jeder dahergelaufene Vlogger auf diese Tastatur schwört. Die MX-Keys ging für mich gar nicht. Getestet bei einem Kollegen, schwammig, kein Druckpunkt, einfach fürchterlich. Nicht nur der Rubberdomes wegen, auch wegen der Treiber – Logitech Options war bislang auch nicht auf einem M1 in ARM64 zu bekommen – also nahm ich bislang Abstand.

Vielleicht auch, weil ich sehr wohl wusste, dass die bisherigen Derivate mit so einem Funkdongle daherkamen, welcher mit einem KVM-Switch in meinem Monitor weniger gut klarkamen, und Bluetooth im Mac Mini eher „weniger“ zuverlässig arbeitet. Dafür kann aber Logitech nix.

Das Update vom Dongle – das neue Ding heißt nun „Bolt“ – ist jetzt auch zum KVM-Switch im Monitor kompatibel: Das ganze Geraffel funktioniert also nach dem Umschalten zu einem anderen Rechner immer noch, auch der Rechner überlebt die Prozedur und stürzt nicht ab.

Der neue Bolt-Dongle steckt unten, in meinem Dell-Monitor, direkt über Tastatur und Maus. Offensichtlich haben die von Logitech ihre Hausaufgaben gemacht.

Viele mögen die Notwendigkeit vom neuen Dongle sehr wohl kritisieren. Selbiger oder dessen zugehörige Peripherie sind weder auf- noch abwärtskompatibel. Sollte man also eine neuere Maus mit einer älteren MX-Keys zusammen verwenden wollen, müsste man notgedrungen beide Dongles einsetzen oder eben die ältere Variante upgraden, sofern man Bluetooth nicht einsetzen will oder kann, wie es bei den Mac-Mini-Nutzern der Fall ist.

Die neue Peripherie von Logitech kann ausserdem Bluetooth Low Energy in 5.1. Der Bolt-Empfänger ist immer noch mit USB-A an einen Rechner oder Hub zu stöpseln, während die Peripherie zum Glück mit USB-C ladefähig ist. Das geht notfalls auch mit einem iPad-Pro Ladekabel oder einer Powerbank.

Wie üblich waren meine bisherigen Annahmen auch falsch. Eine typische Alman-Reichweitenangst wäre da so ein Ding: Anders als bei einem Elektroauto kann ich Klaviatur und Nager sogar während der Benutzung laden, ich komme also gar nicht in eine erwartete Problemlage.

Ebenfalls gibt es jetzt Logi Options+, welches (leicht verbugt) trotzdem ganz gut auf einem M1 laufen will. Nicht ganz verständlich ist, warum die Software nicht mehr in der Taskbar oder in der Menüleiste zu finden ist.

Einkaufstour

Ab jetzt gibt es neben der MX-Keys Folienklaviatur auch mechanische, kabellose Derivate, in braun und rot im gleichen Layout. Blau wird zwar auf der Logitech- Website beworben, ist aber käuflich nicht zu erstehen. „Ausverkauft“, heißt es da. Zum ersten Mal liefert Logitech vernünftige, mechanische Switches an den gewöhnlichen Anwender.

In einem Paket, also als Komplett-Set wird das ganze nicht verkauft.

Die neue Maus aus der MX-Serie erwarb ich bei Logitech direkt, mit einem Gutscheincode samt so einer schicken Filztasche. Die Tastatur hatte ich zuvor schon bei Alternate bestellt. Die stornierten die bestellte, blaue Variante dann einen Tag vor Lieferung wegen Mangel an Lieferfähigkeit, so dass ich genötigt war, die braune (taktile) Variante zu ordern.

Wie üblich ging die Alternate-Lieferung mit DHL (bei uns in Krefeld leider inzwischen default) in die Hose, während Logitech ihre Maus selbst über UPS versendet und pünktlich zum Erscheinungstermin, am 1.6. diesen Jahres angeliefert wurde.

Logitech MX Master 3S

Wie bei einigen, ehemaligen iPhones hat sich die Versionsnummer dieses Mal wohl nicht geändert, lediglich ein „S“ wurde hinzugefügt. Anders sind in der neuen S-Variante lediglich die Funkmodulation (Bolt-Dongle) und die beiden oberen Maustasten. Diese sind jetzt „leise“, man hört das Klicken quasi nicht mehr.

Logitech MX Master 3s (schwarz)

Der Nager liegt ähnlich gut in der Hand, wie die G502. Allerdings gibt es bei der zivilen MX-Variante weniger scharfe Kanten, Sicken und Falze, in jenen sich Dreck ansammeln kann. Und boy did I have Schmutz an meiner G502… Auch die gummierte Oberfläche der MX lässt sich wesentlich einfacher reinigen. Es ist tatsächlich etwas angenehmer, jetzt diesen Handschmeichler zu bedienen.

Gegenüber der G502 fehlen der MX Master 3S zwei Tasten links der linken Maustaste, mit jenen ich bislang die Geschwindigkeit/Auflösung der Maus angepasst habe. Ansonsten habe ich fast alle Buttons und zusätzlich einen weiteren Button für den Daumen, sowie das horizontale Scrollrad, welches ich seltener benutze denn gedacht.

Alle Tasten der Maus lassen sich mit der Software Options+ von Logitech frei belegen.

Standardmäßig nicht aktiviert aber äußerst angenehm ist eine Software-Funktion in der Mac-Variante, welche ein sanfteres Scrollen z.B. auf Webseiten ermöglicht. Ein Kollege, jenem ich die G502 empfohlen hatte, vermisste diese Funktion in der Gaming-Software von Logitech.

MX Master 3s Haptik

Es hat gerade mal 10 Sekunden gedauert, der Nager und ich sind Freunde. Alle Tasten klicken sich wunderbar. Hatte ich dieses Leiseklicken bislang für Marketing-Geblubber gehalten fühlt’s sich jetzt wirklich super an. Der Druckpunkt der Buttons ist ein Traum, und zwar derart dass ich die Wohltat kaum in passende Worte fassen kann. Das Gewicht des Nagers stimmt, die Maus gleitet sehr gut auf meinem Mauspad. Das Mausrad ist ein Traum.

Eine Besonderheit: Das Mausrad aus Metall wird magnetisch in haptisch angenehmen Rastern gebremst. Die „Bremse“ löst sich bei schnellem Scrollen, der Schwellwert für das Lösen der Bremse ist in der Software konfigurierbar.

In der Windows-Konfiguration (welche ich zum einen dienstlich und zum Daddeln verwende) ist Logitech Options lediglich auf meinem Daddelrechner installiert. Auf der Windows-Büchse vom Dienstherrn komme ich trotzdem klar, kann jedoch keine Geschwindigkeitsprofile wechseln.

Auch wenn die Maus im Vergleich zur G502 eine geringere Auflösung bietet (bis zu 4000 dpi), reicht die Auflösung für meine Anwendungszwecke vollkommen aus. Ich nutze die Maus wie jeder gewöhnliche Anwender. Dazu kommen Anwendungen, wie Ekahau für CAD-ähnliche Aufgaben, FinalCut Pro und seltener Ego-Shooter. Sie erkennt Holzoberflächen, mein Mauspad und auch einen alten Holztisch. Einen Glastisch nutze ich nicht.

Die 4 Glidepads sind sinnvoll angelegt und recht großzügig dimensioniert. Sie sind für rd. 15 Euro bei Logitech original ersatzweise oder bei Amazon zu erhalten. Im Lieferumfang sind kein Ersatzpads dabei.

Das Browsen und das Konsumieren von Webinhalten ist mit dieser Maus äußerst angenehm. Ich klicke alle Programme gewohnt mit einer vergleichbaren Haptik zur ehemaligen G502. Allerdings sind Arbeitsschritte wie das „Klicken“ beider Buttons und das Scrollrad in ihrer Haptik noch angenehmer denn jemals zuvor.

In 5 Arbeitstagen verliere ich bei kontinuierlicher Arbeit 10% bis 15% Energie im Akku. Das Aufladen geht mir persönlich viel zu schnell: Die hohe Ladegeschwindigkeit erweckt den Eindruck, dass ich den Akku deswegen schneller tauschen muss, als mir lieb ist. Die Maus war bei Lieferung zu 65% geladen. Ich verwende den Schiebeschalter für den Betriebszustand nicht.

Wie üblich sitzt auf der Unterseite auch der Button für 3 unterschiedliche, gekoppelte Zielgeräte.

MX Master 3s Software

In der Mac-Konfiguration ist lediglich das „natürliche“ Verkehrtrumscrollen deaktiviert, den Rest habe ich in Options+ konfiguriert. Die anwendungsspezifischen Funktionen habe ich allesamt gelöscht, die Maus hat jetzt immer eine gleichbleibende Konfiguration. Die kann ich neuerdings auch über die Wolke mit anderen Rechnern synchronisieren, sofern ich ein Benutzerkonto bei Logitech hinterlege.

Logi Options + ist leider ein Electron-Monster.

Ein Bug ist mir bislang aufgefallen: Mit dieser Maus kann ich in Apple’s Foto-Anwendung nicht croppen. Es geht einfach nicht, der Rahmen versetzt. Ob das ein OSX-Bug ist oder ein Fehler in der Maus-Software kann ich nicht sagen, die alte Maus ist inzwischen entsorgt.

MX Master 3s Verarbeitung

Die Verarbeitung des neuen MX-Nagers ist spitzenmäßig. Wo die G502 ab und an noch knarzte sind bei der MX Master 3s keinerlei Materialschwächen hör- und fühlbar. Spaltmaße sind identisch, es ist keine Schwäche in der Verarbeitungsqualität zu entdecken. Zudem klickt sie sich wirklich super.

  • Die Maus ist in zwei Farbvarianten erhältlich (weiß und schwarz).
  • Die Maus kostet bei Logitech direkt EUR 129,00 (UVP).
  • Im Lieferumfang gibt es einen Bolt-Empfänger und eine recht kurzes USB-A auf USB-C Ladekabel

Logitech MX Mechanical

Die MX-Mechanical Tastatur ist laut Shop in drei Varianten (blau, braun und rot) erhältlich, wobei blau im Moment nicht lieferbar ist. Die Tastatur ferner im vollständigem Layout und als TKL mit dem Postfix „mini“ zu beziehen.

Logitech MX Mechanical (tactile/brown)

Mangels Verfügbarkeit von blau habe ich mich erneut für braune, lineare und taktile Tasten entschieden. Dabei entfällt das laute Begleitgeräusch. Die Tasten sacken spürbar ein und der Druckpunkt ist prima fühlbar. Ich habe allerdings einen gefühlt kürzeren Tastenhub im Vergleich zur G513 mit braunen Schaltern, habe mich jedoch in aller Kürze an die Tastatur gewöhnt.

MX Mechanical Software

Auch in dieser Variante sind die Funktionstasten und weitere mit der Software Logi Options+ konfigurierbar, was ich aufgrund eines haptischen Problems auch umgehend machen musste: Oberhalb der Zifferntasten befindet sich ohne den sonst typischen Abstand die F-Tastenreihe, sowie weitere Tasten oberhalb des Nummernblocks.

Beispiel: Sofern man gewohnt von oben die „-“ Taste auf dem Nummernblock drücken möchte, erwischt man jetzt ohne Hinzusehen die zusätzliche Funktionstaste „Bildschirm sperren“, erst darunter erreicht man die „-“ Taste. Ähnlich verhält es sich mit den „/“, „*“, „-“ und der „NUM“- Taste. Auch Backspace wird von zwei Funktionstasten in direkter Nähe darüber begleitet. Bei häufigen Fehleingaben kann man die problematischen Funktionstasten mit anderen Funktionen / Tasteneingaben belegen, bis man sich an die Tastatur gewöhnt hat.

MX Mechanical Haptik

Ich habe mich nach ein paar Tagen zwar noch nicht vollständig an die Tastatur gewöhnt, schreibe aber inzwischen wieder fast in derselben Geschwindigkeit, wie mit ihrem Vorgänger.

Sie lässt sich mit sehr satt einschnappenden Füßen aufstellen, das ist für meine Schreibweise aber nicht notwendig. Ferner sitzt sie mit Gummiträgern sehr satt auf dem Tisch oder auf dem Mauspad. Ich benötige jetzt keinerlei Handballenauflage, wie es beim Vorgänger der Fall war. Die 3 Millimeter weniger scheinen schon eine Menge auszumachen.

Aufgrund ihrer geringen Höhe und ihrer gut reagierenden Switches habe ich auch bei längeren Texten auch ohne Handballenauflage keinerlei Ermüdungserscheinungen. Die Tasten sind mit bekannten „brown“-Switches nicht direkt vergleichbar, schreiben sich aber nach kurzer Einarbeitung extrem sicher. Deren Druckpunkt ist wirklich gut fühlbar. Sie sind dennoch hörbar, dennoch ist es bei mir eher der Finger denn mein Ohr, welcher mir signalisiert, dass der Switch erfolgreich ausgelöst hat. Sie klappert etwas mehr als die 513, wohl ist der Leerschlag deutlich leiser.

Nach kurzer Zeit sind nach dem Wechsel schon wieder hunderte von Buchseiten beschrieben.

MX Mechanical Verarbeitung

Die Oberfläche unterhalb der freistehenden Tasten ist aus einer eloxierten Metalloberfläche gefertigt. Ihr Gewicht ist sehr angenehm. Die Keycaps sind mit ihrer typischen Kreuzbefestigung einfach tauschbar. Ersatz für die Caps in gleicher Bauhöhe habe ich bislang nicht gefunden.

Ich habe aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit der Keycaps wohl die Sorge, dass sie sich möglicherweise schneller abnutzen könnten, als jene Tasten einer G513. Ferner nehmen sie Fett relativ schnell an, so dass es glänzt.

Oberhalb des Blocks für Einfügen/Anfang/Page-Up befinden sich 3 Buttons für 3 unterschiedliche Zielgeräte, welche mit der Tastatur gekoppelt sind.

Den Schiebeschalter für den Betriebszustand verwende ich nicht. Die weiße Hintergrundbeleuchtung ist bei mir in der niedrigsten Stufe konfiguriert. Bei gewöhnlicher Schreibe soll die Tastatur mit Hintergrundbeleuchtung laut Hersteller gut zwei Wochen durchhalten, ohne Hintergrundbeleuchtung sogar ein halbes Jahr.

  • Die Tastatur gibt es in vollem Layout für EUR 179,00, als TKL wird sie „Mini“ bezeichnet und ist für EUR 159,00 zu haben.
  • Im Lieferumfang befindet sich ein BOLT-Dongle und ein USB-C Ladekabel
  • Logitech liefert mit UPS aus den Niederlanden

Fazit

Hiermit kann man sehr wohl nicht nur den gewöhnlichen Anwender sondern auch den Vielschreiber, Programmierer und Gelegenheitszocker abholen. Eben jene Menschen, welche an die Qualität und Zuverlässigkeit ihrer Eingabegeräte sehr hohe bis extrem hohe Anforderungen stellen.

Beide Geräte sind für mich im Moment die Krönung der Peripherie-Evolution. Es gibt nichts kabelloses darüber, auch nicht im Preis. Für beide Geräte zusammen sind beim Checkout 308,00 Euro fällig. Es fällt schwer, den happigen Preis in dieser Zeit in Relation zu setzen. Ja, ich habe bislang auch viel Geld für Peripherie ausgegeben, auch schon für eine Tastatur. Doch Office-Hardware war bislang nicht so teuer. Ich will hiermit nicht zum Ausdruck bringen, dass die Hardware das nicht wert ist, ich bin’s nur noch nicht gewohnt.

Tatsächlich bin ich mit dieser Combo äußerst zufrieden. Auch erstmals mit funk-angebundener Peripherie. Es funktioniert prima, auch an meinem M1-Mini. Es gibt keinerlei Kritikpunkte ausser ein paar Software-Bugs, welche sich in den kommenden Monaten bestimmt lösen werden.

Dieses Review ist nicht gesponsert oder autorisiert. Ich erhalte für dieses Review keinerlei Vergünstigungen.

Titelbildquelle: Logitech Presse